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19:55 26.10.2009
Am Laptop: Gerhard Eckhardt verarbeitet Göttinger Geschichte zu Büchern. Quelle: Theodoro da Silva

Er ist nicht gerade groß, schlank, grauhaarig – und steckt mit seinen 81 Jahren voller Energie. Energie, die Gerhard Eckhardt vor allem in die Suche nach Geschichten für seine „Göttingen Bücher“ steckt. Das sind amüsante wie informative Anekdoten, Erinnerungen an stadtbekannte Käuze oder wahre Kriminalfälle – immer thematisch sortiert. Dabei ist Eckhardt ein akribischer Sucher mit Gespür für das Besondere im Alltäglichen. Stadtarchiv, Stadtbibliothek, Kirchenarchive und alte Tageblattausgaben („eine wahre Fundgrube“) sind dann zeitweise sein Leben. „Beim Stöbern“ findet er seine Themen, „die vielleicht auch andere interessieren könnten“. Dann macht er Kopien, sammelt weiter, sortiert – und schreibt.
So systematisch ist Eckhardt früher nicht vorgegangen. In seinen ersten Jugendbüchern und Krimis „wusste ich manchmal abends nicht, wie es weitergeht“. Sein Lieblingsbuch aus dieser Zeit beschreibt die Geschichte einer Zwangsadoption in der DDR. Aber mit den Büchern über Göttingen „habe ich mein Thema gefunden“.

Da überrascht es nicht, dass er die Anfänge seiner Schreiblust bei einer Familienchronik sieht, die er 1985 zusammenstellte („Mein dickstes Buch bisher“) – und in der Heimatkunde. Denn Eckhardt ist eigentlich Lehrer und hat von 1952 bis 1990 an einer Grundschule bei Hildesheim gearbeitet. Nach der Pensionierung kam er zurück in seine Geburtsstadt Göttingen – „nach Hause“. Hier lebt er seitdem im GDA-Wohnstift – sein Zimmer ist auch seine Schreibstube. Und hier ist er als Autor erst richtig durchgestartet: seit 1990 im Literaturkreis Geismar, 1993 mit dem ersten Preis der Alexander-Stiftung ausgezeichnet und jährlich mit einem neuen Buch. Eckhardt recherchiert und schreibt täglich – am Laptop. „Ich brauche das“, sagt er, „sonst fehlt mir was.“

Eingeschränkt hat er seine zweite Leidenschaft: die Zauberei. Professionell war er früher in Schulen, Kindergärten, Altersheimen, bei Familienfesten und im Lager Friedland aufgetreten. Denn Zaubern und Schreiben seien verwandte Musen. „Mit beidem kann man sein Publikum unterhalten – und was gibt es schöneres?“

Von Ulrich Schubert

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