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Thema des Tages Die besten Radwege und Tipps für Göttingen und die Region
Thema Specials Thema des Tages Die besten Radwege und Tipps für Göttingen und die Region
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06:03 06.06.2018
Die vielen Radwege in Göttingen und der Region sind für Radfahrer attraktiv.
Die vielen Radwege in Göttingen und der Region sind für Radfahrer attraktiv. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Fußballschiedsrichter fahren normalerweise mit dem Auto zu den Spielen und kommen in der Regel 30 Minuten vor Spielbeginn an. Ganz anders ist es bei Burkhard Schlote aus Bilshausen: Der 59-Jährige Eichsfelder nimmt das Rad. Dabei spielen Wetter und Entfernung keine Rolle.

„Ich fahre etwa 20.000 bis 23.000 Kilometer im Jahr. Da sind die Anfahrten zu den Spielen nichts Besonderes“, sagt Schlote, der seit knapp 30 Jahren aktiver Schiedsrichter ist und im Eichsfeld für seine spezielle Anreise bekannt ist.

Burkhard Schlote, Fußballschiedsrichter aus Bilshausen, der stets mit dem Fahrrad zu den Spielen fährt. Quelle: r

Der Angestellte der Deutschen Bahn arbeitete früher in Neu-Eichenberg, von wo aus er regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fuhr. Jetzt in Northeim arbeitend, habe sich daran nichts geändert. Doch der 59-Jährige schränkt ein: „Ich fahre sehr gern Rad – trocken sollte es aber schon sein. Ansonsten stören mich geringere Temperaturen keinesfalls.“

Drei „Rennmaschinen“

Schlote besitzt drei Räder, die er als „Rennmaschinen“ bezeichnet. Jede von ihnen hat einen Wert von etwa 5000 Euro. „Ich nehme immer das Rad, das mir gerade gefällt. Damit fahre ich dann los, aber alle zwei Jahre müssen sie bei der Kilometerleistung gewartet werden. Zwei meiner Räder haben schon 40.000 Kilometer runter, eins erst 18.000“, berichtet Schlote.

Die Anreise zu den Spielen in der Region mit dem Rad ist bereits Kult: „Das wissen eigentlich alle – sie fragen mich nach dem Spiel, ob ich Fahrtgeld bekomme, weil ich ja mit dem Rad angereist bin. Bisher habe ich die Anreise aber immer bezahlt bekommen“, sagt der Referee.

Die „Rennmaschinen“ von Burkhard Schlote. Quelle: r

Seine bislang weiteste Fahrt als Unparteiischer legte der Bilshäuser zu einem Kreisligaspiel hin: Benterode gegen Jahn Hemeln. „Das Spiel wurde nach Benterode verlegt, weil in Hemeln etwas umgebaut wurde. Zudem war es das Spitzenspiel der Liga“, blickt Schlote zurück. Die gut 140 Kilometer hin und zurück fuhr er natürlich mit dem Rad.

„Wer so viele Kilometer fährt, ist fit.“

Auf die Frage, ob sich die etwas anstrengendere Anfahrt auf die Kondition im Spiel auswirke, antwortet Schlote trocken: „Wer so viele Kilometer fährt, ist fit. Da machen 90 Minuten Fußball mir nichts aus. Und dann steht mir ja immer noch der Rückweg bevor.“

Das Auto des Eichfelders kommt nur bei schlechtem Wetter zum Einsatz. Regen störe Schlote nur auf dem Hinweg zum Spiel. „Hinterher stört mich das nicht. Ich möchte nur nicht schon nass ankommen, sodass ich mich erkälte.“

Fakt ist, dass viele Zeitgenossen nicht einmal mit dem Auto auf mehr als 20.000 gefahrene Kilometer im Jahr kommen – für Schlote ist das hingegen selbst mit dem Fahrrad kein Problem. Die nächste Ansetzung ist ein Spiel in Osterode. Für den Bilshäuser eine kurze Anfahrt, denn den Schiedsrichter trennen in diesem Fall nur 30 Kilometer vom Spielort.

Helm und Schloss sind – neben dem Rad selbst – die wichtigsten Utensilien für Radfahrer. Der Experte gibt Tipps für den Kauf.

Tipps für den Kauf von Helmen und Schlössern

Beim Fahrradfahren sollten die Fahrer nicht nur genügend Verpflegung dabei haben, sondern auch auf einen passenden Helm achten. Beim Kauf eines Helms sollte nach der optimalen Passform und nicht nach modischen Aspekten entschieden werden.

„Damit der Helm gut sitzt, messen wir, wenn ein Kunde zu uns ins Geschäft kommt, als Erstes seien Kopfumfang“, erklärt Thomas Oelze, Inhaber von Oelle´s Bike Service in Göttingen. Anhand des Kopfumfangs sucht er dann passende Helme für den Kunden heraus. Außer der richtigen Größe sei dann auch die Passform noch ein wichtiges Kriterium. Die Helme verfügen laut Oelze über Verstellsysteme, durch die der Helm individuell auf jeden Kunden eingestellt werden kann.

Welche Kriterien ein Helm erfüllen muss, um in Deutschland zugelassen zu werden, ist genau geregelt. Unter anderem muss er bei einem Aufprall einem bestimmten Druck aushalten, ohne das er reißt. „Die Helme von Markenherstellern erfüllen die Sicherheitsanforderungen in den meisten Fällen doppelt“, sagte Oelze. Ein Kriterium beim Helmkauf sei das Material, aus dem der Helm bestehe, und ob der Kopf durch vorhandene Lüftungsschlitze während der Fahrt ausreichend belüftet werde.

„Billiger Helm ist besser als keiner“

„Ein Fahrradhelm kann nach jetzigem Stand bis zu acht Jahre lang getragen werden, danach sollte er ausgetauscht werden. „Durch die UV-Einstrahlung härtet das Material nach und wird spröde. Dadurch kann es schneller reißen“, sagte Oelze. Er appelliert zudem an die Fahrradfahrer beim Fahren immer einen Helm zu tragen, denn selbst ein billiger Helm sei besser als keiner. „Ein Helm verhindert in den meisten Fällen schwere Kopfverletzungen“, erklärte Olelze. Deshalb sei er auch für die Einführung einer generellen Helmpflicht.

Thomas Oelze von Oelle´s bike service in der Jüdenstraße zeigt Trends bei Helmen und Schlössern. Quelle: Christina Hinzmann

Bislang gibt es in Deutschland nur eine Empfehlung mit Helm unterwegs zu sein, bei Missachtung muss der Fahrradfahrer aber keine Straße zahlen. Auch wenn die Farbe erst einmal kein Kriterium beim Helmkauf sein sollte, so bieten die Firmen sowohl für Kinder, als auch Erwachsene eine breite Farbauswahl an. Für Kinder gibt es zusätzlich noch zahlreiche Motive, die auf den Helmen zusehen sind. Beispielsweise können die jungen Fahrradfahrer zwischen Blumen, Fischen und Pferden wählen. „Bei den Erwachsenen ist matt-schwarz eine beliebte Farbe“, sagte Oelze. Je nachdem, ob der Helm im Freizeit- oder Sportbereich genutzt werde, gebe es verschiedene Varianten.

Bügelschloss am Besten

Fast so unverzichtbar wie ein Helm ist ein passendes Schloss. „Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das Schloss mindestens eine mittlere Sicherheit, dies entspricht der Kategorie sechs, hat“, sagte Oelze. Die Sicherheitsstufen werden danach bemessen, in welcher Zeit es gelingt, ein Fahrradschloss zu knacken. Um einen guten wirklichen Schutz zu haben, sollte laut Oelze ein Bügelschloss der oberen Preisklasse verwendet werden. Wichtig sei zudem, dass das Fahrrad an etwas festgeschlossen werde.

Ob ein Bügelschloss, ein Stahlschloss oder ein Kabelschloss verwendet werde, sei für den Sicherheitsaspekt nicht relevant. „Dies ist einfach eine Handhabungssache und hängt auch davon ab, wo ich das Fahrrad anschließen möchte“, sagte Oelze. Ein Unterschied mache hingegen, ob das Schloss mit einem Schlüssel abgeschlossen oder über ein Zahlensystem verschlossen werde, denn letztere seien in der Sicherheit niedriger eingeschätzt. Doch ähnlich wie bei den Helmen gelte: Ein günstiges Schloss ist besser als keins.

Radfahren in der Stadt Quelle: Swen Pförtner

Die wichtigsten Verkehrsregeln für Radfahrer

Die wichtigsten Verkehrsregeln- und schilder für Radfahrer laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC):

Radwege: Es gibt benutzungspflichtige und nicht benutzungspflichtige Radwege. Erstere erkennt man an dem runden blauen Schild mit dem Fahrrad darauf: Auf solchen Wegen müssen Radfahrer fahren, auch wenn sie meinen, auf der Straße schneller voranzukommen. Radwege sind nicht benutzungspflichtig, wenn das Verkehrsschild nicht dort steht, sondern sie auf dem Boden nur rot markiert oder mit einem Fahrradsymbol auf dem Boden gekennzeichnet sind.

Geteilte Wege mit Fußgängern: Ob ein Rad- und Gehweg nebeneinander verlaufen und getrennt genutzt werden oder Radfahrer und Fußgänger einen Weg gemeinsam nutzen müssen, ist ebenfalls an den Verkehrsschildern erkennbar: Bei getrennten Wegen handelt es sich um ein rundes blaues Schild mit einem Fahrrad und Fußgängern darauf, die durch einen senkrechten Strich voneinander getrennt sind. Bei gemeinsamen Wegen verläuft der Strich waagerecht.

Rechts vorbeifahren: Radfahrer dürfen auch rechts an wartenden Autos vorbeifahren, wenn ausreichend Raum vorhanden ist (etwa 1 Meter). Dieses Rechtsüberholen ist nur zwischen der Fahrzeugkolonne und dem Bordstein erlaubt, nicht zwischen Fahrzeugschlangen.

Rechtsfahrgebot: Radfahrer müssen sich nicht nur auf der Fahrbahn, sondern auch auf Radwegen, Radfahrstreifen, frei gegebenen Gehwegen, Schutzstreifen und Fahrradstraßen rechts halten.

Einbahnstraßen und Durchfahrt-verboten-Schilder: Wie für Autos gelten auch diese Schilder für Radfahrer. Ausnahme: Wenn ein „Fahrräder frei“-Schild darunter hängt, dürfen Radfahrer Einbahnstraßen auch von der anderen Seite durchfahren.

Abbiegen: Wer abbiegen will, muss das rechtzeitig und deutlich mit dem ausgestreckten Arm anzeigen.

Fahrrad parken: Fahrräder darf man nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) am rechten Fahrbahnrand abstellen, nachts aber nur mit eigener Beleuchtung oder Parkwarntafel, wobei das heutzutage nicht mehr üblich ist. Ausgewiesene Parkflächen dürfen benutzt werden, sofern sie nicht durch Zusatzzeichen bestimmten Fahrzeugarten vorbehalten sind. Fahrräder darf man auch auf Gehwegen, Plätzen und in Fußgängerzonen abstellen, wenn dadurch Fußgänger nicht behindert werden.

Zebrastreifen: Wenn Radfahrer Vorrang vor den Autofahrern haben wollen, müssen sie absteigen und schieben. Sie dürfen über den Zebrastreifen aber auch fahren, müssen dann jedoch querende Fahrzeuge durchfahren lassen.

Nebeneinander fahren: Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Ausnahmen: In Fahrradstraßen dürfen Radfahrer immer zu zweit nebeneinander fahren, ebenso dann, wenn sie einen „geschlossenen Verband“ (ab 16 Radfahrern) bilden.

Telefonieren und Musik hören: Mit dem Handy telefonieren ist wie beim Autofahren auch beim Radfahren verboten. Kopfhörer sind nicht generell verboten, sondern nur wenn das Gehör wesentlich beeinträchtigt wird. Laute Musik ist also ausgeschlossen.

Der Weserradweg bei Hemeln – nur eine von vielen Radrouten in der Region. Quelle: Swen Pförtner

Radrouten in der Region

Ob von Ort zu Ort, mit Ziel oder ohne – Radrouten gibt es in der Region so einige. Das Tageblatt hat ein paar davon getestet. Hier lesen Sie mehr über die Radrouten:

Von Duderstadt nach Göttingen

Von Göttingen nach Duderstadt

Von Duderstadt zum Euzenberg und zurück

Von Duderstadt zum Sonnenstein und zurück

Von Duderstadt zum Seeburger See und nach Ebergötzen

Von Duderstadt zur Wehnder Warte

Von Duderstadt zur Rhumequelle

Von Duderstadt zu den Thiershäuser Teichen

Von Duderstadt über Mingerode zur Roten Warte

Von Duderstadt nach Werxhausen

Von Jan-Philipp Brömsen, Vera Wölk und Hannah Scheiwe