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Unter uns Mit 14 Jahren den Weg zur Autorin eingeschlagen
Thema Specials Unter uns Mit 14 Jahren den Weg zur Autorin eingeschlagen
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Schriftstellerin und Erstlingswerk: Annika Reinhardt liest in „Das Missverständnis einer LIebe“. Quelle: PH
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Es erzählt von Liebe und Eifersucht, von überbordender Freude und tiefer Verzweiflung. Annika Reinhardt hat mit vierzehn Jahren ihr erstes Buch veröffentlicht. „Das Missverständnis einer Liebe“ ist im Handel erschienen. „Ich schreibe ja schon ewig.“ Ewig, damit meint Annika, „seit ich das Alphabet beherrsche“. Anfangs habe sie eher für sich selbst geschrieben. Dann schenkte sie ihrem Opa eine ihrer Erzählungen. „Die Wunderblume“ gefiel ihm sehr. „Die musst du mal an einen Verlag schicken“, empfahl er seiner Enkelin und brachte sie damit auf den Gedanken, Selbstverfasstes an die Öffentlichkeit zu bringen.

Liebesgeschichten, Krimis, Fantasy gehören zum Alltag von Annika Reinhardt, sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben. Dabei orientiert sie sich an den ganz Großen: an Jane Austen mit „Stolz und Vorurteil“ oder an Margaret Mitchell mit „Vom Wind verweht“. Viele ihrer Geschichten sind nicht fertig geworden. „Das Missverständnis einer Liebe“ hat Annika Reinhardt zu Ende geschrieben.

Überrascht hat sie ihren Vater damit, dass sie so weit in die Vergangenheit gegangen ist. Ihr Buch spiele im 18. bis 19. Jahrhundert, in der Zeit der Kutschen und Kavaliere, erklärt die Schülerin, die mit ihren langen blonden Haaren selbst gut in das Ambiente passen würde. Ihre Eltern, Freunde, Klassenkameraden sind ihre ersten Leser und damit auch ihre ersten Rezensenten.

Ein halbes bis ein dreiviertel Jahr hat die Schreiberin für das 54 Seiten starke Werk gebraucht. Denn die sprachbegabte Gymnasiastin hat nicht immer Zeit zum Schreiben. Seit Februar ist sie Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Jugendbuch (Jubu-Crew) in Göttingen, sie spielt Tennis, sie tanzt, sie spielt Theater. Zweimal in der Woche gibt sie Nachhilfe in Mathe und muss schließlich auch selbst für die Schule lernen. Doch „es fällt ihr leicht“, sagt ihre Mutter.

Als die Romanze schließlich fertig war, habe sie sie auch herausbringen wollen, erzählt Annika Reinhardt. Sie suchte im Internet nach einem passenden Verlag und ist schließlich auf Bettina Peters gestoßen. Weil Peters als Autorin selbst erfahren habe, wie schwer es ist, als unbekannter Schreiber ein Buch auf den Markt zu bringen, habe sie einen Verlag gegründet, erzählt die Bovender Autorin. Im November 2006 schickte sie ihr Manuskript weg, im Dezember hatte sie Antwort.

„Du bist wirklich erst vierzehn?“ las Annikas Vater in einer versehentlich geöffneten Mail an die Tochter. Der Verlag wollte die Geschichte drucken. Gemeinsam mit den Eltern prüfte die Schülerin die Konditionen, der Vertrag wurde abgeschlossen. Kurz vor ihrem 15. Geburtstag hielt sie ihr erstes Buch in den Händen. Die ersten 100 Exemplare sind gedruckt, 40 hat Annika schon verkauft, im Freundeskreis und in der Verwandtschaft. In der Buchhandlung Calvör in Bovenden hat das Buch einen Fensterplatz bekommen. Beim nächsten Neujahrsempfang des Fleckens darf die Bovenderin ihr erstes Werk verkaufen. In der Schule ist die Teenagerin für ihre Leistung ausgezeichnet worden. Auf der Leipziger Buchmesse war ihr Buch dabei, auch auf in Frankfurt soll es vorgestellt werden. Und Annika Reinhardt schreibt fleißig weiter. Nur eines ist sicher: Eine solide Ausbildung soll sie machen, „das steht fest“, sagt ihre Mutter.

enz

Folge vom 6. Oktober 2007

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