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Thema des Tages Wie geht es weiter mit der Bioenergie?
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15:35 14.06.2019
Blick auf die Bioenergieanlage Jühnde –hier ein Archivbild. Quelle: GLOK
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Göttingen

Noch vor zehn Jahren boomte die Bioenergie. Mehr und mehr Anlagen gingen in Betrieb. Darunter auch das Bioenergiedorf Jühnde als erstes Projekt im Landkreis Göttingen. Inzwischen haben sich jedoch die Prioritäten in der Energiepolitik geändert. Der Ausbau der Windenergieanlagen wächst. Zudem ist ein Ende der bisherigen Förderung über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Sicht. Was bedeuten diese Rahmenbedingungen für die Biogasanlagen im Landkreis Göttingen?

Im Landkreis Göttingen gibt es 24 Biogas- und zwei Klärgasanlagen, zum Teil betrieben als Genossenschaft, andere privatwirtschaftlich. Beispielsweise gingen in den Jahren 2008 und 2009 die Anlagen des Duderstädter Landwirts Heinrich Biermanns sowie eine Gemeinschaftsanlage auf dem Gelände von Ottobock und die Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck an den Start.

Vorreiter Bioenergiedorf Jühnde

Vorreiter in der dezentralen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien war Jühnde. Das Dorf in der Samtgemeinde Dransfeld hatte 2005 unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Göttingen begonnen, auf Basis von Biomasse Strom zu erzeugen und die Jühnder Haushalte über ein Nahwärmenetz mit Wärme zu versorgen. Etwa 70 Prozent der Haushalte sind heute angeschlossen, „etwa 134 Kunden beliefern wir mit Nahwärme“, sagt Eckhard Fangmeier, Vorstand und Sprecher der Bioenergiedorf Jühnde eG.

Was den wirtschaftlichen Erfolg der Bioenergienlagen angeht, reiche die Spanne von „sehr schwierig bis erfolgreich“, so die Einschätzung von Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisbauernverbands Göttingen. Für die Landwirte sei es lukrativ, die Anlagen mit „Inputstoffen vom Acker und dem Grünland“, aber auch etwa auch Wirtschaftsdünger zu beliefern. Darunter ist Gülle, Mist und Jauche zu verstehen. Einige Bauern betreiben sogar eigenen Bioenergieanlagen oder sind daran beteiligt, erklärt Hübner.

Unter ökologischen Aspekten „Ziel erreicht“

„Der Spirit von damals ist auch nach 15 Jahren noch da“, freut sich Fangmeier über das „Gemeinschaftsprojekt“. Er ist auch überzeugt vom Konzept, die Bioenergie für die regionale Energieversorgung (Strom und Wärme) zu nutzen. Unter ökologischen Aspekten „haben wir unser Ziel erreicht“. Jühnde habe bisher jährlich etwa 10.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe eingesetzt, dazu etwa 6000 Kubikmeter Gülle, zählt Fangmeier auf. Daraus seien etwa fünf Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert worden – „etwa doppelt so viel, wie der Ort an Elektrizität benötigt“. Darüber hinaus habe die Anlage die Wärmekunden mit jährlich rund 3600 Megawattstunden Wärme versorgt. Insgesamt seien 3000 Tonnen CO 2 pro Jahr eingespart worden.

Die Bioenergieanlage Jühnde startete 2005 die Wärmeversorgung und die Warmwassereinspeisung in die Haushalte. Quelle: GLOK

„Wir sind durch alle Höhen und Tiefen gegangen“, sagt der Vorsitzende der Jühnder Genossenschaft rückblickend. Derzeit steht es um die wirtschaftliche Situation der Bioenergie Jühnde eG derzeit nicht gut, wie Fangmeier zugibt. Dafür gebe es mehrere Gründe. So stehe das Bioenergiedorf nach 15 Jahren vor einer neuen Herausforderung, etwa weil neue gesetzliche Anforderungen zu erfüllen seien. Fangmeier nennt die neue Düngemittelverordnung, die eine deutlich längere Lagerung fordert als bisher, und auch müsse ein Wall um die Anlage herum gebaut werden, um den Wasserschutz zu gewährleisten. Die erforderlichen Investitionen schätzt Fangmeier auf rund 700000 Euro.

Genossen suchen nach Investor

2015 war bereits in die Technik der Anlage investiert worden, um deren Effizienz zu steigern, berichtet Fangmeier. Allerdings wurde der einkalkulierte Technologiebonus laut EEG vom Betreiber des Stromnetzes nicht ausbezahlt. Die Genossenschaft hat aufgrund der fehlenden Einnahmen von geschätzt einer Viertelmillion Euro Klage eingereicht. Das Dilemma sei nach Angaben Fangmeiers, dass die Genossenschaft nicht mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet sei, um die notwendigen Investitionen zu tätigen. Weil die notwendigen Finanzmittel nicht aus Reihen der Genossen aufgebracht werden können, hatten die Genossenschaftsmitglieder im November den Vorstand beauftragt, nach einem Investor zu suchen. Es liefen bereits Gespräche mit möglichen Interessenten. Darüber hinaus soll den Genossen zu ihrer nächsten Generalversammlung ein Alternativvorschlag unterbreitet werden, wie die Anlage in Zukunft betrieben werden könnte.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation und dem Wissen von heute, gibt Fangmeier Besuchergruppen, die sich noch immer über das Konzept Bioenergiedorf Jühnde informieren, einen Rat mit auf den Weg. Man sollte nicht ohne genügend Kapitalausstattung an den Start gehen, damit man reagieren könne, etwa bei Rechtsstreitigkeiten oder notwendigen Investitionen. Und es gelte, die Anlage so effizient wie möglich zu betreiben, „denn Kapitalausstattung ist nicht gleich Wirtschaftlichkeit“.

Flexibilität als wesentlicher Faktor

Fangmeier wagt schließlich noch einen Blick in die Zukunft der Bioenergie allgemein. Wenn in einigen Jahren die EEG-Zulage wegfalle und sich die gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen nicht änderten, drohe vielen Biogasanlagen das aus. „Die Branche stöhnt ohne Ende“, schildert der Jühnder. Auch Landvolk-Geschäftsführer Hübner glaubt: „Es werden nur die Anlagen überleben, die heute schon gut dastehen“. Flexibilität sei dafür ein ganz wesentlicher Faktor. Aber ohne Förderung werde es nicht gehen, appelliert auch er an die Politik.

Dass die Bioenergie derzeit in der Politik „immer weniger Lobby“ hat, ist auch der Eindruck von Bernd Köhler, Geschäftsführer der C4Energie AG, einem Unternehmen das sich 2004 gegründet hat und inzwischen 13 (Bio)-Gasanlagen im gesamten Bundesgebiet betreibt. In der Region sind das die Anlagen in Hardegsen (in Kooperation mit dem Energieversorger EAM), wo das Biogas zu Biomethan umgewandelt und ins Erdgasnetz eingespeist wird, sowie die Biogasanlage in Bilshausen. Letztere hat das Unternehmen 2015 aus der Insolvenz heraus gekauft, so Köhler.

Nach Havarie in Insolvenz und übernommen

Die vorherige Betreibergesellschaft hatte nach einer Havarie in der Anlage im Jahr 2015 Insolvenz angemeldet. Im März 2015 waren Tausende Liter Gärsubstrat ausgelaufen, konnten aber in einem Havariebecken aufgefangen werden. Die C4Energie AG habe die „konstruktiven Mängel, die zur Havarie geführt hatten“ im Rahmen einer Teilmodernisierung nachgerüstet, so Köhler. Ziel sei eigentlich gewesen, die Anlage zu modernisieren und ein modernes Blockheizkraftwerk zu bauen. Davon habe man jetzt aber Abstand genommen, sagt der Unternehmer. Gründe seien die unter anderem erforderlichen Investitionen etwa in ein Schallgutachten und um die Auflagen des Gewerbeaufsichtsamtes zu erfüllen. „Die Anforderungen waren so hoch, dass die Kosten explodiert wären“, begründet Köhler. Und da sich auch die energiepolitischen Rahmenbedingungen verschlechtert hätten, werde in die Biogasanlage in Bilshausen nicht mehr investiert, sagt Köhler mit Bedauern.

Köhler sieht die Zukunft der Biogasanlagen nicht mehr in der reinen Strom- und Wärmeproduktion. „Viele Anlagen produzieren Strom, aber nutzen das Gas nicht“, sagt er. Vielmehr hält Köhler das Konzept, wie es in der Anlage in Hardegsen gefahren werde, für zukunftsfähig. 70 Prozent der Energie werde in den Bereichen Verkehr und Heizen verbraucht. Biogas, das zu Biomethangas umgewandelt werde, lasse sich speichern und über lange Strecken transportieren. Und, so Köhler, es handle sich um eine der wenigen Techniken, die ausgereift ist.“ In Bilshausen war von der früheren Betreibergesellschaft eine Kombination aus Biogas- und Biomethananlage angedacht. Die Beteiligten hatten sich dann aber in aller Stille von dem umstrittenen Großprojekt verabschiedet.

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Bioenergie im Landkreis Göttingen: Zahlen und Fakten

Im Landkreis Göttingen gibt es 24 Biogasanlagen und zwei Klärgasanlagen (bei Hattorf und bei Herzberg am Harz). Von den 24 Biogasanlagen sind die vier Bioenergiedörfer Jühnde, Barlissen, Reiffenhausen und Krebeck-Wollbrandshausen genossenschaftlich geführt. Weitere Biogasanlagen gibt es in Hilwartshausen, Barterode, Rosdorf, Obernjesa, Gieboldehausen, Bilshausen und in Duderstadt (zwei Anlagen).

Im angrenzenden Landkreis Northeim gibt es unter anderem die Biogasanlagen im Bioenergiedorf Asche sowie Anlagen in Hevensen, Moringen, Hollenstedt und Hillerse sowie weitere 14 Anlagen im restlichen Landkreis.

Im Landkreis Göttingen werden die Biogasanlagen von der Landwirtschaft beliefert. Etwa fünf Prozent der Fläche werde nach Angaben des Landvolks Göttingen für Maisanbau fünf Prozent der Fläche, darüber hinaus „in übersichtlichem Umfang Getreide als Ganzpflanzensilage und ebenso übersichtlich wenig Gras von Grünlandflächen“ genutzt.

Die Transportwege würden grundsätzlich so kurz wie möglich gehalten, hingen aber mit Fruchtfolgen und der Verfügbarkeit von Flächen der Lieferanten ab. Die Transportwege lägen betrügen durchschnittlich fünf Kilometer, so das Landvolk. Die Transportrouten zu den Biogasanlagen würden regelmäßig mit der Verkehrsbehörde, den Landwirten und den Anlagebetreibern besprochen, erklärt zum Beispiel Sabine Holste-Hoffmann von der Duderstädter Ordnungsbehörde.

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Uni-Forschungsprojekt mit Bioenergiedörfen Wollbrandshausen/Krebeck

Bioenergiedörfer stehen immer mal wieder im Fokus der Forschung. Aktuell widmen sich die Universitäten Kassel und Göttingen in einem gemeinsamen Projekt den Zukunftsperspektiven für Bioenergiedörfer. „Geschäftsmodelle und Nahwärmenetze“ sind der Inhalt des Kasseler Parts des gemeinsamen Forschungsvorhabens, während sich die Göttinger mit dem Bereich „Bürgerbeteiligung und Reststoffverwertung“ befassen. Beide Forschungseinrichtungen arbeiten dabei mit den Bioenergiedörfern Wollbrandshausen und Krebeck zusammen.

„Der Zeitpunkt für die Zusammenarbeit ist genau richtig, denn wir müssen uns über die Zukunftssicherung der Genossenschaft Gedanken machen. Seit zehn Jahren speisen wir mit unserer Biogasanlage Strom ins Netz und liefern zur großen Zufriedenheit unserer zur Zeit 230 Wärmekunden die Heizwärme für die Häuser in die beiden Dörfer“, berichtete Karl Heine, Geschäftsführer der beiden genossenschaftlich betriebenen Anlagen den Forschern bei einem Rundgang vor Ort. In den kommenden Jahren könnten die Anschlüsse sukzessive auf über 300 erhöht werden, da schon in der Bauphase sogenannte „Blindanschlüsse“ gelegt worden seien.

EEG-Förderung läuft aus

Da in zehn Jahren die Förderung über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ausläuft, muss das Geschäftsmodell der Bioenergiedörfer an die neuen Bedingungen am Energiemarkt angepasst werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Kassel. Was zunächst als langer Zeithorizont erscheine, relativiere sich jedoch, wenn man die eventuell notwendigen Investitionen vor Augen habe und die Beteiligung der Bürger an den Umgestaltungsprozessen sicherstellen wolle.

Der Geschäftsführer der Bioenergiedörfer Wollbrandshausen/Krebeck, Karl Heine (links), und Mitglieder des Aufsichtsrates der Genossenschaft mit Vertretern der Universitäten Kassel und Göttingen. Quelle: Karpenstein-Machan / R

Bürgerbeteiligung und die Gestaltung der Bioenergiedörfer durch Bürger sei von Anfang an bei der Umsetzung von Bioenergiedörfern ein wichtiges Thema gewesen. „Und so soll es auch bleiben“, sagt Dr. Ines Wilkens, die Projektkoordinatorin des Verbundprojektes. „Nicht umsonst trägt unser Forschungsprojekt den Namen: Innovative Konzepte und Geschäftsmodelle für zukunftsfähige Bioenergiedörfer– klimafreundlich, demokratisch, bürgernah“, so Wilkens.

Genossenschaft auf dem Weg in die Zukunft

Die Genossenschaft habe schon einiges auf dem Weg in die Zukunft in Angriff genommen. Neben notwendigen Erneuerungsinvestitionen wurde die flexible Stromproduktion vorbereitet, denn in den nächsten Jahren soll die Stromproduktion stärker an den Bedarf der Stromkunden angepasst und die Energielücken, die Sonnen- und Windenergie nicht schließen können, sollen durch Bioenergie geschlossen werden. „Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, kommt unsere Biogasanlage zum Einsatz“ erläuterte Heine.

Entwicklung der EEG-Umlage in ct/kWh von 2008 bis 2009. Quelle: Bundesnetzagentur

Unter dem Stichwort „Flexibilisierung“ bereiteten sich schon viele Biogasanlagen auf die „Nach-EEG-Zeit“ vor, heißt es in der Mitteilung weiter. Die im Forschungsprojekt gemeinsam bearbeiteten Themen seien zum Beipsiel ökologische Alternativen zum bisherigen Maiseinsatz als Gärsubstrat, Aspekte der Reststoffverwertung, die regionale Vermarktung oder Direktnutzung des Biogasstroms sowie ergänzende Energietechnologien, wie Solarthermie für innovative Nahwärmesysteme. Darüber hinaus sollen Workshops mit den Energiegenossenschaften dazu beitragen die Bürgerbeteiligung und das Ansehen der Bioenergie zu stärken.

Voneinander lernen

„Durch den Austausch mit weiteren Bioenergiedörfern können wir viel voneinander lernen und die daraus hervorgehenden Maßnahmen und Empfehlungen an die zur Zeit rund 200 Bioenergiekommunen in Deutschland über einen Leitfaden und eine Internetplattform weitergeben“, erläutert Wilkens die geplante Verbreitung des Wissens. Für Karl Heine ist es bei all den zukünftigen Anpassungsmaßnahmen wichtig: „immer die Kosten fest im Blick zu haben, denn wir sind als Genossenschaft für die zuverlässige und bezahlbare Wärmeversorgung von Krebeck und Wollbrandshausen auf lange Sicht verantwortlich“.

Positive Ökobilanz

Die BioEnergie Wollbrandshausen-Krebeck eG zeigt sich auf ihrer Internetseite zufrieden mit ihrer Ökobilanz. Dort heißt es zum Beispiel, dass die Anlage „durch die die Abschaffung der 221 Alt-Heizungen und ihrer optimalen Fahrweise eine Menge an CO2-Äquivalenten einspart. Ihr gutes Einsparpotenzial ergibt sich aus mehreren Quellen, einerseits die unmittelbare Verfügbarkeit an Substraten aus der Umgebung. Andererseits die gute Kombination aus einem Mais-Gülle Verhältnis, welches der Anlage einen Methanbonus (ca. 560000 Kilogramm pro Jahr) gewährt.

Überblick Bundeswettbewerb Bioenergiedörfer

5. Bundeswettbewerb „Bioenergie-Kommunen“ gestartet

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat jetzt den fünften Bundeswettbewerb „Bioenergie-Kommunen“ ausgeschrieben. Mit dem Wettbewerb sollen, so heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums, Dörfer und Städte prämiert werden, die ihren Energiebedarf maßgeblich durch Nutzung von nachhaltig verfügbaren nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Reststoffen und anderen erneuerbaren Energien decken und sich damit vorbildlich für Energiewende und Klimaschutz engagieren.

Adressat sind Kommunen in Deutschland, die einen Großteil ihres Strom- und Wärmebedarfs aus regional erzeugter Biomasse decken. Prämiert werden drei besonders erfolgreiche Bioenergie-Kommunen, „die ein gutes Vorbild sind für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen und für Stadt-Land-Partnerschaften zur Bereitstellung und Nutzung von Biomasse beziehungsweise Bioenergie für eine klimafreundliche, erneuerbare Energieversorgung“, heißt es in der Wettbewerbsbeschreibung. Die drei prämierten Bioenergie-Kommunen 2019 erhalten jeweils 10000 Euro Preisgeld. Die Preisgelder sollen für die Weiterentwicklung der Bioenergie-Kommunen zum Einsatz kommen.

Biogasanlage in Reken Quelle: Dörthe Hagenguth/FNR

Bewertet werden:

• der Versorgungsgrad mit Bioenergie,

• die Effizienz, Nachhaltigkeit und Innovation der Biomassenutzung sowie Konzepte und Maßnahmen zur intelligenten Nutzung von Biomasse/Bioenergie in Systemen mit weiteren erneuerbaren Energien,

• die regionale Wertschöpfung durch Bioenergie,

• kommunale Beschlussfassungen, Netzwerke und Beteiligung der Bevölkerung,

Bioenergie in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Kommune sowie

• die geplante Verwendung des Preisgeldes.

Die Umsetzung des Wettbewerbs erfolgt durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR). Die Bewerbungsunterlagen stehen auf der Internetseite unter www.bioenergie-kommunen.de zur Verfügung. Bewerbungsschluss ist der 15. August 2019.

Bundesverband Bioenergie: „Wir können mehr“

„Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind jetzt und zukünftig nur mit Bioenergie erreichbar.“ Dieses Fazit hat jetzt der Bundesverband Bioenergie (BBE) gezogen. „Schon heute liefern Biogas, Holzenergie, Biokraftstoffe und andere Biomassen einen enormen und stabilen Beitrag zum Klimaschutz und haben 2017 über alle Sektoren hinweg 64 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Diese Leistung kann nicht einfach vernachlässigt werden, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen“, mahnt BBE-Vorstandsvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Artur Auernhammer (CSU) angesichts des zögerlichen Handelns der Bundesregierung in einer Pressemitteilung.

Primärenergieverbrauch erneuerbarer Energieträger 2018 Quelle: FNR

Besonders im Wärme- und Verkehrssektor sei die Biomasse „der mit Abstand wichtigste Energieträger mit einem Anteil von 86,6 Prozent beziehungsweise 87,7 Prozent an den Erneuerbaren Energien. Ob das Ziel, bis 2030 65 Prozent am Bruttostrombedarf aus Erneuerbaren zu erzeugen, erreicht werde, stehe und falle mit der Biomasse.

Der Mitteilung des Verbands zufolge schlage der BBE außer Verbesserungen an den Ausschreibungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) unter anderem die Festlegung eines Stabilisierungspfads im EEG vor, der den Beitrag der Bioenergie mindestens auf dem heutigen Niveau halte und Platz für neue und bestehende Anlagen biete.

Bioenergiepotenziale in Deutschland im Jahr 2050 laut Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe:

Weiterführende Links zum Thema:

Der Regionalverband bietet eine interaktive Karte der Biogasanlagen in Südniedersachsen (Landkreise Göttingen und Northeim).

Der Landkreis Göttingen stellt auf seinem Geoportal eine Karte der Biogasanlagen im Landkreis Göttingen zur Verfügung.

Tageblatt-Themenseite zur Biogasanlage Bilshausen.

Die Bundesnetzagentur informiert über Kernaspekte der erneuerbaren Energien in Deutschland und informiert über die Entwicklung des EEG in Zahlen.

Umfangreiche Informationen und Basisdaten zum Thema Nachwachsende Rohstoffe gibt es auf der Website der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe.

Internetseite mit Hinweisen zum Bundeswettbewerb Bioenergie-Kommunen 2019.

Der Bundesverband Bioenergie e. V. schlägt Maßnahmen zur Erreichung des Klimaschutzziels der Bundesregierung für das Jahr 2030 auf seiner Internetpräsenz vor.

Detailliertere Informationen bieten auch die Internetseiten der Bioenergiedorf Jühnde eG und der BioEnergie Wollbrandshausen-Krebeck eG, aber auch der C4Energie AG.

Von Britta Eichner-Ramm