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Thema des Tages Gemeinden laden zum Weltgebetstag ein
Thema Specials Thema des Tages Gemeinden laden zum Weltgebetstag ein
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00:21 03.03.2019
Jedes Jahr am 1. März laden Frauen aus christlichen Gemeinden zum Weltgebetstag ein.
Jedes Jahr am 1. März laden Frauen aus christlichen Gemeinden zum Weltgebetstag ein. Quelle: epd
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Göttingen

Der diesjährige Weltgebetstag steht unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit“. „Am 1. März werden allein in Deutschland hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen“, sagt Lisa Schürmann vom Verein Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee. Auch in und um Göttingen gibt es viele Angebote. Die Stadtgemeinden aus der Innenstadt feiern gleich zweimal einen Gottesdienst und zwar in der Evangelisch-Reformierten Gemeinde an der „Unteren Karspüle“, ab 16 und ab 18.30 Uhr. Gottesdienstangebote gibt es auch in anderen christlichen Gemeinden. In diesem Jahr steht das Balkanland Slowenien im Fokus.

Wenn das Beten sich lohnen würde...

„Wenn das Beten sich lohnen würde, was meinst du wohl, was ich dann beten würde.“ Die Gruppe BAP führt in einem ihrer Songs diese Zeile in Kölscher Mundart fast wie eine Klage an. Sänger Wolfgang Niedecken räumt in dem Liedtext ein, dass er vielleicht jene beneidet, die gläubig sind. Göttingens Superintendent Friedrich Selter kennt das Lied. „An dieser Aussage habe ich als junger Mensch rumgekaut“, erinnert sich der evangelische Pfarrer. Gebet, sagt er, setze Vertrauen voraus. „Ein Vertrauen darauf, dass mich nichts von der Liebe Gottes trennen kann. Ich kann fallen kann, ja, aber nie tiefer als in Gottes Hände.“ Das sei die Zumutung des Glaubens. Vor diesem Hintergrund bekomme Gebet einen hohen Wert, selbst dann, wenn das Ergebnis für den Betenden nicht so ausfällt, wie er sich das wünscht. Das sei der eine Aspekt.

Der andere sei eher politischer Art: „Ich finde es spannend, dass sich Frauen mit der Situation in einem bestimmten Land beschäftigen. Das ist Anteilnahme und hat eine Wirkung, die jahrelang anhält. Für mich ist das ein Sinn in sich – jenseits der Frage, ob ein Gebet lohnt“, sagt Selter. Gebet sei auch Bewusstseinsbildung. Wer bete, lege seine Hände zwar in den Schoß, aber nicht dauerhaft. Wer sich für etwas geistig einsetze, werde das oft auch in praktischer Weise tun. Über die jeden Sonntag in den christlichen Gemeinden gesammelten Kollekten käme eine nicht unerhebliche Summe zusammen, die ganz konkret und in vielfacher Hinsicht für gute Zwecke eingesetzt werde. Auch am 1. März soll für soziale Projekte, unter anderem in Slowenien, gesammelt werden.

Stadtgottesdienst in Osterode

„Wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein, dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten“, heißt es in der Bibel und zugleich in einer Mitteilung von Pastorin Heidrun Gunkel von der evangelischen Kirchengemeinde St. Aegidien in Osterode. Dort wird um 19 Uhr zu einem großen Stadtgottesdienst eingeladen. Anschließend schließe sich ein Beisammensein im Gemeindesaal mit typischen Gerichten aus Slowenien an, lädt die Pastorin ein. Sie fügt hinzu: „Und weil es darum geht, dass niemand ausgegrenzt wird, sind natürlich nicht nur Frauen, sondern auch Männer herzlich willkommen.“

In Duderstadt laden die evangelische St.-Servatius-Gemeinde und die katholische Kirchengemeinde St. Cyriakus gemeinsam um 19 Uhr zu einem Gottesdienst in die Servatius-Kirche ein. An der Vorbereitung beteiligt war unter anderem Sabine Mitschke vom Duderstädter Ursulinenkloster. „Schon meine Mutter war vom Weltgebetstag begeistert“, sagt sie. Diese Begeisterung habe sich auf sie übertragen. „Es ist ja auch einfach toll, wenn rund um die Welt an einem Tag für ein Anliegen gebetet wird“, findet Mitschke.

Menschenrechtsarbeit

Auch der Kirchenkreis Leine-Solling ruft dazu auf, den Weltgebetstag zu nutzen und sein Anliegen zu unterstützen. Mit der aus dem Lukas-Evangelium entnommenen Einladung „Kommt, alles ist bereit“ soll es in diesem Jahr besonders um Unterstützung dafür gehen, dass Frauen weltweit „mit am Tisch sitzen können“. Deshalb unterstütze die Weltgebetstagsbewegung aus Deutschland Menschenrechtsarbeit in Kolumbien, Bildung für Flüchtlingskinder im Libanon, einen Verein von Roma-Frauen in Slowenien und weitere Partnerinnen in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika.

Theologin bereist die Länder

Die katholische Pressestelle Göttingen hat im Vorfeld des 1. März ein Gespräch mit der evangelischen Theologin Konstanze Schiedeck verbreitet. Die 75-Jährige aus Göttingen bereist seit 2009 jährlich die Länder des Weltgebetstages. Anschließend gibt sie ihre Eindrücke bei Vorträgen weiter und wirbt für die Teilnahme an den Gottesdiensten. Befragt nach ihrer Motivation, sagt Schiedeck: „Immer wieder bin ich überrascht, was man alles lernt, wenn man sich intensiv auf ein Land vorbereitet. Mir gefallen die Landeskunde, die Informationen aus erster Hand und sehr schön finde ich auch die intensive theologische Auseinandersetzung mit einem Gleichnis oder Bibelwort, das die Frauen vor Ort für die ganze Welt auswählten. Das alles bereichert mich sehr und begleitet mich ein ganzes Jahr.“

Für die Frauen in Slowenien sei es wichtig, „uns ihr schönes Land vorzustellen und die Situation und Probleme der Frauen zu schildern“, erläutert die Göttingerin. Zwei Hauptthemen während ihres Besuches waren die Gewalt gegen Frauen und ihre schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt. Seit der Staatsgründung 1991 werde immer deutlicher, dass große Unterschiede zwischen Mann und Frau gemacht werden. Die Arbeitsplätze würden vorwiegend den Männern gegeben, obwohl die Frauen sehr gut qualifiziert seien.

Weltgebetstag erstmals 1927

Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land vorbereitet und in mehr als 120 Ländern gefeiert. Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehören in der weltweit größten ökumenischen Frauenbewegung untrennbar zusammen, heißt es. Die Idee hat ihre Wurzeln in einem Gebetstag der Frauenmissionswerke in den USA und Kanada im Jahr 1887, der erste Weltgebetstag wurde 1927 gefeiert.

Gottesdienste im Kirchenkreis Göttingen

Göttinger Innenstadt: 16 und 18.30 Uhr Reformierte Gemeinde.

Roringen: 18 Uhr; in St.-Petri in Weende, 17 Uhr (für Kinder) und 18 Uhr.

Südstadt: St. Martin 17.30 Uhr im Wohnstift; 18 Uhr in Maria Frieden.

Weststadt: Bethlehem 18 Uhr, Elliehausen 18.45 Uhr; Holtensen 18 Uhr.

Adelebsen: 18 Uhr im katholischen Pfarrheim; 19 Uhr in Güntersen.

Bovenden/Nörten: 17 Uhr in Harste; 18.30 Uhr Nörten in der Waisenhaus-Kapelle.

Friedland: 19 Uhr in Mollenfelde; 18 Uhr in Obernjesa.

Gleichen: 18 Uhr in Diemarden; 19 Uhr in Klein Lengden; 18.30 Uhr in Weißenborn. 19 Uhr in Beienrode.

Radolfshausen: 19 Uhr in Landolfshausen.

Gottesdienste im Kirchenkreis Leine-Solling

Northeim: 18 Uhr St. Sixti.

Leinetal-Ahlsburg: 18 Uhr in Dassensen.

Einbeck: 18 Uhr in St. Nicolai in Hullersen; 19 Uhr in St. Josef.

Ellierode-Hettensen: 18 Uhr im Pfarrhaus Ellierode.

Gillersheim: 19.30 Uhr im Martin-Luther-Haus.

Hardegsen: 18 Uhr im Gemeindehaus.

Hevensen-Lutterhausen: 18 Uhr im Luthersaal in Hevensen.

Katlenburg/Wachenhausen/Suterode: 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Wachenhausen.

Lauenberg: 19 Uhr in St. Petri.

Lüthorst: 19 Uhr in St. Magnus.

Mackensen: 18 Uhr in St. Christophorus.

Markoldendorf: 19 Uhr in der Martinskirche.

Michaelis-Kirchengemeinde im Rhumetal: 18 Uhr St. Petri.

Moringen: 19 Uhr in der Liebfrauenkirche.

Odagsen: 18 Uhr Gemeindehaus.

Uslar: 19 Uhr in der Friedenskirche.

Volpriehausen: 18 Uhr im Gemeindehaus.

Wahmbeck: 19 Uhr in der Kirche.

Amelsen: am Sonntag, 3. März, 18.30 Uhr in der St. Servatius.

Kirchenkreis Harzer Land

Osterode: 19 Uhr in St. Aegidien.

Lasfelde: 18 Uhr.

Wulften: 19 Uhr in St. Aegidien.

Herzberg: 19 Uhr in St. Josef.

Pöhlde: 18 Uhr Johannes-Servatius-Kirchengemeinde.

Duderstadt: 19 Uhr St. Servatius.

Gieboldehausen: 19 Uhr katholisches Pfarrheim.

Lindau: 19 Uhr katholisches Pfarrheim.

Obernfeld: 19 Uhr

Bilshausen: 19 Uhr in der evangelischen Kirche.

Germershausen: 18 Uhr Wallfahrtskirche.

Spanbeck: 18 Uhr in der Alten Schule (dem Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Spanbeck)

Und viele andere Gemeinden. mei

Von Ulrich Meinhard