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Wätzolds Woche Ist doch egal
Thema Specials Wätzolds Woche Ist doch egal
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00:30 03.08.2015
Quelle: GT
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Selbstverständlich profitieren ältere Kita-Kinder von dieser Abstimmung in keiner Weise.

 
Auch die Göttinger dürfen über alles Mögliche mitreden. Zum Beispiel darüber, wie es mit der Stadthalle weitergehen soll. Bei der diesbezüglichen Versammlung waren aber so wenige Interessierte (obwohl die Teilnahme keine 25 Cent kostete), dass die Mehrheitsmeinung wohl "Mir egal" lauten dürfte.

 
Auch um die Zukunft des städtischen Museums dürfen Bürger debattieren. Da allerdings nur wenige Ausgewählte, die sich vorher bewerben mussten. Denen ist es dann wenigstens nicht egal.

 
Deren Diskussionsergebnis könnte allerdings wiederum ziemlich egal sein. Nämlich, wenn das Museum kaum noch Eigenetat hat, um irgendwas davon zu realisieren, weil es ja das Kunstquartier mitfinanzieren muss.

 
Über das Kunstquartier selbst wird wiederum gar nicht unter amtlicher Anleitung diskutiert, obwohl das Thema vielen überhaupt nicht egal ist und es immense Auswirkungen für die Innenstadt hat, wenn es kommt. Die von der Stadt ohnehin schon forcierte Gentrifizierung dürfte dann jedenfalls erst richtig Fahrt aufnehmen.

 
Mitreden darf man also da, wo es der Verwaltung Recht ist. Beziehungsweise egal. Deshalb kann sich auch ruhig irgendein Bürgerforum an den 2 Entwürfen für die Groner Straße abarbeiten, während am Stadtrand ohne Diskussion 33.000 qm Bodenfläche für 2 Möbelmärkte versiegelt werden.

 
Zudem lehrt uns die Erfahrung, dass die Meinungen debattierfreudiger Bürger kaum nennenswerte Konsequenzen haben dürften.

Vielleicht ist das aber auch ganz gut, denn bei der Sonntagsfrage im Pro7-Teletext holt die AfD fast jede Woche die absolute Mehrheit ...

 

 

Sie erreichen den Autor unter redaktion@goettinger-tageblatt.de.