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Wätzolds Woche Gegendarstellungen
Thema Specials Wätzolds Woche Gegendarstellungen
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11:41 11.10.2019
Wie komme ich vom ZOB in die Südstadt? Der Ortsunkundige könnte an dieser Frage scheitern. Diese Erfahrung hat Kolumnist Wätzold gemacht. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Letzte Woche unterstützte ich an dieser Stelle den Vorschlag, Busspuren auf den Hauptstraßen unseres Städtchens einzuführen, was mir mächtigen Widerspruch einbrachte. Nicht etwa von der CDU oder irgendwelchen Autofetischisten, sondern – viel schlimmer – von meiner Frau. Und die ist als Eingeborene und regelmäßige Busnutzerin tatsächlich gut im Thema und meinte, mit dieser Diskussion würde nur ein weiteres Symptom diskutiert, anstatt die Bussituation endlich mal grundsätzlich zu verbessern, indem man ein übersichtliches, effektives, sternförmiges Liniennetz mit logischen Liniennummern und moderaten Fahrpreisen einführt. Dann könne man auch über Busspuren reden. Und sie ermunterte mich, mal zu versuchen, als Ortsunkundiger vom Bahnhof mit dem Bus zu uns in die Südstadt zu fahren. Also stand ich gestern vor der Anzeigetafel im Bahnhof, auf der die demnächst abfahrenden Busse aufgeführt waren und mir fiel auf, dass die Bussteige nur für Landkreisbusse angezeigt wurden und „unsere“ Linie 11 beziehungsweise 12 gar nicht auftauchte. Im Servicecenter der GöVB erklärte man mir, dass die 11 / 12 am Landgericht abfahre und deshalb nicht angezeigt werde. Auf meine Frage, wie ich das als Fremder rauskriege und den Weg zum Gericht finde, wurde mir empfohlen, Passanten zu fragen. Eine Spitzenidee, die ich demnächst einfach mal spaßeshalber umsetze; am besten frage ich die stets sauertöpfisch dreinblickenden Zeugen Jehovas, ob sie nicht nur wüssten, wie man mit der Seele in den Himmel, sondern auch mit dem Bus in die Reinhäuser Landstraße kommt. Auf die Fleppen freue ich mich jetzt schon.

Lars Wätzold. Quelle: Christina Hinzmann

Gegendarstellung die Zweite: Am 3. Oktober spazierte unser Familienverbund vom Kehr nach Herberhausen – lecker zu Lockemanns. Vor der Kirche fiel uns ein Steinklotz mit eisernem Kreuz und einer Gedenktafel auf, die an die imZweiten Weltkrieg gefallenen und vermissten Soldaten aus Herberhausen erinnert. Selbstverständlich ist es völlig in Ordnung, wenn eine Gemeinde ihre Opfer betrauert, aber dort steht über den Namen „Gefallen für`s Vaterland“ und darunter „Die dankbare Gemeinde“ und angesichts dieser martialischen Inschrift wurde uns irgendwie mulmig; zumal die Geschichtsvergessenen derzeit wieder Konjunktur haben (einer wird wohl Ende Oktober ein erschütterndes Wahlergebnis gleich nebenan in Thüringen erzielen). Vielleicht könnte man in Herberhausen ja mal in Erwägung ziehen, diese Tafel wenigstens kritisch zu ergänzen. Denn die Fahne ist ja zum Glück nicht mehr mehr als der Tod.

Den Autor erreichen Sie per E-Mail an redaktion@goettinger-tageblatt.de

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