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Unter uns Mit Kindern über Gott und die Welt reden
Thema Specials Unter uns Mit Kindern über Gott und die Welt reden
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16:55 30.03.2012
Von Gerald Kräft
Wegbegleiterin: Erzieherin Sabine Loth betreut seit 40 Jahren die Diemardener Kinder.
Wegbegleiterin: Erzieherin Sabine Loth betreut seit 40 Jahren die Diemardener Kinder. Quelle: Pförtner
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Für Sabine Loth gibt es nichts herrlicheres, als mit Kindern „über Gott und die Welt zu reden“. Das macht die Göttingerin seit 40 Jahren, auch wenn sie keine eigenen Kinder hat. „Ich liebe Kinder“, sagt die 57-Jährige. Sie hält das auch für eine Grundvoraussetzung für ihren Beruf.

Am 1. April 1972 begann sie als Praktikantin noch im alten Kindergarten, nur einen Steinwurf vom neuen und größeren entfernt. Dort betreut Loth heute die Ganztagsgruppe und ist stellvertretende Leiterin. „Als ich angefangen habe, konnten die Kinder noch auf der Straße spielen oder alleine nach Hause gehen.“ Das ist heute an der Hauptstraße zu gefährlich. Für die Kinder liegt Wald und Feldmark aber auch heute noch um die Ecke. Die Kinder der Einrichtung gehen einmal in der Woche wandern – zur Diemardener Warte oder zum Sängerplatz im Wald.

Heute seien Kinder freier und offener, sagt die Kindergärtnerin. Auch das Bewusstsein über Erziehung habe sich gewandelt. „Wir sehen uns als Wegbegleiter, wir unterstützen mehr als zu verbieten.“ Früher sei aus Angst mehr reglementiert und den Kindern wenig zugetraut worden. Loth hatte als Kinderpflegerin begonnen und später neben der Arbeit am Abend noch eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Gearbeitet hat sie ununterbrochen in Diemarden. „Das ist meine zweite Heimat geworden, mehr als mein halbes Leben“, resümiert die gebürtige Göttingerin. „Ich hatte immer tolle Kollegen und wollte nie woanders arbeiten.“

Mittlerweile gehören zum Kindergarten ein Hort und eine Krippe. 57 Kinder werden betreut, die sich aussuchen können, mit wem sie spielen wollen. Von einigen Kindern betreute Loth bereits die Väter und Mütter. Loth ist nicht nur die religionspädagogische Arbeit wichtig, sondern auch die Musik.  Mit ihren Kindern trommelt sie gern und macht Musik auch auf Festen und im Gottesdienst. Sie spielt mehrere Instrumente wie Gitarre und Akkordeon. Mit Gesang und am Keyboard trat sie früher auch mit einer Gruppe auf. „Das ist lang her“, wehrt sie ab. In anderthalb Jahren will sie aufhören, natürlich nicht ganz. „Wenn ich fit und gesund bin, könnte ich mir noch ein bisschen Vertretung vorstellen.“ Sie steht zwar nicht gerne im Mittelpunkt, aber zu ihren Ehren wird am Sonntag ein Gottesdienst in der Diemardener Kirche abgehalten.