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Unter uns Zwillings-Hobby: Sportskanone im Doppelpack
Thema Specials Unter uns Zwillings-Hobby: Sportskanone im Doppelpack
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Zwischen Abzeichen und Urkunden: Günter Spörhase dokumentiert seine sportlichen Erfolge.
Zwischen Abzeichen und Urkunden: Günter Spörhase dokumentiert seine sportlichen Erfolge. Quelle: BB
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Ganze Aktenordner mit Sportabzeichen und -urkunden türmen sich auf einer Anrichte im Keller. „Das Sportliche liegt anscheinend in den Genen“, sagt Günter Spörhase in Hinblick auf seine Familie. Seit 1947 treibt der heute 70-jährige Göttinger Sport im Verein. Er war bei zahlreichen Niedersächsischen und Deutschen Turnfesten dabei, hat bereits zum 39. Mal das Deutsche Sportabzeichen in Gold abgelegt, mehr als 15 Mal das DLV-Mehrkampfabzeichen. Spörhase fungiert auch selbst als Prüfer für das Sportabzeichen.

Doch die Sportskanone fährt nicht allein, sondern im Doppelpack zu den Sportveranstaltungen: Die meisten Wettkämpfe bestreitet Günter Spörhase schon seit der Kindheit zusammen mit seinem Zwillingsbruder Herbert. Dieser wohnt in Seesen. Der Sport verbindet die beiden Brüder, sie treffen sich regelmäßig bei Veranstaltungen in Stadtoldendorf, Ebergötzen, Göttingen oder im Naturpark Elm am Tetzelstein.

Sonderurkunde

So haben sich die beiden 70-Jährigen auch gleich nach ihrem „140-Jährigen Zwillingsgeburtstag“ am 29. Juni wieder sportlichen Herausforderungen gestellt: Beim Elm-Bergturnfest, das ebenfalls sein 140-jähriges Bestehen feierte, erhielten sie auch prompt eine Sonderurkunde zur Würdigung des ganz besonderen Doppelgeburtstags und ganz nebenbei auch zur Anerkennung für ihre zehnmalige Teilnahme.

Auch beruflich haben die 1936 in Göttingen geborenen Brüder einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen: Sie lernten an der Bundesfachschule des Schlosser- und Maschinenbauer-Handwerks in Northeim und treffen sich auch heute noch regelmäßig mit ihren Kommilitonen von damals.

Sport wurde schon in ihrem Elternhaus groß geschrieben. „Mein Vater hat Handball im MTV Grone gespielt und auch Fußball. Er hat damals den FC Grone mit gegründet“, erinnert sich Günter Spörhase. Auch an seine Kinder hat Spörhase den sportlichen Gedanken weitergegeben. Es sei ihm wichtig gewesen, „dass sie herangeführt wurden, etwas zu tun“. Mittlerweile kann Günter Spörhase zusammen mit seinen Enkeln Sport treiben. So war etwa der 13-jährige Nils im vergangenen Jahr zusammen mit seinem Großvater als Dreikämpfer beim Deutschen Turnfest in Berlin dabei.

Einmal pro Woche trainiert der 70-Jährige für das Sportabzeichen. Neben dem Sport gibt es für ihn auch andere Hobbys, die, so erzählt Spörhase, mit der Zeit immer mehr Raum einnehmen. So arbeitet er mit Vorliebe in seinem Kleingarten und spielt Akkordeon.

Gartenarbeit

Im Winter kümmert er sich um die Archivierung und Dokumentation der Urkunden und Abzeichen – mittlerweile mit Hilfe seiner Computerkenntnisse, die er sich selbst angeeignet hat und die er in Kursen in der Stadtbibliothek auch an andere Senioren weitergibt. Sein sportliches Engagement sieht er mit wachsender Gelassenheit, und so nimmt etwa die Arbeit in seinem Garten eine immer größere Rolle ein. Eine Entwicklung, die er mit einer großen Portion Selbstironie auf den Punkt bringt: „Die Dummen rennen, die Klugen warten, die Weisen gehen in den Garten.“

Von Andrea Haske

Folge vom 8. August 2006