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Thema des Tages Jedes fünfte Rad im Bereich Duderstadt mit Mängeln
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00:29 29.06.2019
Johah durchfährt den Parcours an der Grundschule Obernfeld und zeigt einen Spurwechsel. Quelle: Niklas Richter
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Obernfeld

Die Fahrräder der Mädchen und Jungen der vierten Klasse der Grundschule Obernfeld hat Dierk Falkenhagen, Präventionsbeauftragter der Polizei Duderstadt am Dienstagmorgen kontrolliert.

Mit der Kontrolle in Obernfeld endet kurz vor den Sommerferien auch das Kontrolljahr der Polizei Duderstadt. „An zwölf Grundschulen haben wir mehr als 540 Fahrräder überprüft“, sagt Falkenhagen. Dabei habe jedes fünfte Rad Mängel aufgewiesen. In 40 Fällen stellte Falkenhagen Probleme mit den Bremsen fest und 64-mal war die Beleuchtung der Fahrräder nicht in Ordnung. Außerdem sei an drei Rädern der Lenker nicht fest gewesen, sodass die betroffenen Kinder nicht an dem anschließenden Parcours hätten teilnehmen können.

Während die Räder an zwölf Grundschulen im Bereich der Polizei Duderstadt untersucht wurden, fand der Parcours des ADFC, bei dem die Fahrsicherheit der Kinder getestet wird nur an acht Schulen statt. Fahrräder, die die Prüfung durch Falkenhagen erfolgreich durchliefen, erhielten im Anschluss eine Plakette. „Wer keine bekam, hat die Chance, das Fahrrad am nächsten Tag beim Lehrer erneut vorzuzeigen, und die dann zu bekommen“, so Falkenhagen.

Marie nimmt die Kette hoch und fährt mit ihr in der Hand eine Runde einhändig. Quelle: Niklas Richter

Geschicklichkeit und Sicherheit

Bei dem Parcours, der aus acht Aufgaben besteht, wird getestet, ob die Mädchen und Jungen ihr Fahrrad sicher beherrschen. „Unter anderem gehört ein Spurwechsel zu den Aufgaben, die die Kinder bewältigen müssen“, sagt Falkenhagen. Hierbei sei es wichtig, dass sie den Schulterblick richtig ausführen. Um dies zu kontrollieren, hält ein Kind aus der Gruppe eine Zahl in die Höhe, die das Kind, das den Parcours absolviert, nach dessen Beendigung nennen muss. Aber auch eine Geschicklichkeitsübung gehört dazu. Hier müssen die Mädchen und Jungen eine Kette von einem Magneten lösen und einhändig eine Kurve fahren und anschließend die Kette wieder ablegen. Weiterer Bestandteil ist eine Slalomstrecke, die zurückgelegt werden muss. „Ebenfalls wichtig ist der Bremstest, bei dem überprüft wird, ob die Mädchen und Jungen aus schneller Fahrt sicher zum Stehen kommen“, erklärt Falkenhagen.

Drei Prozent fallen durch

Im Parcours Marie. Quelle: Niklas Richter

Beim Parcours habe die Durchfallquote im vergangenen Kontrolljahr bei drei Prozent gelegen. Diese geringe Quote hat aus Sicht von Falkenhagen mehrere Gründe: Zum einen hätten die Mädchen und Jungen in der Schule eine Woche Zeit sich auf den Kurs vorzubereiten und zum anderen seien die Kinder, die durchfallen meistens welche, die erst spät Kontakt zum Fahrradfahren bekommen hätten. Zur Vorbereitung auf den Fahrradparcours bekommen die Schulen jeweils eine Woche lang den Anhänger mit dem Übungsmaterial wie Hütchen zum Aufstellen des Slalomparcours. An manchen Schulen, wie in Obernfeld, wird auch die Möglichkeit genutzt, unter Aufsicht von Falkenhagen eine Strecke durch den Ort zurückzulegen.

Eltern für Sicherheit verantwortlich

Fahrradkontrolle und Fahrradturnier für die 4. Klasse der Grundschule Obernfeld, durchgeführt von Polizeikommissar Dierk Falkenhagen Hier bringt er die Plakette an einem Rad an. Quelle: Niklas Richter

gel in diesem Jahr verhältnismäßig hoch gewesen sind, darüber kann Falkenhagen nur spekulieren. Doch eins betont er deutlich, Eltern dürften ihren Kinder nicht allein die Verantwortung dafür überlassen, ob ihr Fahrrad verkehrssicher ist, oder nicht. „Eltern sollten sich das Fahrrad nicht nur anschauen, sondern auch regelmäßig eine Funktionsprobe durchführen, bei der sie Bremsen und Beleuchtung auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen“, erklärt Falkenhagen. Die Kinder selbst könnten oftmals gar nicht beurteilen, ob ihr Rad verkehrssicher sei, und würden sich an die Gegebenheiten gewöhnen. „Wenn ich die Kinder frage, wie sie denn bislang gebremst haben, dann sagen sie, dass sie die Schuhe genutzt haben oder abgesprungen sind“, berichtet Falkenhagen. Insbesondere aufgrund dieser Tatsache ist der Polizist froh, dass es im Bereich der Polizei Duderstadt im vergangenen Jahr keinen Verkehrsunfall mit einem Kind auf dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule gegeben habe.

Im Video werden Aufgaben des Parcours kurz gezeigt:

Fahrradfahren im gesicherten Bereich üben

Kinder sollten möglichst früh an das Fahrradfahren herangeführt werden. Dazu gehört nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) aber nicht, dass Kinder so früh wie möglich ein eigenes Fahrrad bekommen, sondern dass sie beispielsweise mit einem Roller oder Laufrad an die Bewegungsabläufe herangeführt werden. Denn dadurch könnten sie lernen, das Gleichgewicht zu halten.

Generell gelte zwar, dass Kinder früh ans Fahrradfahren herangeführt werden sollten, doch sollten Eltern dabei darauf achten, ob das Kind schon in der Lage ist, ein Rad zu beherrschen oder nicht. Der ADFC weist zudem daraufhin, dass die ersten Fahrversuche nicht auf öffentlicher Straße, sondern auf Plätzen ohne Verkehr und unter Aufsicht der Eltern erfolgen sollten. Wichtig sei aber auch, dass die Kinder das richtige Fallen lernen. „Kinder sollten von Anfang an lernen, dass sie, wenn sie auf dem Rad sitzen, den Blick nach vorn richten“, sagt Nadine Danowski, Sprecherin des ADFC Niedersachsen. Wenn der Nachwuchs dann sicher fahren könne, sollten Eltern regelmäßig mit ihnen fahren.

Ein Erwachsener darf auf Gehweg begleiten

Hierbei gilt allgemein, dass Kinder bis acht Jahre auf dem Gehweg radeln müssen. „Seit 2016 dürfen sie hierbei auch von einer Begleitperson über 16 Jahren auf dem Gehweg begleitet werden“, sagt Danowski. Neu dabei ist auch, dass vor dem Überqueren einer Fahrbahn abgestiegen werden muss. Eine gesetzliche Vorgabe, ab wann Kinder sich allein im Straßenverkehr bewegen dürfen, gibt es nicht. „Mit Grundschulkindern sollten Eltern gemeinsam einen sicheren Schulweg finden und ihn zusammen erproben. Dabei sollte man das Kind auch einmal vorneweg fahren lassen, um zu sehen, ob es ohne Anweisungen an den richtigen Stellen bremst und anhält“, sagt Danowski.

Unter Aufsicht der Verkehrswacht üben

Aus Sicht von Peter Hüttenmeister, Vorsitzender der Verkehrswacht Göttingen, ist die Radführprüfung eine Voraussetzung, damit Kinder allein am Straßenverkehr teilnehmen können. „Vorher ist es zu gefährlich. Die vielfältigen Anforderungen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr müssen erst erlernt werden“, sagt Hüttenmeister. Doch was ist, wenn ein Kind das richtige Fahrradfahren trotz der Unterstützung durch die Eltern nicht erlernt? dann bietet die Verkehrswacht beispielsweise beim Fahrradaktionstages des Landkreises einen Fahrradparcours an. „Leider gibt es in Göttingen keinen Übungsplatz auf dem Radfahrer eine sichere Fahrweise üben können. Die Verkehrswacht Göttingen wirbt dafür, dass im Rahmen des Masterplan Zukunftsfähiger Radverkehr auch Übungsplätze für Radfahrer und auch E-Bike-Fahrer geschaffen werden“, erklärt Hüttenmeister. Bei gemeinsamen Ausflügen sollten Eltern sich zudem laut Danowski ihrer Vorbildfunktion bewusst sein, und nicht nur richtig auf den Verkehr achten, sondern auch einen Helm tragen.

Richtige Größe wichtig

Beim Kauf des Kinderfahrrads sollten Eltern darauf achten, dass das Fahrrad auch die richtige Größe für das Kind hat. Die richtige Größe habe es in der Regel, wenn der Nachwuchs mit beiden Beinen bequem auf dem Boden stehen kann, wenn er auf dem Sattel sitzt und aufrecht sitzend den Lenker bedienen kann. „Wichtig ist eine kindgerechte Ausstattung, zum Beispiel ein Prallschutz an den Griffen, damit sich die Kinder nicht an den Lenkerenden verletzen können“, teilt der ADFC mit. Damit das Fahrrad auch tatsächlich verkehrssicher ist, benötigt es Reflektoren, zwei Bremsen und Schutzbleche. Als Faustregel gelte ein 18 Zoll Rad bei einer Körpergröße von 112 bis 125 cm, 20 Zoll für 125 bis 140 cm Körpergröße, 24 Zoll für 140 bis 160 cm Körpergröße, 26 Zoll ab 160 cm Körpergröße und 28 Zoll ab 170 cm Körpergröße.

Kind zum Kauf mitnehmen

Damit ein Helm den Kopf beim Sturz vor Verletzungen schützen könne, müsse er richtig passen. „Er darf nicht wackeln, über die Stirn oder in den Nacken rutschen. Das Kind sollte also in jedem Fall beim Kauf des Fahrradhelms dabei sein“, heißt es auf der Internetseite des ADFC. Beim Kauf sei zudem zu beachten, dass Optik zwar wichtig sei, damit der Helm gern getragen werde, doch passe nicht jeder Helm zu jeder Kopfform. Um festzustellen, ob der Helm richtig passt, sollte er dem Nachwuchs waagerecht aufgesetzt werden und festgestellt werden.

Der Helm soll beim Kopfschütteln fest sitzen bleiben. Quelle: Christina Hinzmann

Danach sollte der Helm fest auf dem Kopf des Kindes sitzen, aber nicht drücken. „Ist dies schon bei der Anprobe der Fall, wird das Kind später mit ihm nicht froh“, rät der ADFC. Ob der Helm tatsächlich fest genug sitze, könne überprüft werden, indem das Kind den Kopf kräftig schüttele. Wenn er dabei fest am Kopf sitzen bleibe, dann sei er für das Kind richtig. Doch auch wenn der Helm beim Kauf gepasst habe, sollten die Einstellung der Gurte regelmäßig überprüft werden. Anpassung sei zudem auch nötig, wenn das Kind beispielsweise im Herbst eine Mütze unter dem Helm trage.

Beim Helm ist nicht nur die Optik entscheidend. Quelle: Christina Hinzmann

Beim Kauf des Helms sollten Eltern darauf achten, dass in ihm das Herstellungsdatum vermerkt sei, denn dadurch, dass Kunststoffe altern, müssten die Helme nicht nur, wenn sie zu klein sind, sondern generell nach etwa drei Jahren ausgetauscht werden, heißt es vonseiten des ADFC.

Außer einem Helm sollte das Kind auch mit einem Schloss für sein Fahrrad ausgestattet werden. Dies sollte mindestens eine mittlere Sicherheit aufweisen. Die Bemessung der Sicherheitsstufen erfolgt danach, welche Zeit benötigt wird, um das Schloss zu knacken. Außerdem solle das Rad nicht nur mit einem Schloss gesichert werden, sondern zusätzlich auch an etwas angeschlossen werden.

Das Fahrrad sollte mitdem Schloss an etwas angeschlossen werden. Quelle: Christina Hinzmann

Von Vera Wölk

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