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Thema des Tages Maisanbau recycelt den CO2-Ausstoß
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21:00 13.05.2018
Maisfeld bei Dransfeld. Quelle: Vera Wölk
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Außerdem habe Mais einen positiv Einfluss auf die Milchleistung seiner Kühe. In der Kombination mit Kraftfutter würden seine Kühe im Schnitt am Tag zwischen 22 und 23 Litern Milch geben. „Dies hängt mit dem hohen Energieertrag, den Mais hat zusammen“, erklärt Henze. In dem Futter, das er seinen Tieren gebe verwende er ausschließlich Getreide, das er selbst angebaut hat. Rund 50 Prozent der Mischung sei Mais. Ein Vorteil von Mais sei zudem auch, dass er im Vergleich zu anderen Pflanzen nur wenig Pflanzenschutzbehandlungen mit Unkrautbekämpfungsmitteln benötige. Meistens reiche bereits eine Behandlung aus. „Mais ist eine Pflanze, die noch relativ gesund ist“, sagt Henze. Außerdem biete sie einen hohen Ertragswert pro Hektar. Wenn der Mais gedroschen werde, liege der Ertrag bei 120 bis 130 Dezitonnen. Beim Hexeln von Trockenmais seien zwischen 650 und 700 Dezitonnen möglich. „Mais kommt mit den klimatischen Bedingungen bei uns gut zurecht“, erklärt Henze. Er sei eine relativ Stress-unempfindliche Pflanze. „Allerdings können im Herbst, wenn der Mais zwischen 2,5 Metern und drei Metern hoch ist, Sturm und Hagel zu einem Problem für ihn werden“, sagt Henze. Dies sei der Fall, weil die Pflanze über relativ große Blätter verfüge.

Gesät wird bei Mais bei Henze im Betrieb im April. Hierfür besitze er extra eine eigene Mulchsaatmaschine. Bei einer Temperatur über acht Grad Celsius gehe der Mais dann auf. Derzeit sei schon gut erkennbar, auf welchen Flächen in diesem Jahr Mais angebaut werde. Da Mais viel Kohlenstoffdioxid aufnehmen könne, sei er eine Kohlenstoffdioxid neutrale Pflanze. „Ein Hektar Maisanbau „recycelt“ den CO2-Ausstoß von 60.000 km Autofahrt“, berichtet Henze. Deshalb eigene er sich auch für den Klimaschutz. Dies sieht Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolkes Göttingen ähnlich, weil der Anbau von Mais eine natürliche Minderung des Kohlenstoffdioxids bedeute.Ein weiterer Vorteil des Anbaus von Mais sei, dass dieser vielfältig verwendet werden könne. „Beispielsweise wird Mais mittlerweile auch zur Herstellung von abbaubarer Folie verwendet“, erklärt Henze.

In der Nutzung von Mais für Biogasanlagen sieht Henze kein Problem, weil es aus dieser Nutzung auch wieder eine Rückgewinnung für die Landwirtschaft gebe. „Das entstandene Gärsubstrat bekommen wir als organischen Dünger“, sagt Henze. Deshalb sei Mais einfach eine weitere Pflanze zur Erweiterung der Fruchtfolge. Außerdem gelinge mit den Biogasanlagen eine gute Wärmenutzung. In Rosdorf würden unter anderem das Freibad, die Justizvollzugsanstalt und das Alten- und Pflegeheim Johannishof mit Wärme aus der Biogasanlage versorgt. Zudem bekämen auch die Göttinger Stadtwerke Wärme aus der Biogasanlage. „Aus meiner Sicht ist dies ein positiver Effekt für Göttingen“, erklärt Henze.

Ralf Bartens zeigt Körnermais. Quelle: Vera Wölk

Keine Monokulturen in Göttingen

Im Bereich Göttingen werden nach Angaben von Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks Göttingen, zwischen 7000 und 8000 Hektar Mais angebaut. Die Hälfte davon werde für Biogasanlagen genutzt.

Mais ist bei uns generell gern gesehen, da er eine Erweiterung der Fruchtfolge darstellt“, sagte Hübner. Denn es gebe hier im Bereich nach wie vor eine starke Konzentration auf Wintergetreide. In der Fruchtfolge sei es aber wichtig, dass es einen Wechsel zwischen sogenannten Blattfrüchten wie Kartoffeln und Getreide gebe. Aus Sicht Hübners ist es kein Problem, dass derzeit die Hälfte des angebauten Mais für die Biogasanlagen verwendet werden, da von Seiten des Marktes entschieden werde, wofür der Mais Verwendung findet. Für ihn ist die Diskussion, ob es sinnvoll ist Lebensmittel zur Energiegewinnung zu nutzen zwar sinnvoll, dürfte aber nicht nur auf Mais beschränkt werden. Denn es gebe mehrere Pflanzen, die nur stofflich und nicht als Lebensmittel genutzt werden, obwohl es die Möglichkeit gebe. Zudem sei die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung auch von der Politik gewollt. „Gleichzeitig werden eine Vielzahl der vorhandenen Flächen nicht mehr für den Ackerbau genutzt. Denn die intensive Nutzung von Flächen ist wiederum politisch nicht unbedingt gewollt“, sagte der Geschäftsführer des Landvolks. Für Hübner sind die Blühflächen, die derzeit verstärkt auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen angelegt werden ein Problem. „Denn dadurch verlieren wir weitere Anbauflächen, denn eine Fläche kann nur einmal genutzt werden“, sagte er. Für die Nutzung in Biogasanlagen sei Mais zudem effizienter als beispielsweise Grassilage, weil er eine höhere Energieeffizienz aufweise.

Eine Monokultur Mais gibt es hier in der Region aus seiner Sicht bislang nicht. „So etwas zu behaupten ist dummes Zeug“, meinte der Geschäftsführer des Landvolks. Ihm selbst sei dieses Problem nur aus dem Oldenburger-Bereich bekannt. „Bei uns kann dies maximal der Fall sein, wenn ein Milchviehbetrieb der nur über wenige Flächen verfügt mehrmals hintereinander Mais an einer Stelle anbaut“, sagte Hübner. Außerdem verweist er darauf, dass auch andere Anbauarten eine große Fläche in Anspruch nehmen und die Größe der am Stück bewirtschafteten Flächen im Bereich Göttingen im Vergleich zu anderen Regionen nur im Mittelfeld liegen würde.

Für Ralf Bartens aus Groß Ellershausen hat die Zunahme des Maisanbaus auch etwas damit zu tun, dass der Mais mit den veränderten klimatischen Bedingungen besser zurechtkomme als beispielsweise Raps. Deshalb geht er davon aus, dass der Anbau von Mais in den kommenden Jahren weiter zunehmen werde. „Wenn Pflanzen wie Raps mit dem Klima nicht mehr zurechtkommen, dann müssen wir nach Alternativen gucken“, sagte er.

Columbus brachte Mais nach Europa

Zunächst wurde Mais hauptsächlich in Zentralmexiko angebaut. Nachdem Christoph Kolumbus die Pflanze in der Karibik entdeckt und mit nach Europa gebracht hatte, wurden in Spanien 1525 die ersten Maisfelder angebaut.

In Deutschland gelang der Anbau von Mais im 16. und 17. Jahrhundert nur in den wärmeren Regionen wie dem Rheinland. Nachdem es in den Jahren 1805 und 1806 wegen einer Pflanzenseuche zu großen Ausfällen in der Kartoffelernte gekommen war, sei damit begonnen worden, Maissorten zu züchten, die für das Klima in Mittel- und Nordeuropa geeignet waren. Dennoch diente Mais weiterhin hauptsächlich als Tierfutter. Die Ausbreitung des Maisanbaus begann in den 1970er-Jahren, nachdem an die hier herrschenden Standortverhältnisse angepasste Sorten entwickelt worden waren. Der meiste Mais wird mittlerweile in den USA angebaut. Im vergangenen Jahr haben die USA rund 360 Millionen Tonnen Mais angebaut. Er besteht zu etwa 72 Prozent aus Wasser. Außerdem sind in dem Getreide Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate enthalten. Verwendung als Lebensmittel findet Mais unter anderem als Gemüse oder als Hauptzutat von Cornflakes und Popcorn.

Von Vera Wölk

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