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Unter uns Seit zehn Jahren vom asiatischen Reisefieber gepackt
Thema Specials Unter uns Seit zehn Jahren vom asiatischen Reisefieber gepackt
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In China, Indien, Vietnam, Burma und zuletzt in der Mongolei unterwegs: Wolfgang Jäckel bereist mit seiner Frau ferne Gefilde.
In China, Indien, Vietnam, Burma und zuletzt in der Mongolei unterwegs: Wolfgang Jäckel bereist mit seiner Frau ferne Gefilde. Quelle: PH
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Ein Reiseführer hatte das Ehepaar Wolfgang und Monika Jäckel vor der ersten Reise nach China gewarnt: „Sie werden sich mit dem asiatischen Fieber infizieren.“ Gemeint war damit keine reale Krankheit, sondern das Reisefieber, die Faszination für Fernost. Das Ehepaar Jäckel wurde davon voll erfasst.

Dabei war die China-Reise 1997 für die beiden eine ganz schöne Überwindung. Denn erst zur Silberhochzeit 1994 hatten die beiden überhaupt ihre erste Flugreise unternommen – nach Marokko. Zuvor war die Familie, auch wegen den beiden Kinder, immer im engeren Radius unterwegs, in Deutschland und den Nachbarländern.

Die Idee, nach China zu reisen, entstand ganz spontan. Als ein Kollege ihn fragte, wohin denn im nächsten Jahr die Reise gehen soll, antwortete Jäckel, dem gerade die Chinesische Mauer in den Sinn kam, flapsig: „Nach China.“ Der Kollege war aber tatsächlich schon dort gewesen, gab ein paar Tipps, und das Ehepaar Jäckel ließ sich am Ende überzeugen. Seitdem reisen die beiden regelmäßig mit Gruppenreisen einmal im Jahr in fernere Gefilde. China und Indien waren schon mehrfach das Ziel, aber auch Thailand, Myanmar (Burma), Vietnam und im vergangenen Jahr die Mongolei.

Bei dieser Reise ging es mit sieben Jeeps – teils stundenlang – durch Steppe und die Wüste Gobi, erzählt Jäckel. Wolkenbruchartige Regenfälle verlangten den Teilnehmern einiges ab. Ein Geländewagen blieb in einem Flusslauf stecken, geschlafen wurde in Zelten.

Mittlerweile berichtet Jäckel, der 1973 von Berlin nach Südniedersachsen kam, auch in Dia-Vorträgen über seine Reisen. Als der Elektroingenieur, der Ressortleiter bei der Telekom war, 1999 in den Ruhestand ging, suchte er eine neue Aufgabe. Er fand sie im Alma-Louisenstift. Für die Bewohner des Altenheimes gestaltete er ehrenamtlich Unterhaltungsnachmittage, bei denen er Dias von den früheren Reisen mit seiner Familie zeigte. Seitdem präsentiert er im Winterhalbjahr von Oktober bis April alle zwei Wochen eine Stunde lang Dias von einer der früheren Reisen – in der nächsten Woche beispielsweise über die erste gemeinsame Reise mit seiner Frau 1967 nach Tirol. Jäckel freut sich, wenn er damit bei den alten Menschen Erinnerungen und Reaktionen hervorrufen kann. Für Ludger Temme, den Leiter des Alma-Louisenstifts, sind die Nachmittage „eine sehr schöne Abwechslung für die Bewohner“. Jäckel sei „ein sehr treuer ehrenamtlicher Mitarbeiter“.

Über die Unterhaltungsnachmittage entstand die Idee, dass Jäckel auch – technisch aufgerüstet – über seine Fernreisen für eine breitere Öffentlichkeit berichtet. Dies geschieht nun seit sechs Jahren unter anderem ebenfalls im Alma-Louisenstift oder im Göttinger Altenzentrum am Ingeborg-Nahnsen-Platz vor Telekom-Ruheständlern. Dabei spielt er auch mitgebrachte Musik aus den Reiseländern ein.

Der 61-jährige Jäckel und seine 57-jährige Frau wollen ihre Fernreisen fortsetzen. Für dieses Jahr ist eine Reise nach Westchina, Usbekistan, Kirgisien und Kasachstan geplant, für 2008 peilen die beiden Indonesien als mögliches Ziel an.

Wolfgang Jäckel berichtet über seine Reise in die Mongolei in einer öffentlichen Diashow im Alma-Louisenstift, Mühlenanger 7, am Montag, 5. und 12. Februar, um 19 Uhr im Wintergarten.

Von Jörn Barke

Folge vom 3. Februar 2007