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Thema des Tages Stadthalle: Wie soll es weitergehen?
Thema Specials Thema des Tages Stadthalle: Wie soll es weitergehen?
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07:00 25.03.2019
Im Stadtrat wird diskutiert, ob nach der Kostensteigerung von zehn Millionen Euro, es nicht die bessere Lösung wäre, die Stadthalle abzureißen. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Die Entscheidung war schon gefallen, die Göttinger Stadthalle sollte saniert werden. Rund 20 Millionen Euro sollte die Erneuerung des Gebäudes kosten. Dann die Nachricht der Stadtverwaltung im Februar: Die Arbeiten werden zehn Millionen Euro teurer. Plötzlich war die Idee eines Abrisses und eines Stadthallenneubaus wieder da. In einer gemeinschaftlichen Sitzung des Bau- und des Kulturausschusses gab es keine Einigung. Beratungsbedarf wurde angemeldet. Tageblatt-Redakteur Peter Krüger-Lenz befragte Fachleute, die mit der Halle zu tun haben, nach ihrer Meinung.

Thomas Dienberg. Quelle: Christina Hinzmann

Göttinger Tageblatt: Stadthalle oder Multifunktionsbau – was braucht Göttingen?

Thomas Dienberg (Stadtbaurat in der Göttinger Verwaltung):

Göttingen braucht eine Multifunktionshalle, in der die ganze Bandbreite von Veranstaltungen stattfinden kann. Klassische Musik, symphonische Konzerte, Rock-, Pop- und Schlagerveranstaltungen, natürlich auch der Abiball, Kabarett und Comedy und das Tagungsgeschäft müssen in einer solchen Halle möglich sein. Es ist eine Halle, die den Anspruch haben muss, für alle Göttingerinnen und Göttinger, da zu sein. Eine reine Konzerthalle würde diesen Anspruch nicht erfüllen können. Insofern stellt sich für mich nicht die Frage, ob Stadthalle oder Multifunktionsbau, sondern eine Stadthalle ist immer eine Multifunktionshalle, und sie ist ideale Ergänzung zur Lokhalle.

Michael Thenner (Gesellschafter der Göttinger Werbeagentur „blaue Quelle“): Wir haben mit der Lokhalle eine multifunktionale Location und brauchen „nur“ eine Stadthalle, aber eben nicht die jetzt geplante. Wenn man einen Neubau durch professionelle Unterstützung begleiten lässt, spielt nicht einmal mehr das von der Verwaltung gegen die Entstehung des Neubaus ins Feld geführte Zeitargument eine Rolle, denn natürlich geht das erheblich schneller als in sieben Jahren. Die jetzige Sanierungsplanung wird ausreichen für den Empfang des Oberbürgermeisters, aber uns sollte es um die Sicherung eines kulturell abwechslungsreichen Angebotes für alle Bürger und Geschmäcker gehen. Eine Stadthalle bauen wir nicht nur für uns, sondern für unsere Kinder und Enkel, da muss man zukunftsorientiert denken und gegebenenfalls auch mehr investieren. Sonst fahren wir in 15 Jahren nach Duderstadt und Kassel, um attraktive Veranstaltungsangebote wahrzunehmen.

Klaus Faber (Musiker und Veranstalter): Göttingen benötigt eine Stadthalle! Dass die Stadthalle hochgradig sanierungsbedürftig ist, steht außer Frage, da in den vergangene Jahren geschlampt wurde. Ich habe in den letzten Jahrzehnten Opernaufführungen, viele Konzerte ohne Tonverstärkung gehört. Das ist ein Klangerlebnis. Es gibt in Göttingen keine weitere Halle in der Größenordnung, cirka 1200 Personen, in der ich das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) „natürlich“ – ohne Tonverstärkung – hören konnte. Schön, dass das GSO so eine Spielstätte hat. Wir können stolz auf unser Orchester in Göttingen sein. Ein Multifunktionsbau könnte diesen Hörgenuss nicht bieten. Selbstverständlich benötigen weitere Veranstaltungen auch eine Tonverstärkung. Der Kachelofen ist auch mir als Göttinger ans Herz gewachsen. 14 Tage bevor der Vorhang zur Renovierung fiel, durfte ich noch die 4. Göttinger Oldienight dort ausrichten. Zum Abschluss sangen alle Musiker und Besucher „He Jude“ und viele sagten mir, dass sie sich freuen, wenn sie nach zweieinhalb Jahren Sanierung wieder im neuen Glanz eröffnet wird. Ich merkte an den Besuchern, dass die Stadthalle für sie ein Stück emotionale Heimat ist.

Christoph Jess (Musiklehrer): Eine zukünftige Stadthalle muss für mich unterteilbar sein, so dass verschiedene Bestuhlungen möglich sind. Als meine Band Seven Up für ihre Weihnachtskonzerte den Sprung von der Aula der Universität am Wilhelmsplatz zur Stadthalle machte, war das ein Sprung von 450 Plätzen zu 1200 Plätzen, und etwa vierfach höhere Kostenstruktur, weil es dazwischen nichts gab. Eine Location, die auch 500 bis 800 Personen aufnehmen kann und das zu entsprechenden Kosten, gibt es hier nicht. Die meisten teils prominenten Kollegen aus der Kabarett- und Comedy-Szene meiden Göttingen, weil es diese Zwischengröße nicht gibt. Diese Auskunft habe ich aus meiner zehnjährigen Tourzeit mit „Ganz Schön Feist“, in denen ich eben solche Multifunktionshallen bespielt habe und mit den Kollegen ins Gespräch kam.

Christoph Jess (links) und Michael Thenner Quelle: swenpfoertner.com

Ist die Stadthalle aktuell am richtigen Standort untergebracht?

Dienberg: Ja, das ist sie, und ich möchte kurz darstellen, weshalb. Göttingen verfügt über eine Stadtstruktur, in der die Innenstadt der typologische Höhepunkt, die „Stadtkrone“ ist und dadurch für uns eine starke identitätsstiftende Kraft entfaltet. Zwei Gründe sind dafür maßgeblich. Erstens, der bis heute erhaltene historische Stadtgrundriss mit der kleinteiligen Gebäudestruktur. Er macht das Einzigartige unserer Stadt für jeden erlebbar und greifbar. Diese Qualität ist immens wichtig, aber wir haben sie mit einer ganzen Reihe anderer deutscher Städte gemein. Was uns aber abhebt von den allermeisten anderen Städten ist der zweite Grund, nämlich die Verteilung von öffentlichen und halböffentlichen Funktionen im Innenstadtbereich und rund um den Wall. Über Jahrhunderte gewachsen, ist sie von einer Ausgewogenheit und Gleichmäßigkeit im räumlichen Gefüge, die ihresgleichen sucht und um die uns viele Städten beneiden. Im Norden das Audimax dann im Uhrzeigersinn gehts weiter mit der neuen SUB, alter botanischer Garten, Deutsches Theater und MPG, die Stadthalle, im Süden das Neue Rathaus und der Landkreis, entlang der Bürgerstraße Schuleinrichtungen und künftig ein Kino in der Baptistenkirche, im Westen Hotels, Sparkasse, Bahnhof und Lokhalle sowie die Gerichtsgebäude. Diese Ausgewogenheit ist für eine funktionierende städtische Struktur enorm wichtig, weil sie dafür sorgt, dass jede Seite der Stadt ihre Aufgabe zugewiesen bekommt und damit ihren Anteil am funktionierenden Ganzen übernehmen kann. Dies sorgt für Orientierung, dies sorgt für kurze Wege, Qualitäten deren wir uns bewußt werden sollten. Aus diesem Grund braucht die Stadthalle am Albaniplatz eine Zukunft.

Thenner: Nein, aber die Standort-Diskussion ist dennoch unwichtig und überflüssig. Eine moderne Halle kann meinetwegen auch am Albaniplatz stehen. Wer zu einer Veranstaltung möchte, begibt sich zur Location, ganz egal wo sich diese in der Stadt befindet: Lokhalle, Sparkassen-Arena, Musa, „Kauf Park“ (Open Airs), Jahnstadion, KWP etc. Dort besuchen wir doch überall Veranstaltungen, an Standorten in der ganzen Stadt. Und wir fahren sogar in andere Städte, um Kultur zu erleben. Natürlich gibt es Pluspunkte eines Standortes für Veranstaltungszentren wie gute ÖPNV-Anbindungen, Radwege, Parkplätze. Die Lokhalle zum Beispiel hat all das: Den „Knotenpunkt“ unseres Busnetzes, Zuganbindung, Radschnellweg, Parkhaus und den Schützenplatz als weitere Parkfläche. Zur Stadthalle müssen sich auswärtige Besucher mit dem Auto durch die ganze Stadt quälen, die Busverbindung ist dürftig. Ökologisch eigentlich eine Katastrophe. Im Übrigen sorgt die jetzige Stadthalle auch nach der Sanierung nicht für eine Belebung sondern für eine Verödung des Stadtviertels im Vergleich zum Wohnungs-, Büro- oder Geschäftsbau. Dreiviertel aller Veranstaltungen finden am Abend statt, tagsüber ist dort kein Mensch und kein innerstädtisches Leben. Und was ist eigentlich die vielzitierte Kulturmeile? Gehen wir um 14 Uhr ins Museum, um 18 Uhr ins Theater und um 20 Uhr in die Stadthalle? Wo ist die gegenseitige Befruchtung dieser Institutionen? Was bringt uns das als Bürger? Es gibt erfolgreiche Kulturmeilen, aber mit ganz anders bespielten Immobilien. Leere Worthülsen dienen hier als Standortargument. Und schauen Sie mal auf die Stadtpläne Deutschlands oder nur in unsere Nachbarstädte, wo die Hallen so liegen …

Faber: Ein klares Ja. Der Standort ist gut. Für Göttinger zu Fuß zu erreichen, fast im Herzen der City. Besser geht es nicht. Für auswärtige Besucher der Stadthalle und des Deutschen Theaters wäre eine Tiefgarage wünschenswert. Ein neues Grundstück in Göttingen muss eventuell teuer gekauft werden. Wer kennt die Auflagen bezüglich Nachbarn und Lärmschutz usw.?

Jess: Sollte die Stadthalle am jetzigen Ort weiter betrieben werden, müssten mehr Parkplätze geschaffen werden. Die Situation bei Doppelveranstaltungen zusammen mit dem Deutschen Theater war nicht tragbar und sollte nicht in die die Zukunft übernommen werden.

Was spricht für eine Sanierung der jetzigen Stadthalle?

Dienberg: Aus meiner Sicht vier Gründe: 1. Eine kernsanierte Stadthalle erreicht Neubauniveau im Hinblick auf Funktionalität und Ausstattung, das Heißt eine deutlich verbesserte Akustik für symphonische Konzerte, eine zukunftsfähige, flexible Bühnentechnik mit unterschiedlichen Beleuchtungsatmosphären und eine flexible Raumgestaltung. 2. Ganz klar der Zeitplan: Wenn wir im April noch eine Entscheidung durch den Rat bekommen, werden wir Ende 2021 eine kernsanierte Stadthalle mit Neubauanteilen übergeben können, während ein Neubau nicht vor Ablauf von 7,5 Jahren ab heute fertiggestellt sein könnte und 3. Kosten und Finanzierung. Sie sind auf eine solide Basis gestellt. Die Finanzierung der Kernsanierung mit Neubauanteilen ist über den städtischen Haushalt gesichert, ein Neubau mit gleichem Raumprogramm würde mindestens 50 Millionen Euro kosten zuzüglich weiterer 13,5 Millionen Euro für Abriss, Gutachten, und verlorener, bereits getätigter Investitionen und schließlich 4. Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Der Beton unserer Stadthalle ist in einem guten Zustand. Ihn zu erhalten und weiter zu nutzen, bedeutet, dass wir 30 Prozent der Energie, die für einen Neubau notwendig wäre, einsparen.

Thenner: Nach der Kostensteigerung höchstens architektonische Aspekte und Nostalgie. Auch ich verbinde viele tolle Erlebnisse mit der Stadthalle, aber alle anderen Argumente der jetzt geplanten Sanierung sind fachlich widerlegt.

Faber: Viel, sehr Viel. Eine schöne klassische Stadthalle gehört in eine Universitätsstadt wie Göttingen. Da ich Veranstaltungen organisiere und über den Tellerrand schauen kann, bin ich der Meinung, dass die Anzahl der Events nicht wächst und auch teilweise von der Größe her zurückgefahren wird. Wer weiß, ob wir in zehn oder 20 Jahren, sei es aus finanziellen oder anderen Gründen, noch so viele Veranstaltungen haben? Eine Sanierung ist trotz der unglaublichen 30 Prozent Steigerung der Kosten erheblich günstiger als ein Neubau, dessen Kosten bestimmt auch ins Uferlose steigen. Das kann sich Göttingen doch gar nicht leisten. Dann wird sicher woanders gespart, und ich wette, an der Kulturlandschaft. Wenn die Bausubstanz der alten Stadthalle gut ist, ist es unverantwortlich, sie abzureißen. Also renovieren.

Jess: Meiner Meinung nach nicht viel – außer jemand kann mir genau nachweisen, dass das unglaublich viel Kosten spart und später für ganz neue Einnahmen sorgt.

Was spricht für einen Neubau?

Dienberg: Die Gestaltungsspielräume bei einem Neubau sind natürlich insgesamt deutlich höher. Sie können aber die Argumente für eine Kernsanierung mit Neubauanteilen am alten Standort nicht aufwiegen.

Thenner: Da könnte ich Ihnen zwei Zeitungsseiten füllen. Belassen wir hier bei der Wirtschaftlichkeit: Heute wissen wir, dass Sanierung, Außengeländegestaltung und ein Baukostenzuschuss für ein Parkhaus bereits rund 45 Millionen Euro verschlingen, und weitere Kostensteigerungen bei einer Bestandssanierung sind ja fast programmiert. Ein Neubau (insbesondere an der Lokhalle), selbst wenn dieser angeblich 60 Millionen Euro kostet, muss gar nicht zwingend mehr Kosten unter dem Strich verursachen ­­– da er Veranstaltern und dem Betreiber GWG ganz andere wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet. Auch das GSO, die Händelfestspiele, Soundcheck oder Tagungsveranstaltungen können ganz anders agieren und Mehreinnahmen erzielen. Ein Neubau im direkten Umfeld der Lokhalle würde vollkommen neue Veranstaltungsformate für unsere Stadt ermöglichen. Das Soundcheckfestival zum Beispiel hätte ein zentrales Festivalgelände, ergänzt durch unsere dezentralen Locations wie das Deutsche Theater. Wertschöpfung und Umwegrentabilität in unserer Stadt würden steigen und damit Steuereinnahmen, zudem werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Eine Riesenchance für Göttingen. Clever geplant muss ein Neubau für 60 Millionen Euro also unterm Strich nicht zwingend teurer sein als die jetzt geplante Sanierung mit Gesamtkosten von 45 Millionen Euro.

Faber: Nichts, aber auch gar nichts. Göttingen ist nicht Hamburg. Eine Stadt mit 120 000 Einwohnern. Es gibt auch noch die Lokhalle. Die Stadthalle hat die richtige Größe. Man sollte auf dem Teppich bleiben und realistisch denken. Zwei bis drei Jahre Ausfall der Stadthalle tun weh, aber bis sieben Jahre – das sind Schmerzen in der Kulturszene. Das haben wir Göttinger nicht verdient. Nicht labern und die Zeit verplempern, sondern bitte, bitte unbedingt anfangen und renovieren. Es gäbe dazu noch so viel zu sagen. Wie heißt es in der Drei Groschenoper von Bertolt Brecht in dem „Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“: „Ja, mach nur einen Plan / sei nur ein großes Licht! / Und mach dann noch ´nen zweiten Plan / gehn tun sie beide nicht. / Denn für dieses Leben / ist der Mensch nicht schlecht genug: / doch sein höh´res Streben / ist ein schöner Zug.“

Jess: Als ich in einem anderem Zusammenhang zu dieser Frage befragt wurde, waren das meine Gedanken dazu: Viele Jahre war die Stadthalle für mich als Musiker vor und hinter der Bühne ein vertrauter Ort des Schaffens. Schade, dass die alte Dame keine Patientenverfügung hinterlegt hat. Ich glaube, sie hätte es gut gefunden, eine neue, frische zeitgemäße Nachfolgerin zu schaffen, bevor ihr kostspielige, lebenswichtige Ersatzteile in allen Bereichen eingepflanzt werden, die aber nicht ändern können, dass sie eine alte Dame ist ...

Interview: Peter-Krüger Lenz

„Von herausragender gestalterischer und funktionaler Bedeutung“

Der Städtebaubeirat Göttingen hat sich mit einem offenen Brief für die Erhaltung der Stadthalle ausgesprochen.

Mit einem offenen Brief hat sich der Städtebaubeirat in die Debatte um die Sanierung oder den Neubau der Göttinger Stadthalle eingebracht.

„Die 1964 eröffnete Stadthalle Göttingen ist im Gefüge der Innenstadt von herausragender gestalterischer und funktionaler Bedeutung“, meint das Gremium. Mit dem Neuen Rathaus, dem Landkreis, der Sparkassenzentrale, dem künftigen Forum Wissen, dem Bahnhof, dem Landgericht, der Niedersächsischen Universitäts- und Staatsbibliothek, dem Deutschen Theater sowie mehreren Instituten und Sammlungen der Georg-August-Universität bilde die Stadthalle einen zentralen Baustein kultureller und infrastruktureller Einrichtungen entlang des Walls. Alle Einrichtungen seien fußläufig oder mit dem öffentlichen Personennahverkehr bequem zu erreichen. Diese ungewöhnlich dichte Konstellation von öffentlichen Einrichtungen bildet einen besonderen Wert im städtebaulich räumlichen und funktionalen Grundmusters Göttingens.

Der Beirat bricht auch eine Lanze für die Architektur der Halle. Als Bauwerk sei die Stadthalle „ein prägendes, architektonisches Zeugnis der zeitgenössischen Strömungen der 1960er-Jahre. Ohne die Errungenschaften der „Neuen Sachlichkeit“ und das Bekenntnis „form follows function“ aus den Augen zu verlieren, gehört die Stadthalle zu den Bauten, die nach dem Kriege über die Ästhetik der Form eine Signethaftigkeit suchten, die sie im Fortschritt der Architekturströmungen über die Traditionen des Bauhauses hinaushoben, wie es etwa die Wallfahrtskirche in Ronchamp oder die Philharmonie in Berlin widerspiegeln“. Dem Architekten Rainer Schell sei es gelungen, mit der innovativ bautechnischen und gestalterischen Neuerung einer violett-changierenden Keramikfassade ein Architekturzeichen zu schaffen. Und: „Dieser baukulturellen Bedeutung wurde das Verfahren zur Sanierung der Stadthalle vorbildlich gerecht. Einer umfassenden Analyse folgten die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen, konkurrierende Entwürfe zur Umfeldgestaltung und eine umfassende Bürgerbeteiligung.“

Auf Grund der städtebaulichen und architektonischen Bedeutung der Stadthalle Göttingen habe sich der Städtebaubeirat Göttingen seit 2014 mit den Konzepten zur Sanierung beziehungsweise dem Abriss und Neubau beschäftigt. Doch nicht nur die baukulturelle Bedeutung der Stadthalle sei für die Mitglieder ein Grund, weiter den Erhalt und die Sanierung des bestehenden Gebäudes zu empfehlen. Die Kernpunkte nachhaltigen Handelns wie Wiederverwertung, Zweitnutzung und Verlängerung der Lebensdauer eines Gegenstands würden als unverzichtbare Kriterien ebenso für Gebäude gelten. Die Einbeziehung der Rohbauressource allein garantiere schon eine größere Wirtschaftlichkeit als Abriss und Neubau. Mit einer sinnvollen Weiterverwendung der Konstruktion und einer wirtschaftlich klugen Instandsetzung unter Berücksichtigung der notwendigen technischen Neuerungen sei die Sanierung der effizientere Weg zu einem funktionierenden Veranstaltungshaus.

Dem Gremium gehören an: Rainer Bolli, Heike Klankwarth, Georg Klaus, Tore Pape, Martin Thumm (Vorsitz) und Michael Triebswetter

Meinungsbild zur Stadthalle

Mit der „Zukunft unserer Stadthalle“ befasst sich der CDU-Stadtverband Göttingen am Donnerstag, 11. April, im Hotel Freizeit In, Dransfelder Straße 3 in Göttingen. Der Abend beginnt um 19 Uhr.

In seiner Einladung an die Mitglieder des Stadt-, aber auch des Kreisverbandes der CDU prangern die Organisatoren eine „unsagbar schlecht vorbereitete Entscheidung zur Schließung und Renovierung der Stadthalle“ durch „die rot-grüne Ratsmehrheit und die Verwaltung der Stadt Göttingen mit OB Rolf-Georg Köhler an der Spitze“ an.

Ende April 2019 werden in außerordentlichen Sitzungen des Finanzausschusses und des Rates der Stadt Göttingen wichtige Entscheidungen fallen. Mit ihrem Informations- und Diskussionsabend wollen die Organisatoren die Meinung der Bürger dazu einholen. Ludwig Theuvsen, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, und Olaf Feuerstein, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, werden auf dem Podium sitzen.

„Eine Stadt und ihre Halle“

Diskussion im Deutschen Theater

„Eine Stadt und Ihre Halle“: Das Deutsche Theater und das Göttinger Tageblatt wollen am Sonntag, 31. März, die Stadthalle, ihre Nutzung und ihren Nutzen in sanierter oder neuer Form zum Thema machen. Die Diskussion, an der sich unter anderem Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) beteiligt, auf der Bühne des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11, am Sonntag, 31. März, beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

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