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Unter uns Angstschweiß und Eile machen Bienen aggressiv
Thema Specials Unter uns Angstschweiß und Eile machen Bienen aggressiv
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Weiß mit Bienen umzugehen: Hobbyimker Manfred Voigt aus Rittmarshausen.
Weiß mit Bienen umzugehen: Hobbyimker Manfred Voigt aus Rittmarshausen. Quelle: Hinzmann
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Vor August in den Urlaub zu fahren, ist bei Martin Voigt (43) nicht drin. Der gelernte Krankengymnast, der in Rittmarshausen lebt, besitzt 40 Bienenvölker. Von Mai bis Juli muss er sich intensiv um seine Insekten kümmern. Regelmäßig kontrolliert er die Bienenstöcke. Anderenfalls droht sich das Volk zu teilen. Eine Hälfte würde schwärmen und sich mit einer eigenen Königin einen neuen Standort suchen.

Anfang Juni und Anfang Juli gewinnt der Imker den Honig, mit dessen Verkauf er sein Hobby finanzieren kann. Voigt kennt all das von Kindesbeinen an. Sein Vater, der nach dem Krieg als Flüchtling aus Stettin nach Göttingen kam, legte sich nach der Familiengründung Bienen zu. Voigt half schon als Junge auf dem Bienenstand des Vaters in Ischenrode mit. Mit 20 Jahren legte er sich sein erstes eigenes Volk zu.

„Bienen faszinieren mich unglaublich“, sagt der Imker. Ein Volk setzt sich aus bis zu 60000 Tieren zusammen. Obwohl niemand Kommandos gibt, weiß jedes einzelne Insekt, was es zu tun hat. Die Informationen werden durch Tanz und durch Aussenden von Duftstoffen weitergegeben. „Oft sitze ich eine Stunde lang vor der Schauwabe und beobachte die Tieren.“

Den Imker schrecken auch Bienenstiche nicht ab. Durch Vorsichtsmaßnahmen hält er ihre Zahl gering. So meidet er zu bestimmten Zeiten den Kontakt: Vor einem Gewitter, bei Regen und in der Dämmerung wollen Bienen in Ruhe gelassen werden. Im Herbst, wenn sie ihren Wintervorrat nervös im Auge haben, sind sie verteidigungsbereiter als im Frühjahr.

Glatte Kleidung bevorzugt

Imker bevorzugen weiße, glatte Kleidung und verzichten auf Deo und Parfüm, da diese Bienen stechfreudig machen. Auch auf Angstschweiß reagieren die Sechsbeiner aggressiv. Imker bewegen sich langsam und ohne Hast. Voigt hält zudem friedfertige Rassen. „Wenn eine Biene zugestochen hat, kratze ich den Stachel von der Seite heraus“, erläutert der Imker. Er hütet sich davor, den Stachel mit Daumen und Zeigefinger zu packen. Dann würde er nämlich das Gift aus der Blase am Stachelende in die Wunde drücken.

Informationen über Bienenzucht erteilt Manfred Voigt, der dem Imkerverein Göttingen angehört, unter Telefon 05508/1432.

Von Michael Caspar

Folge vom 6. Juli 2006