Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Unter uns Torsten Flader gehört zum harten Kern
Thema Specials Unter uns Torsten Flader gehört zum harten Kern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 04.08.2011
Mit dem Findelkind aus den Südkarpaten: Torsten Flader mit Hund Ursus.
Mit dem Findelkind aus den Südkarpaten: Torsten Flader mit Hund Ursus. Quelle: Hinzmann
Anzeige

Als er 1986 mit seiner Oma auf einem Spaziergang an einem Pfadfinderlager vorbeikam, fing alles an. Der damals siebenjährige Torsten Flader wollte unbedingt auch einmal in der freien Natur in einem Zelt übernachten und ein echter Pfadfinder sein. Mittlerweile ist er seit 25 Jahren dabei, hat 4000-Personen-Zeltlager und die Jugendgruppenausbildung in Südniedersachsen über Jahre organisiert. In viele europäische Länder brachten ihn die Pfadfinder – und zum evangelischen Kirchentag.

Die Hakas (ein Kunstwort aus den Initialien HK: „Harter Kern“) sind die ehrenamtlichen Helfer beim Kirchentag, die schon zehn Tage vor dessen Beginn mit dem Aufbau vor Ort beginnen, während des Großereignisses helfen und anschließend drei Tage lang alles wieder abbauen. „Die meisten von uns helfen seit Jahren, daher kenne ich ungefähr 80 Prozent der 600 Hakas“, erzählt Flader. Aus der ganzen Republik reisen sie an die wechselnden Kirchentagsorte. Flader ist der Einzige aus der Region Göttingen.

Seit dem Kirchentag in Leipzig 1997 ist der 32-Jährige bei jedem evangelischen und dem ökumenischen Kirchentag 2010 in München im Einsatz gewesen. „Im ersten Jahr war es allerdings ziemlich doof“, erinnert sich der Medienwissenschaftler. „Ich musste fünf Tage lang einen Aufzug in der Messe bedienen, weil die Kirchentagsbesucher das aus irgendwelchen Gründen nicht selbst durften.“ Trotzdem hat der damalige Gymnasiast sich nicht abschrecken lassen. Auch 1999 in Stuttgart war er dabei, seit 2001 zählt er zu den Hakas.

In verschiedene Gruppen war Flader seitdem eingeteilt. „2003 in Berlin war ich in der Gruppe Fahnen, die überall in der Stadt, zum Beispiel in Messehallen und auf Kirchtürmen, Mottofahnen aufhängt“, erzählt Flader. Seit dem Kirchentag in Hannover 2005 leitet er die Gruppe der Fahrradkuriere. Diese transportieren Nachrichten, Getränke und sonstige Dinge für die Kirchentagsmitarbeiter durch die Stadt. 35 Kuriere mit ebenso vielen Fahrrädern, elf Anhänger, fünf Lastenräder und drei Rikschas unterstehen ihm. „Da jedes Jahr mehr Menschen zum Kirchentag kommen, ist mit Autos in der Innenstadt kein Durchkommen“, erklärt Flader.

Doch nicht nur beim Kirchentag zeigt der Wahlgöttinger regelmäßig Einsatz. Für den MTV Holzminden – seiner Heimatstadt – leitet er seit zehn Jahren die jährliche Skiausfahrt in die Schweiz. Auf der Jugendburg Ludwigstein in Nordhessen absolvierte Flader seinen Zivildienst, bringt seitdem regelmäßig neue Konzepte ein und saß drei Jahre im Kuratorium. Bei der Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker hat er im Jahr 2008 die 40-Jahr-Feier mitorganisiert und an der Genozidkonvention mitgearbeitet. Fladers Motivation: „Ich wollte in meiner Freizeit was erreichen und hatte zur richtigen Zeit ein paar gute Ideen.“

Von Marina Engler