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Thema des Tages Kita-Plätze: So ist die Versorgung in Göttingen und der Region
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09:58 09.10.2019
Gemeinsam mit anderen Kindern neue Erfahrungen sammeln ist ein wichtiger Aspekt in einer Kindertagesstätte. Quelle: Schwarze
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Göttingen

Bei der Stadt Göttingen sind neben dem Ausbau der Krippenplätze für die unter Dreijährigen auch die Schaffung neuer Kindergartengruppen geplant. Denn entgegen dem jahrelangen Trend hat sich die Zahl der Kinder, die einen Platz benötigen, deutlich erhöht.

„In der letzten Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung war ein Ausbau des Angebots an Krippen- und Kindergartenplätzen vorgesehen. So ist bis zum Ende des Planungszeitraums die Schaffung von 249 Krippenplätzen sowie 222 Kindergartenplätzen vorgesehen“, erläutert der Verwaltungssprecher der Stadt Göttingen, Dominik Kimyon. Das Ende des Planungszeitraums ist der 1. August 2024.

Kaum geeignete Flächen

„Der Ausbau geht aber natürlich nicht über Nacht. Das liegt daran, dass wir in der Stadt kaum geeignete Flächen haben“, erläutert Verwaltungssprecher Dominik Kimyon. Wartelisten würden in nahezu jeder Einrichtung im Stadtgebiet (insgesamt 101 Kindertagesstätten, davon 13 in städtischer und 88 in freier Trägerschaft) existieren. Monatlich wird eine aktualisierte Liste von freien Plätzen je Betreuungsform in Göttingen sowohl der städtischen Kitas wie auch der freien Träger in Göttingen bereitgestellt. Diese ist über die Internetseite der Stadt Göttingen einsehbar. „Über die freien Plätze in Göttingen werden anfragende Eltern informiert und auch auf die Tagespflegebörse verwiesen“, erklärt Kimyon.

Auf den Wartelisten im vergangenen Kindergartenjahr 2018/2019 gab es 386 Kinder bei den Krippenplätzen, 129 bei den Kindergartenplätzen und 21 bei den Grundschulkindern. „Die Verwaltung geht davon aus, dass die Anzahl der nicht versorgten Krippen- und Grundschulkinder in etwa stabil bleiben, während die Zahl der nicht versorgten Kindergartenkinder steigen wird“, berichtet Kimyon.

Schminken steht bei kleinen Mädchen hoch im Kurs. Quelle: Richter

235 Flexi-Kinder

2138 Kinder gab es zum Stichtag 1. August 2019, die einen Anspruch auf einen Krippenplatz haben. Darüber hinaus gab es 3043 Kinder mit Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Unter ihnen befinden sich auch 235 sogenannte „Flexi-Kinder“. Bei ihnen entscheiden die Eltern, ob sie ihre Kinder einschulen lassen möchten oder nicht. „Für wie viele von diesen Kindern ein Rechtsanspruch geltend gemacht wird, kann nicht benannt werden“, sagt Kimyon.

Nicht feststellen lässt sich, wie viele dieser Kinder tatsächlich einen Betreuungsplatz haben beziehungsweise sich für einen Betreuungsplatz angemeldet haben. Wenn allerdings die Platzzahlen (1499 Krippen- und 2842 Kindergartenplätze sowie 898 Plätze für Kinder im Grundschulalter) auf die Kinder mit Rechtsanspruch umgelegt werden, dann stehen für 70,1 Prozent der Krippenkinder und 93,3 Prozent der Kindergartenkinder (Flexi-Kinder mit einbezogen) ein Betreuungsplatz zur Verfügung. „Hierbei ist aber zu bedenken, dass auch Krippenkinder im Alter unter einem Jahr betreut werden und auch ortsfremde Kinder betreut werden“, erklärt Kimyon abschließend.

Nachfrage übersteigt im Landkreis das Angebot

Es gibt gute Nachrichten für den Nachwuchs im Landkreis Göttingen. In 21 von 31 Gemeinden sind Erweiterungen oder eine neue Einrichtung bereits geplant beziehungsweise werden bereits umgesetzt, wie Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises, erklärte.

Denn in vielen Gemeinden übersteigt die Nachfrage noch das Angebot an Betreuungsplätzen. Laut Angaben der Gemeinden standen im März 2019, dabei handelt es sich um den Monat der Datenerhebung, im gesamten Landkreis 517 Kinder für eine Betreuung in Kindertagesstätten auf einer Warteliste. Dies bedeutet, dass für diese Kinder zu Beginn des Kita-Jahres 2019/2020 im August kein Platz zur Verfügung stand.

Unterschiedliche Situationen in den Gemeinden

„Dabei ist die Situation in den Gemeinden sehr unterschiedlich. Zudem bildet diese Zahl nur eine Momentaufnahme“, erläutert Lottmann. Nicht berücksichtigt würde dabei die mögliche Bedarfsdeckung durch die Kindertagespflege, mögliche Doppelanmeldungen und die tatsächliche Situation im August, da durch neu geschaffene Plätze doch mehr Kinder versorgt werden konnten, als angenommen.

Im Landkreis Göttingen stehen nach Angaben der Gemeinden ab dem Kita-Jahr 2019/2020 (August) insgesamt 1338 Plätze in Krippen und 5695 Plätze in Kindergartengruppen zur Verfügung. 570 Hortplätze verteilen sich auf 29 Gruppen (Stand April 2019). Diese Angebote verteilen sich über den kompletten Landkreis auf 124 Krippen und Kindergärten sowie acht Horte. Nicht mit eingerechnet worden sind hier Sonderkindergärten sowie die Nachmittagsbetreuung an Schulen, da die letztgenannte Gruppe dem Schulrecht unterliegt.

Der sogenannte Betreuungsanspruch besteht für alle Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres. „Dieser kann für unter Dreijährige durch eine Krippenbetreuung oder die Kindertagespflege und für über Dreijährige vor allem durch Betreuung in Kindertagesstätten gedeckt werden“, erläutert der Landkreis-Sprecher. Dies wären nach den Einwohnerzahlen der Gemeinden 8934 Kinder. Lottmann weiter: „Dies ist aber nicht die Planungsgröße, da der Bedarf bei den unter Dreijährigen nicht bei 100 Prozent liegt.“

Bedarf liegt bei etwa 73 Prozent

Ein durchschnittlicher Bedarf, den kompletten Kreis mit einbezogen, läge laut Planungsüberlegungen für ein- bis zweijährige Kinder bei etwa 57 Prozent und für Kinder im Kindergartenalter bei ungefähr 84 Prozent. „Bezogen auf die Gesamtgruppe der Krippen-und Kiga-Kinder liegt der Bedarf bei etwa 73 Prozent der Gesamtzahl“, erklärt er.

Weiter Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben auch die Kinder, die eigentlich schon in die Schule gehen könnten, von ihren Eltern aber aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht geschickt werden. Nach Aussagen der Gemeinden haben von dieser Möglichkeit im gesamten Kreisgebiet insgesamt 165 Kinder Gebrauch gemacht.

Spielen und Toben an der frischen Luft wird von den Kindern geliebt. Quelle: Koch

Kita-Portal in Northeim wird gut angenommen

Im Landkreis Northeim haben sich für das laufende Kindergartenjahr nicht alle Belegungswünsche der Eltern realisieren lassen. „Grundsätzlich versuchen die zuständigen Städte und Gemeinden beziehungsweise Kindertagesstätten dem Erstwunsch zu entsprechen. Dies ist jedoch nicht in allen Fällen möglich“, erklärt der Sprecher des Landkreises Northeim, Dirk Niemeyer.

In einzelnen Städten beziehungsweise Gemeinden seien Wartelisten für das laufenden Kindergartenjahr 2019/2020 sowie für die folgenden Jahre vorhanden. Durch die unterjährige (während des Jahres, im Jahresverlauf) Platzvergabe würde sich die Betreuungssituation dauernd verändern, so der Landkreissprecher. So würden Kinder, die im laufenden Kita-Jahr das erste Lebensjahr vollenden, neu in der Krippe aufgenommen oder Kinder, die das dritte Lebensjahr vollenden, wechseln von einer Krippe- in eine Kindergartengruppe. Dabei würde es durchaus vereinzelt vorkommen, dass alternative Betreuungsplätze von Eltern abgelehnt und eine gewisse Wartezeit in Kauf genommen werden würde, weil die „Wunsch-Kita“ keinen Platz frei hat.

Anmeldeprozess vereinfachen

Sehr gut angenommen worden ist das sogenannte Kita-Portal, das der Landkreis Northeim gemeinsam mit den Städten und Gemeinden sowie den Kindertagesstätten im Januar 2019 online geschaltet worden ist. Hintergrund war, dass für Eltern eine familienfreundliche digitale Infrastruktur geschaffen werden sollte, um den Anmeldeprozess zu vereinfachen. Fast ausnahmslos wurde dieser Service von Beginn an genutzt.

„Die Platzvergabe ab Frühjahr 2019 konnte bereits von neun der elf Städte und Gemeinden über das Portal erfolgen. Eltern können ihre Kinder ab der Geburt für einen Betreuungsplatz vormerken“, erläuterte Niemeyer. Grundsätzlich sei eine Vormerkung für drei Jahre im Voraus möglich. Damit soll der Betreuungsbedarf frühzeitig erkannt werden. Dazu der Landkreis-Sprecher: „Für die Kommunen und Kindertagesstättenträger bedeutet dies mehr Transparenz und verbesserte Planbarkeit.“

Quote im Kindergartenalter liegt bei 90,3 Prozent

78 Kindertageseinrichtungen gibt es im Landkreis Northeim. In ihnen entfallen am Stichtag (1. Februar 2019) 817 auf Krippenplätze, 3677 auf Kindergartenplätze und 328 auf Hortplätze. Dies bedeutet eine Versorgungsquote mit Krippenplätzen von 42,7 Prozent und mit Kindergartenplätzen auf 100,4 Prozent. Die Betreuungsquote betrug am Stichtag (1. Februar 2019) 38,9 Prozent bei Kindern im Krippenalter und 90,3 Prozent im Kindergartenalter. „Vergleicht man die prozentualen Anteile in den verschiedenen Altersgruppen, so werden 27 Prozent der ein bis unter zweijährigen, 50 Prozent der zwei bis unter dreijährigen, ab dem dritten Lebensjahr 90 Prozent und im letzten Kindergartenjahr sogar 99 Prozent der Kinder betreut“, verdeutlicht Niemeyer.

Kinder ab drei Jahren haben einen Rechtsanspruch

Rechtsanspruch besteht seit 1. August 2013

Seit 1996 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab drei Jahren. Seit dem 1. August 2013 haben Kinder laut Sozialgesetzbuch (§ 24) ab einem Jahr einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Für Kinder bis drei Jahre gilt der Anspruch auch für eine Tagesmutter als Alternative zur Kita. Der Rechtsanspruch Kita ist nicht von den persönlichen Umständen abhängig. Maximal 15 Kinder dürfen in einer Krippengruppe betreut werden, maximal 25 in einer Kindergartengruppe und ein Hort darf maximal 20 Betreuungsplätze aufweisen. Gehören einer Kindergartengruppe mehr als drei Kinder anderer Altersstufen an, so ist die zugelassene Höchstzahl je Kind im Alter bis zu drei Jahren um einen Platz und je Schulkind um einen halben Platz zu verringern.

Von Vicki Schwarze

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