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Thema des Tages Trendsportarten in Göttinger und der Region
Thema Specials Thema des Tages Trendsportarten in Göttinger und der Region
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21:12 05.03.2017
Von Vicki Schwarze
Quelle: Wenzel
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Arielle ist das Vorbild

Als saisonal unterschiedlich bezeichnet Jörg Bollensen von der GoeSF die „Renner“ bei den Kindern und Jugendlichen. Derzeit total angesagt sind die Meerjungfrauen-Schwimmkurse in der Eiswiese. Wer sich so grazil wie Arielle bewegen möchte, der hat die Möglichkeit, dies zu lernen.

Nixentrainerinnen aus Hannover erarbeiten mit den Teilnehmerinnen die Technik, wie man mit einer Flosse schwimmt und taucht. Ein bisschen mehr Temperatur und Wetter benötigen die Kanufahrer. „Diese Kurse gehen auch sehr gut“, berichtet Bollensen. Klettern, Bogenschießen und Angeln stehen bei den Feriensportangeboten ebenfalls hoch im Kurs.

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Und seit einiger Zeit auch das Jugendschwimm-Abzeichen in Bronze, Silber und Gold. „Interesse ist aber auch bei den klassischen Sportarten wie Handball, Basketball und Fußball durchaus vorhanden“, berichtete Bollensen. VW/Foto: HW

Beach-Boy-Feeling auf dem Longboard

Göttingen. Wer kennt sie nicht, die Hymne aller Surfer: „Surfin USA“ von den Beach Boys. In der Funsporthalle auf den Zietenterrassen fehlen das Meer und die Wellen, aber mit ein bisschen Phantasie lässt sich das Gefühl bestimmt nachempfinden. Auf jeden Fall für diejenigen, die ein Longboard unter den Füßen haben.

Für Niklas Pfitzner, Refenrent für Trendsportarten beim Landessportbund Niedersachsen, zählt Longboard-Fahren mit zu den Favoriten. „Für viele ist es bestimmt das Surfgefühl. Um Longboard zu fahren, sind schöne, weiche Bewegungen nötig“, erläutert Pfitzner. Und man ist nicht auf eine Örtlichkeit festgelegt, denn „surfen“ lässt es sich durchaus auch auf der Straße.

Wer es ein bisschen abgefahrener mag und das Risiko liebt, der wagt sich auch schon mal über eine Rampe. Natürlich nichts für Einsteiger, und einsteigen kann man schon im Alter von sechs, sieben Jahren. „Die fahren natürlich noch nicht gleich los, sondern setzen sich einfach erst einmal auf das Board drauf“, hat Niklas Pfitzner schon des Öfteren die Beobachtung gemacht.

Insgesamt sechs Longboards gibt es in der Funsporthalle. Jeweils dienstags und donnerstags während der öffentlichen Zeiten kann ausprobiert werden, ob man sich vielleicht ein eigenes kleines „Surfbrett“ zulegt. Für einen Anfänger reicht eine Anschaffung im Wert zwischen 50 und 60 Euro.

„Für ein richtig gutes Brett muss man schon 150 Euro anlegen“, sagt Pfitzner, der selber seine Leidenschaft für Kitesurfen entdeckt hat. Dabei steht der Sportler auf einem Board und wird von einem Lenkdrachen über das Wasser gezogen. Den zweiten Trend, den der Goalgetter des Fußball-Bezirksligisten SC Hainberg ausgemacht hat, ist Headis.

„Die Menge der Teilnehmer an Turnieren hat sich verdreifacht“, erzählt der Student der Sportwissenschaften. Beispielsweise haben einige Schulen schon auf den Trend reagiert, haben die alten Tischtennisplatten abgebaut und durch Headis-Tische ersetzt, auf denen man sowohl klassisch Tischtennis spielen kann, als eben auch Headis.

„Es ist ein riesengroßer Renner“, erklärt Pfitzner. Einen weiteren Trend hat er beobachtet, der schlichtweg gar nichts mit einer bestimmten Sportart zu tun hat. „Ich habe bemerkt, dass der Trend gerade auch bei Älteren dahin geht, etwas für ihren Körper zu tun, die Erkenntnis einfach da ist, welche wichtige Rolle Sport spielt. Dabei ist die Sportart völlig egal“, berichtet der 23-Jährige.

Foto: Heller

Parkour ...

bezeichnet eine Fortbewegungsart, deren Ziel es ist, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von Punkt A zu Punkt B zu gelangen. Der Parkourläufer bestimmt seinen eigenen Weg durch den urbanen oder natürlichen Raum – auf eine andere Weise als von Architektur und Kultur vorgegeben.

Es wird versucht, sich in den Weg stellende Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so gekonnt wie möglich zu überwinden. Bewegungsfluss und -kontrolle stehen dabei im Vordergrund. Parkour wird deshalb auch als „Kunst der effizienten Fortbewegung“ bezeichnet. Parkour ist nicht wettbewerbsfähig.

Headis ...

ist eine Mischung aus Fußball und Tischtennis. Dabei wird ein Tisch benutzt, der dem Tischtennis sehr ähnlich ist. Die Spieler schlagen dabei einen 7-Zoll-Gummiball mit dem Kopf. Die Regeln sind ähnlich wie beim Tischtennis, mit wenigen Ausnahmen. Der Headis Match-Ball wiegt etwa 100 Gramm und ist aus Gummi gefertigt.

Es gelten offiziell zwei Gewinnsätze. Ein Satz gilt als gewonnen, wenn ein Spieler zuerst 11 Punkte erreicht hat. Haben beide Spieler 10 Punkte, gewinnt derjenige, der zuerst zwei Punkte Vorsprung hat. Die Spieler dürfen während der Ballwechsel die Platte mit jedem Körperteil berühren.

Der Punkt gilt als verloren, wenn man den Ball mit einem anderen Körperteil als dem Kopf berührt. Für Männer und Frauen gelten dieselben Spielregeln. Fairplay geht vor. Bei strittigen Situationen wird ein Wiederholungsball gespielt.

Foto: Pförtner

Longboard ...

ein „Langbrett“ ist ein Vorgänger des Skateboards. Es ist länger als die normalen Boards. Im Regelfall sind sie zwischen 90 und 150 Zentimeter lang. Es gibt aber auch durchaus welche, die über 190 Zentimeter lang sind. Dementsprechend besitzen diese Sportgeräte einen größeren Achsabstand.

Darüber hinaus haben Longboards größere Rollen aus weicherem Polyurethan, damit von unebenem Untergrund herrührende Stöße besser absorbiert werden. Gelenkt wird das Longboard durch Gewichtsverlagerung des Fahrers in die Kurveninnenseite. Das Kippen des Brettes bewirkt ein Eindrehen der Achsen.

Zur Kontrolle der Geschwindigkeiten dienen beim Longboarden sogenannte Turns, Carves (wechselseitiges Einlenken des Boards über beide Kanten, wobei sich der Skater ähnlich wie beim Snowboarden in Schlangenlinien den Hang hinunterbewegt) und Slides (Bewegungen, bei denen der Skater quer zur ursprünglichen Bewegungsrichtung mit allen vier Rollen über den Asphalt rutscht).

Abwandlungen sind Freestyle (eine der schwersten Fahrtechniken, bei der man – ähnlich wie beim Skateboarden – Tricks und Stunts ausübt) und Hippie Jump (dabei versucht der Fahrer von seinem fahrenden Longboard aus über eine Stange zu springen).
Longboards erfordern Geschicklichkeit. foto: PH

Über 200 Aktive

Christian Steinmetz von der Geschäftsleitung des ASC 46 Göttingen braucht nicht lange zu überlegen: Parkour ist der Renner bei den Königsblauen. Über 200 Aktive gibt es inzwischen, die auf unterschiedlichen Könnensstufen stehen. „Wir besitzen ein Cupe-System.

Dies kann man hochflexibel einsetzen“, sagt Steinmetz. Er freut sich, dass der Niedersächsische Turner-Bund (NTB) auch auf diesen Zug aufgesprungen ist. „Es handelt sich ja dabei um eine andere Form von Turnen“, erläutert Steinmetz, für den Parkour nicht nur als Aktiver attraktiv ist, sondern auch durchaus ein Sport, bei dem es sich lohnt, hinzugucken.

„Es hat sich viel gewandelt. Für uns ist es einfach wichtig, anzudocken, zu sehen, dass eine Weiterentwicklung stattfindet. Die Bewegung sollte immer im Vordergrund stehen“, meint Steinmetz. Für ihn geht es in erster Linie auch darum, angesichts der Trendsportarten keinen Konkurrenz-Gedanken aufkommen zu lassen. „Man sollte immer über die Abteilung hinaus denken“, fordert der ASCer.

Foto: Pförtner