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Thema des Tages Zusätzliche Stellplätze für Wohnmobile in Duderstadt
Thema Specials Thema des Tages Zusätzliche Stellplätze für Wohnmobile in Duderstadt
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00:16 31.07.2018
Sind mit ihrem Wohnmobil schon Stammgäste auf dem Duderstädter Stellplatz am Adenauerring: Günther Becker mit Frau Jutta (rotes Shirt) und Tochter Ramona aus Niederkirchen in der Pfalz. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt/Region

Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU) schlägt im Namen des Ortsrates Tiftlingerode vor, zehn Stellplätze für Reisemobile „mit einer guten Infrastruktur“ in Duderstadt zu schaffen. Als Standort komme „eigentlich nur der Bereich vom Freibad in Richtung Schützenring in Frage“, so Goebel und nennt den Erwerb des früheren Sporthauses des FC Olympia Duderstadt vor. Die Gesamtkosten der Investitionen sollten 100 000 bis 150 000 Euro nicht übersteigen.

Tourismus würde profitieren

Mit Blick auf das Beispiel Göttingen, wo der Wohnmobilhafen an das Eiswiesen-Bad angrenzt, ist Goebel überzeugt, dass auch der Tourismus in Duderstadt profitieren würde, denn die Reisemobilisten ließen auch Geld in der Stadt und besuchten zudem in den Sommermonaten das Freibad.

„Die Überlegungen gab es schon, das ist nicht neu“, sagt Markus Kuhlmann, Geschäftsführer der Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungsgesellschaft (EEW). Zunächst stehe jedoch die Einrichtung der geplanten Minigolfanlage an. „Dafür müssen wir aber erst einmal wissen, wo unsere Freibadgrenzen sein werden.“ Das hänge mit den Überlegungen zum Standort der Duderstädter Feuerwehr zusammen. Wenn die Feuerwehr am aktuellen Standort bleibe, benötige sie eine Fläche des Freibades für Parkplätze sowie eine Zufahrt. „Das ist derzeit die große Unbekannte“, so Kuhlmann. Denn sollte Bedarf an der Fläche gegeben sein, soll das Freibad eine Ausdehnung auf der westlichen Seite erhalten.

Auf dem Parkplatz neben der in Ballhaus zum fidelen Anreischken umbenannten Eichsfeldhalle stehen bereits regelmäßig Caravane, wie Kuhlmann berichtet. „Die Fahrer kommen täglich zu uns ins Freibad, um zu duschen. Allerdings haben sie an dem Standort keine Möglichkeit, sich mit Strom zu versorgen und ihr Abwasser zu entsorgen.“ Da andere Freibäder Stellplätze anbieten, sei diese Idee auch für das Duderstädter Freibad in Erwägung gezogen worden.

Fläche schottern und Stromanschluss legen

Für mögliche Stellplätze könne ein Stück der Talwiese geschottert werden und es müsse jeweils ein Stromanschluss verlegt werden. „Wir brauchen für die Umsetzung aber auf jeden Fall das Sportlerhaus auf der Talwiese“, sagt Kuhlmann. Denn dort gebe es Duschen und sanitäre Anlagen. Die genannte Summe von 100 000 bis 150 000 Euro mag realistisch sein, so der EEW-Geschäftsführer. Ein solches Projekt sei nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle sondern könne auch zu einer Steigerung der Freibadbesucherzahlen beitragen. „Ich denke, dass der Bedarf da ist.“

Aus Sicht von Christian Zöpfgen, Leiter des Duderstädter Fachdienstes Tourismus, wären weitere Stellplätze „absolugt zu begrüßen“, auch mit Blick auf die Überlegungen für die Entwicklungen im Bereich Freibad, Talwiese und Ziegeleigelände. „Das wäre eine Win-Win-Situation“ sagt Zöpfgen.

Stellplätze am Adenauerring werden gut angenommen

Außer den bereits bestehenden Stellplätzen für Wohnmobile an der August-Werner-Allee seien bei den mobilen Individualreisenden auch die Stellplätze am Adenauerring in der Nähe zu Jugendgästehaus, Fitmaxx in der Tennishalle, dem nahegelegenen Penny-Markt und auch der fußläufigen Innenstadt sehr gut angenommen. Diese verfügten über Strom- und Wasseranschluss sowie die Möglichkeit der Ver- und Entsorgung. Die Stadt bewirbt ihre Wohnmobil-Plätze über die einschlägigen Führer des ADAC und über eine entsprechende App. Und das mit Erfolg, wie Zöpfgen aus der Erfahrung berichtet.

„Die Stadt hatte uns wegen einer Kooperation angesprochen“, sagt André Kleinert, Verwaltungsleiter im Jugendgästehaus. Die Camper dürfen nach Absprache an den Mahlzeiten im Haus teilnehmen und, ebenfalls nach Absprache, die Camperduschen und Toiletten nutzen. „Das wird aber kaum genutzt“, berichtet Kleinert. „Wir bekommen nur wenige Anfragen.“ Die begrenzen sich auch auf die Hauptsaison ab April / Mai bis September / Oktober.

Nachfrage vervierfacht

Positiv wirkt sich offenbar auch der Standort neben einem Bad bei der Auswahl potenzieller Standorte für Wohnmobilhäfen aus. In Nörten-Hardenberg etwa liegen sieben Plätze samt aller nötigen Anschlüsse in direkter Nachbarschaft zum Hallenbad. Ob die Nutzer allerdings tatsächlich zum Schwimmen ins Hallenbad gehen, lasse sich nicht mit Gewissheit belegen, sagt Jürgen Werner, Kämmerer der Gemeinde und Vorstand der Betreibergenossenschaft des Bades. Der Bedarf an Wohnmobil-Stellplätzen „ist definitiv da“, sagt er. Und seit für die Nörtener-Plätze über ADAC-Führer und App beworben wird, was seit zwei Jahren der Fall sei, habe sich die Nachfrage vervierfacht. Zum Teil seien alle sieben Plätze belegt, was Werner zufolge zum einen auf die vorhandene Infrastruktur im Hallenbad zurückführt, aber auch auf die Nähe zur Autobahn 7.

2018 schon mehr als 3200 Nutzer in Göttingen

Positiv bewertet auch die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF) die Entwicklung ihres Wohnmobilhafens neben der Eiswiese und in der Nähe des Freibades. Der 2005 eröffnete Wohnmobilhafen sei eine Erfolgsgeschichte, sagt GöSF-Sprecherin Amray Habermann, die sich auch in den aktuellen Nutzungszahlen widerspiegelt. Von Januar bis einschließlich 20. Juli wurden mehr als 3200 Tickets gezogen, denn im Gegensatz zu den Stellplätzen in Nörten-Hardenberg und Duderstadt sind die Göttinger kostenpflichtig. Und geht es nach dem Vorschlag des Tiftlingeröder Ortsrates, dann könnten die zu erhebenden Gebühren die Investitionen in neue Stellplätze innerhalb weniger Jahre amortisieren.

Stellplatzporträt Göttingen:

„Äußerst Wohnmobilfreundlicher Platz“

Voll des Lobes ist Günter Becker über den Stellplatz am Adenauerring in Duderstadt. „Ein äußerst wohnmobilfreundlicher Platz“, sagt er, als er in dieser Woche genau da zum wiederholten Mal mit Frau und Tochter und dem Reisemobil einen Zwischenstopp zwischen Pfalz und Ostsee eingelegt hat.

„Die Gemeinde legt sehr viel Wert auf Touristen“, freut sich der passionierte Wohnmobilist Günter Becker aus Niederkirchen in der Pfalz und meint damit die Stadt Duderstadt, die am Adenauerring in Nachbarschaft des Jugendgästehauses Stellplätze für Reisemobile und die notwendige Infrastruktur wie Stromanschluss oder Entsorgungsmöglichkeit bereithält. Und nur dafür müssen die Gäste bezahlen, das Abstellen des mobilen Zuhauses selbst ist kostenfrei. „Keine Abzocke wie an der Ostsee“, fügt Becker in breitester Pfälzer Mundart hinzu. Wenn ein Stellplatz sauber sei und gepflegt, sei er gerne bereit, fünf Euro zu bezahlen. Aber an der Ostsee – dem Reiseziel der Familie bei diesem Zwischenstopp – würden zum Teil 18 bis 20 Euro verlangt.

In Duderstadt gefällt es Günter Becker so gut, dass er schon mehrfach hier war, wie er sagt. „Alles ist so schön gemacht, und noch nicht so überfüllt“, argumentiert er. Und dann sei es nur ein kurzer Fußweg in die Stadt, eine Einkaufsmöglichkeit gebe es gleich in der Nähe vom Stellplatz. „Besser kann’s nicht sein“, lobt er. Dass es in der Stadt Überlegungen gibt, auch in Freibadnähe neue Stellplätze anzulegen, findet der Pfälzer gut. Bestünde dort die Möglichkeit, Duschen und Toiletten zu nutzen, würde er das wohl auch tun, meint er, wenngleich er beides auch in seinem Wohnmobil mitführt.

Bei all dem Lob über die Stadt und den Stellplatz am AdenauerringBecker hat auch einen Kritikpunkt anzumerken. Von den Verantwortlichen würde er sich wünschen, dass die Bäume an den Zufahrten regelmäßig geschnitten werden. „Sonst bleibt man an den Ästen hängen und zerkratzt sich alles.“ Beckers Reisemobil ist immerhin 3,36 Meter hoch.

Von Britta Eichner-Ramm und Rüdiger Franke

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