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Thema des Tages 3000 Teilnehmer bei Klima-Demo erwartet – Polizei rechnet mit massiven Verkehrsbehinderungen
Thema Specials Thema des Tages 3000 Teilnehmer bei Klima-Demo erwartet – Polizei rechnet mit massiven Verkehrsbehinderungen
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19:23 28.11.2019
Fridays-for-Future-Demo: Göttinger Initiativen rufen zum „globalen Klimastreik“ auf. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Rund 3000 Menschen erwarten die Organisatoren am Freitag auf den Göttinger Straßen: „Fridays for Future“ hat zur Großdemo aufgerufen. Während des globalen Klimastreiks wollen die Demonstranten die Politik dazu bewegen, schärfere Klimaschutzgesetze zu verabschieden. „Es bleibt uns nichts anderes übrig, als ein weiteres Mal zu versuchen, den Druck zu erhöhen“, sagt Lisa Naumann von „Fridays for Future“-Göttingen.

Der angekündigte Klimastreik stellt die Göttinger Verkehrsbetriebe vor große Herausforderungen. „Wir sind total am Rotieren", sagte GöVB-Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke. Sie rechnet mit „massiven“ Einschränkungen des Busverkehrs.

Die Klimaschützer haben für Freitag zusammen elf Demonstrationszüge bei der Stadt Göttingen als Versammlungsbehörde angezeigt. Zunächst ziehen Schüler von sieben Schulen im Stadtgebiet zum Albaniplatz in der Innenstadt. Der Erste startet bereits um 9.15 Uhr an der Waldorf-Schule in Weende. Um 12 Uhr sollen dann alle Demozüge am Albaniplatz eingetroffen sein.

Kundgebung am Albaniplatz

Vom Albaniplatz ist dann nach einer Kundgebung ab 12.45 Uhr ein Sternmarsch mit vier Demozügen geplant, die am Bahnhof wieder aufeinandertreffen sollen. Diese laufen auf unterschiedliche Strecken in der Innenstadt und entlang der Berliner und Bürgerstraße. Nach Angaben der Stadtverwaltung endet die gesamte Kundgebung gegen 15 Uhr.

Die Demozüge würden dazu führen, „dass es ab Start des ersten Sternmarsches gegen 9 Uhr im gesamten Liniennetz zu vorerst kurzzeitigen, später jedoch umfangreichen Einschränkungen im Linienverkehr kommen wird“, heißt es auf der Internetseite der GöVB.

Nach Angaben der Verkehrsbetriebe wird der Albaniplatz am Freitag bereits ab 7 Uhr gesperrt sein. Die Linie 50 werde daher an der Haltestelle Wagnerstraße über Friedländer Weg, Schildweg und Geismartor umgeleitet. Die Linien 71/72 würden nach der Haltestelle David-Hilbert-Straße ebenfalls über Schildweg und Geismartor fahren.

Am Freitag, 29.11.19 wird in Göttingen demonstriert. Es sind mehrere Sternmärsche von unterschiedlichen Standorten im...

Gepostet von GöVB - Göttinger Verkehrsbetriebe am Donnerstag, 28. November 2019

Während der Zeit des Sternmarsches zum Bahnhof könne der Bereich des Bahnhofes und der Innenstadt „wahrscheinlich nicht mehr angefahren“ werden. Hier müsse für diese Zeit „mit einer Einstellung des Linienverkehrs gerechnet werden“, teilen die GöVB mit. Dass Fahrgäste verlässlich ihr Ziel in dieser Zeit erreichen können, sei nicht gegeben. Durch die Vielzahl der angekündigten Demozüge mit unterschiedlichen Längen könnten auch keine verlässlichen Ausweichrouten benannt werden.

Mehrere GöVB-Kollegen im Außendienst würden die Züge begleiten und versuchen, die Busse bestmöglich zu lotsen, erläutert Gallinat-Mecke. Wegen gesetzlicher Vorgaben zu Lenk- und Ruhezeiten müssten intern weitere Maßnahmen ergriffen werden, die zusätzlich zu vereinzelten Verspätungen und Ausfällen vorab führen könnten. Die üblichen internen Wechselmöglichkeiten stünden durch die Sperrungen der Innenstadt nicht zur Verfügung, heißt es weiter auf der Seite der GöVB.

Auch Schülerbeförderung betroffen

Durch die Demo-Züge sei „voraussichtlich auch die Schülerbeförderung betroffen“, teilt die Landkreisverwaltung mit. So sei auch von Beeinträchtigungen auch des überörtlichen Busverkehrs auszugehen. So könne es zu Verspätungen und Änderungen bei Abfahrtszeiten und -orten kommen. „Die betroffenen Schulen sind durch die Kreisverwaltung benachrichtigt“, heißt es in einer Mitteilung.

Am Freitag werde die Göttinger Polizei alles daran setzen, die Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr „so gering wie möglich“ zu halten, erklärt Sprecherin Jasmin Kaatz. Die Polizei sei mit „ausreichend Kräften“ im Einsatz. Verkehrsteilnehmer müssten sich aber auf Behinderungen einstellen.

Nach Angaben von Dominik Kimyon, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung, sind für die Demo-Züge vom Albaniplatz zum Bahnhof rund 3000 Teilnehmer angezeigt worden. Die vier Demozüge stehen unter den Themenschwerpunkte Agrarwende, Energiewende, Klimagerechtigkeit und Verkehrswende.

Unterstützung kommt von den Grünen

Unterstützung bei ihrem Demonstrationsaufruf erhalten die Mitglieder von „Fridays for Future“ von Stadt- und Kreisvorstand von Bündnis 90 / Die Grünen Göttingen. „Mit den bisherigen desaströsen und unambitionierten Ergebnissen des Klimapakets der großen Koalition kann niemand zufrieden sein, der es mit dem Klimaschutz wirklich ernst meint“, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Mit der aktuellen Politik „werden wir den Herausforderungen des Klimawandels nicht gerecht“. Zudem bezeichnen die Grünen das Vorgehen der großen Koalition als „Beruhigungspille“. Weitere offensive Protestaktionen seien nötig, um zu zeigen, dass dieser Konsens der GroKo „unseren Vorstellungen nicht gerecht wird“, erklärt Julian Arends vom Stadtvorstand. „Raus auf die Straße, mitmachen und mitdemonstrieren“, schlägt Almut Mackensen vom Kreisvorstand vor.

Platz für Gedanken, Meinungen und Beiträge zum Thema Klima

Ein Schaufenster als Fläche der freien Meinungsäußerung bietet der Contigo-Fairtrade-Shop in der Göttinger Innenstadt am Freitag. Das am Freitag geöffnete Geschäft verwandelt seine Schaufenster in Pinnwände. Passanten und Demonstranten haben die Möglichkeit, ihre Gedanken, Meinungen und Beiträge zum Thema Klima für alle sichtbar an die Fenster zu schreiben.

Fridays for Future in Göttingen. Quelle: Niklas Richter

Beschlüsse des Kreistags in Northeim zum Klimaschutz

Der Landkreis Northeim hat bereits zugestimmt, sich künftig stärker für den Klimaschutz einzusetzen. Deshalb werden dessen Städte und Gemeinden aufgerufen, aktiv zu werden und entsprechend zu handeln. Das hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen hatte beantragt, der Eindämmung der Klimakrise höchste Priorität einzuräumen. Zudem solle „bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigt“ werden. Im Kreistag entspann sich eine Debatte über die einzelnen Punkte. Einigkeit herrschte in dem Punkt, dass die bisherigen Maßnahmen und Planungen nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

„Ich sehe die Eindämmung des menschengemachten Klimawandels als eine Aufgabe aller kommunalen und staatlichen Ebenen an. Insbesondere werden die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichen, um die vereinbarten Reduktionsziele zu erreichen“, kommentierte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Aus diesem Grund – so der Beschluss des Kreistages – wird ein deutlich stärkeres Engagement beim Klimaschutz mit weiteren zusätzlichen Handlungsinitiativen von allen staatlichen Ebenen erwartet. In diesem Sinne appelliert der Landkreis Northeim sowohl an seine kreisangehörigen Städte und Gemeinden als auch an die Mitgliedskommunen des Niedersächsischen Landkreistages, sich verstärkt mit ihren Möglichkeiten im Klimaschutz auseinanderzusetzen, entsprechende Aktivitäten zu entwickeln und zielführende Maßnahmen zu ergreifen. Die Landrätin wurde darüber hinaus beauftragt, den Kreistag und die Öffentlichkeit über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Reduktion der CO²-Emissionen zu berichten.

„Generalstreik“ für Klimaschutz im September in Göttingen mit mehr als 7000 Teilnehmern. Quelle: Niklas Richter

Demonstration in Niedersachsen, Deutschland und der Welt

In Niedersachsen und Bremen wollen Schüler an mehr als 90 Orten demonstrieren. Bundesweit sind unter den Mottos #AlleFürsKlima und #NeustartKlima Aktionen und Kundgebungen in rund 500 Städten geplant. Beim vierten „globalen Klimastreik“ wollen nach Angaben von „Fridays for Future“ Menschen in 149 Ländern auf die Straße gehen. Anlass ist die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, die vom kommenden Montag bis zum 13. Dezember in Madrid tagt.

Allein in Hannover werden um 12.30 Uhr auf dem Opernplatz in der Innenstadt mehr als 7000 Demonstrierende erwartet. Vor dem Demo-Beginn um „fünf nach zwölf“ wollen die Initiatoren an verschiedenen Orten in der Stadt einen „Klima-Alarm“ läuten lassen. Unter anderem sind auch in Bremen, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg, Wolfsburg und Lüneburg Proteste geplant.

In Deutschland protestieren die Initiatoren zugleich gegen das Klimapaket der Bundesregierung. Sie bewerten die vor rund zwei Monaten verabschiedeten Maßnahmen gegen die Klimakrise als völlig unzureichend. Zusammen mit den Schülern wollen in dieser Woche an zahlreichen deutschen Hochschulen auch Studierende den Lehrbetrieb bestreiken. Unter dem Slogan „Public Climate School“ sollen stattdessen Diskussionen, Vorträge und Aktionen zum Klimawandel stattfinden.

Beim bislang letzten „globalen Klimastreik“ am 20. September waren Millionen Menschen auf die Straße gegangen. In Niedersachsen und Bremen hatten mehr als 100 000 Jugendliche und Erwachsene für den Klimaschutz demonstriert. In Göttingen waren mehr als 7000 Menschen auf der Straße.

Konkret fordert das Schülerbündnis unter anderem den Kohleausstieg bis 2030 und eine hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien bis 2035.

Auf diesen Routen geht es in Göttingen nach der Kundgebung Albaniplatz zum Bahnhof

Agrarwende: Herzberger Landstraße, Theaterplatz, Theaterstraße, Jüdenstraße, Weender Straße, Berliner Straße, Bahnhofsvorplatz.

Energiewende: Herzberger Landstraße, Friedrichstraße, Wilhelmsplatz, Barfüßerstraße, Weender Straße, Prinzenstraße, Goethe Allee, Berliner Straße, Bahnhofsvorplatz.

Klimagerechtigkeit:Herzberger Landstraße, Obere Karspüle, Wendenstraße, Rote Straße, Kornmarkt, Groner Straße, Groner Tor Straße, Berliner Straße, Bahnhofsvorplatz.

Verkehrswende:Herzberger Landstraße, Obere Karspüle, Albanikirchhof, Lange Geismar Straße, Kurze Geismar Straße, Bürgerstraße, Berliner Straße, Bahnhofsvorplatz.

Diese Demozüge der Schulen sind am Morgen Richtung Albaniplatz geplant

Freie Waldorfschule:ab 9.15, 80 Teilnehmer - Route: Arbecksweg, Max-Born-Ring, James-Franck-Ring, Roter Berg, Hannoversche Straße, Weender Landstraße, Barfüßer Straße, Wilhelmsplatz, Friedrichstraße, Herzberger Landstraße, Albaniplatz.

Otto-Hahn-Gymnasium:ab 10.45 Uhr, 300 Teilnehmer - Route: Godehardstraße, Berliner Straße, Weender Straße, Barfüßer Straße, Wilhelmsplatz, Friedrichstraße, Herzberger Landstraße, Albaniplatz.

IGS Geismar: ab 10.45 Uhr, 300 Teilnehmer - Route: Stadtstieg, Geismar Landstraße, Friedländer Weg, Herzberger Landstraße, Albaniplatz.

Hainberg-Gymnasium:ab 11 Uhr, 300 Teilnehmer - Route: Friedländer Weg, Herzberger Landstraße, Albaniplatz.

Uni Göttingen:ab 11 Uhr, 200 Teilnehmer.

BBS III: ab 11 Uhr, bis 100 Teilnehmer - Route: Ritterplan, Obere Karspüle, Herzberger Landstraße, Albaniplatz.

Theodor-Heuss-Gymnasium: Startzeit steht noch nicht fest, bis zu 100 Teilnehmer - Route: Thomas-Mann-Straße, Ewaldstraße, Herzberger Landstraße, Albaniplatz.

Von Michael Brakemeier und Tobias Christ / mit EPD

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