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Thema des Tages Das sind die kühlsten Orte der Region Göttingen
Thema Specials Thema des Tages Das sind die kühlsten Orte der Region Göttingen
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19:05 29.07.2018
Der kühlste Punkt Norddeutschlands ist in der Einhornhöhle zu finden. Quelle: r
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Scharzfeld

Die Einhornhöhle nahe dem Herzberger Ortsteil Scharzfeld ist derzeit der von Natur aus kühlste Punkt in Norddeutschland. Dementsprechend groß ist der Zuspruch, den das ohnehin beliebte Ausflugsziel, das als Naturdenkmal ausgewiesen ist und 2006 als ein Bestandteil der Zechstein-Karstlandschaft am Südharz in die Liste der 77 bedeutenden Nationalen Geotope aufgenommen wurde, erfährt. „Es sind Sommerferien, da ist ohnehin viel los. Aber jetzt durch die Hitze haben wir schon mehr Besucher als sonst“, berichtet Betriebsleiter Ralf Nielbock. Eigentlich erfreulich, doch die Verantwortlichen haben große Personalsorgen. „Wir benötigen jemanden für den Tresen und die Küche “, erläutert Nielbock. Angenehm kühl ist es in der Höhle, die sieben – beziehungsweise an der kühlsten Stelle – vier Grad in der blauen Grotte auf dem Thermometer anzeigt. Diese niedrigen Temperaturen kommen durch einen physikalischen Effekt zustande. „Eine hohe Feuchtigkeit in der Höhle, die von Sonnenstrahlen getroffen werden bedeuten Verdunstungskälte“, beschreibt Nielbock. Und macht gleich ein bisschen Werbung: „Hitze, Sonnenbrand – bei uns nicht.“ Und wer zusätzlich noch Klang und Stille erleben möchte, der hat dazu am Freitag, 27. Juli, Gelegenheit dazu. Entspannungstrainerin Andrea Nielbock bietet in der Einhornhöhle einen Klangabend an, der um 18 Uhr beginnt. Die Teilnehmer sollen wärmende Kleidung anziehen und ein Sitzkissen und eine Decke mitbringen. Anmeldung und Platzreservierung unter mail@einhornhoehle.de und Telefon 05521 / 99 75 59.

Lagerist Friedhelm Rodenstock arbeitet im Tiefkühlhaus der Firma Fleischer-Einkauf Göttingen-Hannover bei Minus 20 °C. Bei dieser Arbeit trägt er einen Kühlhausanzug und eine Fellmütze sowie Handschuhe. Quelle: Niklas Richter

Nur mit Fellmütze

Eine Fellmütze bei 36 Grad Außentemperatur auf dem Kopf zu haben, ist eine schreckliche Vorstellung. Nicht für die Mitarbeiter des Fleischer-Einkaufs Hannover-Göttingen. Denn im Kühlhaus herrschen Temperaturen von minus 20 Grad. „Die Mitarbeiter gehen da natürlich nur sporadisch rein, aber wenn, dann in Spezialanzügen und mit Fellmütze“, erklärt Geschäftsführer Ansgar Nachtwey. Aber auch in der Feinkost- und Wurstkühlung lässt es sich bei sechs Grad aushalten, beziehungsweise bei längerem Aufenthalt ist man mit einer Strickjacke gut bedient.

Paul Gerecht bei der Produktkontrolle. - Gut eingepackt kümmert sich Winfried Pietzko um das Obst- und Gemüse. Quelle: r

Kniffelige Kühlung

Den Produkten von Naturkost Elkershausen geht es bei den Temperaturen gut. Es geht ihnen das ganze Jahr über gut, denn die Nahrungsmittel befinden sich immer in exakt auf die Produkte abgestimmten Kühlräumen. „Bei diesen Temperaturen ist das eine extrem kniffelige Angelegenheit mit der Kühlung, aber dieses Jahr ist noch nichts passiert“, berichtet die Marketing-Leiterin Elke Bartussek. Was sich für hitzegeplagte Menschen momentan wie ein Paradies anhört, nämlich in kühlen Räumen zu arbeiten, muss nicht unbedingt so sein. „Im Moment erscheint es toll, aber ist es nicht, denn wenn man sich dort acht Stunden am Tag aufhält, ist es nach einer gewissen Zeit auch kalt“, erläutert Bartussek. Und der Weg nach draußen in die Hitze während der Pause ist schon eine echte Herausforderung für den Kreislauf. „Im ersten Moment denkt man ja, man bekommt einen Schlag, aber es ist natürlich für den Kreislauf ein gutes Training“, sagt die Marketing-Leiterin, die davon ausgehen kann, dass ihr Team über genau einen solchen verfügt, denn in dieser Richtung gar es noch keine Probleme.

Kühl und erholsam ist es im „Eisensteinstollen" in Bad Grund. Quelle: Mark Haertl

Kühl und erholsam

Kühl, erholsam und ideal geeignet für Menschen, die sich mit Atemwegserkrankungen herumplagen ist der „Eisensteinstollen“ in Bad Grund im Harz. In 80 bis 130 Meter Entfernung vom Stollenmundloch befindet sich ein Raum für 50 Personen, der klimatisch voll in das weitverzweigte Höhlensystem des Ibergs eingebunden ist. Sowohl die Durchschnittstemperatur als auch die Luftfeuchtigkeit weisen innerhalb des Jahres im Höhlensystem kaum Veränderungen auf und liegen bei 6 bis 7 Grad Celsius beziehungsweise bei fast 100prozentiger Luftfeuchtigkeit. Zwei Stunden dauert eine solche Anwendung, die auch für ältere Menschen geeignet ist. Weitere Informationen sind unter der Rufnummer 05327-700710 erhältlich.

KälteOase bei Promotio: Die Mitarbeiter - hier Azubi Tibor Günther - entfernen beim Reinigen der Kältekammern - eine - 60 °C, die andere - 110 °C - den Schnee, der sich an Decke und Boden bildet. Die empfindlichen Körperteile sind geschützt, ansonsten erledigen sie die ca. dreiminütige Arbeit gerne nur in kurzer Hose (wie bei der Therapie), um selbst von dem therapeutischen Effekt zu profitieren. Quelle: Niklas Richter

Kälte zur Therapie

Die Kälte Oase bei Promotio bietet Kälte, mehr als einem vielleicht lieb ist. Die Kältekammern, die eine weist minus 60 Grad auf, die andere minus 120, werden nach der Anwendung sofort gereinigt und vom Schnee, der sich an Decken und Boden bildet, entfernt. Der Auszubildende Tibor Günther schützt die empfindlichen Körperteile bei der Arbeit, die ungefähr drei Minuten in Anspruch nimmt. Eine kurze Hose darf es aber schon sein, denn so profitiert er auch noch vom therapeutischen Effekt. Unterschiedlich sind die Beschwerden, die durch eine solche Behandlung günstig beeinflusst werden können. Eines ist allerdings sicher: Warm wird einem währenddessen nicht sein.

Kühlschrank-Reihe in einem Supermarkt (Symbolbild).  Quelle: r / Pixabay

Erholung für Kunden

Gern etwas länger hält sich der Kunde momentan in einem Supermarkt auf. Denn während draußen erdrückende 35 Grad herrschen, kümmern sich im Edeka Markt Köhler an der Kasseler Landstraße die Mitarbeiter bei 21, 22 Grad um die Kundschaft. „Wir bilden die goldene Mitte, bei uns ist es nicht zu warm und nicht zu kalt“, sagt Marktleiter Marcin Piotrowski und lacht dabei. Die Tiefkühltruhen- und schränke strahlen nach Aussage von Pietrowski zusätzlich Kälte aus. „Die fahren schon auf Hochtouren“, weiß der Marktleiter zu berichten. Eine kleine „Marscherleichterung“ gibt es für die Mitarbeiter auch. Kurze Hosen oder Röcke sind zwar nicht gestattet, aber „kurzärmelig geht“, erläutert er.

Iberger Tropfsteinhöhle

Sommer wie Winter konstante acht Grad Celsius – die Verhältnisse herrschen im Höhlen-Erlebniszentrum Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund. Der begehbare Teil der Höhle ist 123 Meter lang. Mit dem 78 Meter langen Hauptmann-Spatzier-Stollen, der Grube Gelber Stieg und der Oskar-Klingebiel-Grotte kommt die Höhle auf eine Gesamtlänge von 300 Metern.

Seit 1874 gehört sie zu den berühmten Schauhöhlen und vielbesuchten Sehenswürdigkeiten des Harzes. Ihre seltene Entstehungsart macht sie als Schauhöhle einzigartig und für Wissenschaftler weltweit zu einer besonders bedeutenden Höhle, heißt es vonseiten des Höhlenzentrums.

Besucher erleben die Höhle im Rahmen einer Führung und können sich auch das Museum am Berg ansehen, wo die Geschichte der bronzezeitlichen Familie aus der Lichtensteinhöhle bei Förste – der weltweit älteste genetisch nachgewiesene Clan – dargestellt wird.

Scholmzeche, Stadt Bad Lauterberg Quelle: r

Scholmzeche

Wie so viele Harzer Orte hat auch Bad Lauterberg eine lange Bergbautradition. Ein Relikt dieser längst vergangenen Zeit ist der Besucherstollen Scholmzeche/Aufrichtigkeit, der zum Museumsbergwerk umgestaltet wurde. Ganze neun Grad Celsius herrschen hier das ganze Jahr über. 1989 wurde der alte Stollen als Museumsbergwerk hergerichtet und für den Besucherverkehr freigegeben. Er vermittelt heute einen Einblick in die lokale Montangeschichte.

Der Rundgang ist etwa 250 Meter lang und beginnt an der Wilhelmi-Brücke. Im Stollen sind verschiedene bergmännische Arbeitsplätze angeordnet und mehrere Streckenausbauarten geben einen Einblick in das bergbauliche Schaffen zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

Von Vicki Schwarze

Wie schützen Arbeitgeber aus der Region ihre Beschäftigten vor der Hitze? Sartorius setzt auf Klimatisierung und Gleitzeit, Ottobock unter anderem auf „freie Nachtkühlung“. Ein Autohaus-Geschäftsführer sagt: „Sollten diese Temperaturen weiter anhalten, werden wir über weitere Maßnahmen nachdenken.“

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Es ist nicht nötig, sich zu bewegen. Selbst beim Stillsitzen kommen aus einer Pore zwei Schweißtropfen. Es sind 33 Grad, die Luft steht nahezu. Jammern auf ganz hohem Niveau würden die Mitarbeiter der Firma Stolberg Bedachungen in Göttingen wahrscheinlich sagen.

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In Niedersachsen stehen alle Ampeln für die Digitalisierung auf grün – das hat Niedersachsens Digitalisierungsminister Bernd Althusmann unlängst betont und den Landkreisen jeweils zwei Millionen Euro als Unterstützung beim Breitbandausbau angekündigt. Wo steht Südniedersachsen beim Weg zum „Gigabitland“? Ein Stimmungsbild.

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