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Wätzolds Woche Hauptsache gesund
Thema Specials Wätzolds Woche Hauptsache gesund
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15:18 24.03.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Mit dem Rauchen bin ich durch! Und wenn ich mich weiterhin wenigstens so im Griff habe, dass sich bei mir weder Adipositas, noch Alkoholismus einstellen, müsste ich eigentlich trotz mäßiger Bewegung ein biblisches Alter erreichen. So dachte ich bis letzten Samstag. Doch dann las ich, dass der Sportmediziner Dr. Thomas Suermann bei der Gesundheitswochen-Auftaktveranstaltung sagte, dass zwei sitzend vor dem Fernseher verbrachte Stunden so schädlich seien wie zehn Zigaretten. Wir sind also quasi alle Kettenraucher.

Seitdem bin ich alarmiert und schaue mir nur noch Unverzichtbares im Fernsehen an: Simpsons, Jerks, heute show und Sandmännchen. Aber auch damit bin ich ja mindestens noch Gelegenheitsraucher. Das macht mich irgendwie fertig. Und was hilft, wenn man hypochondrisch wird und damit den Lungenkrebs geradezu heraufbeschwört? Genau, der Blick auf andere, denen es noch schlechter geht, als einem selbst. So geriet unter der Woche die bemitleidenswerte Nina Ruge in meinen Fokus, die zur Gesundheitswoche bereits zwei Beiträge beitrug und dabei ihr schreckliches Leid offenbarte. Am Montag berichtete die arme Frau zunächst von den insgesamt drei Bandscheibenvorfällen, die sie bereits hatte und klärte uns auf, dass "Wackel-Sitzen" kein Zeichen von Hospitalismus ist, sondern die beste Rückenvorsorge überhaupt. Und am Mittwoch schrieb das Superweib des Boulevard-Journalismus in schonungsloser Offenheit, dass sie einst "Mitesser, entzündliche Pusteln und Rötungen" im Gesicht plagten. Schuld daran war eine "genetische Disposition", die ihre Talgdrüsen empfindlich für Testosteron machte. So verursachte tägliches Schminken bei ihr eine "sogenannte Kosmetikakne". Und die ist bestimmt noch schlimmer als Helge Schneiders "Aktentaschenakne".

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Ich finde es auf jeden Fall ganz toll von Frau Ruge, dass sie so offen über ihre eigenen körperlichen Unzulänglichkeiten spricht. Denn sie tut das ja völlig uneigennützig, nur um uns vor ähnlichem zu bewahren. Und eben nicht, um ihre Gesundheitsratgeber zu verkaufen. Und da ich selbst weder unter Bandscheibenproblemen, noch unter Kosmetikakne leide, fühle ich mich nun wieder mopsfidel und habe gestern sogar einen ganzen Spielfilm inhaliert.

Von Lars Wätzold

Den Autor erreichen Sie unter redaktion@goettinger-tageblatt.de