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Wätzolds Woche Josef sei Dank
Thema Specials Wätzolds Woche Josef sei Dank
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00:23 26.12.2015
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Zum Bäckereifachverkäufer sagte ich, dass nun also endlich geklärt sei, warum der Hitler so bekloppt war. Im weiteren Gespräch waren wir uns einig, dass es irgendwie befremdlich ist, am Samstag des vierten Advents reißerisch über den Sackinhalt eines Diktators zu schreiben. Schnell herrschte Übereinstimmung zwischen uns, dass so kurz vor Weihnachten stattdessen Josef aus Galiläa mal eine Schlagzeile verdient hätte. Der kommt nämlich in den Gottesdiensten irgendwie immer zu kurz. Dabei hatte gerade er es ja nun weiß Gott auch nicht leicht. Denn in der damaligen Gesellschaft war es sicher eher verpönt, wenn ein Mann das Kind eines außerehelichen, noch dazu rein transzendentalen Seitensprungs seiner Frau annimmt und groß zieht wie sein eigenes. Alimente sind in dem Fall meines Wissens auch nie gezahlt worden, von der Sorgerechtsproblematik mal ganz zu schweigen. Und wenn es in hitziger Diskussion mit dem pubertierenden Erlöser trotzig "Du hast mir gar nichts zu sagen, du bist ja noch nicht mal mein Vater!" hieß, dann war der arme Zimmermann sicherlich auch mal richtig bedient vom Heiland. Zumal wir ja aus den Apokryphen wissen, dass der heranwachsende Jesus mit seinen Wunderkräften so manchen Schabernack trieb. Trotzdem hat Josef klaglos seinen Mann und immer zur Familie gestanden und somit auch seinen Anteil daran, dass bei uns heute Pakete unterm Baum liegen. Dafür sei ihm hiermit posthum herzlich gedankt. Beim Verlassen der Bäckereifiliale bekamen meine Töchter sogar jeweils ein kleines Kastanienbrötchen geschenkt, welche mich in ihrer Form und aufgrund des vorangegangenen Gespräches nun aber so sehr an ein ganz bestimmtes Körperteil erinnern, dass ich echt aufpassen muss, beim nächsten Bäckerbesuch nicht versehentlich ein paar Hitlerhoden zu bestellen.