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Wätzolds Woche Aua-Fuß, illegales Fahrradfahren und die Hitze
Thema Specials Wätzolds Woche Aua-Fuß, illegales Fahrradfahren und die Hitze
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11:06 29.06.2019
Mit dem Fahrrad kann man doch männlich schmerzendem Fuß gut unterwegs sein. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Heute muss ich um Verständnis bitten; ich bin nämlich schwer verletzt und so von Sinnen vor Schmerzen, dass ich keinen klaren Gedanken fassen, geschweige denn zu virtuellem Papier bringen kann. Am Sonntag stieß ich mir so blöd das Wurzelgelenk meines rechten großen Zehs, dass ich nur unter Aufbietung eisernsten Willens in der Lage bin, wenige Schritte zu gehen, wenn man dieses ungelenke Krauchen überhaupt so bezeichnen will. Erschwerend kommt hinzu, dass ich ein Mann bin und Männer laufen bekanntlich völlig aus dem Ruder, wenn was wehtut. Frauen hingegen können von Natur aus viel besser mit Schmerzen umgehen; und zwar aus gutem Grund, die kriegen nämlich Kinder. Ich war zwei Mal dabei und gestehe freimütig, dass ich wegen eines eingerissenen Fingernagels schon mehr gelitten habe, als meine Frau unter der Geburt.

Fahrradfahren geht auch mit Aua-Fuß

Was aber mit meinem Aua-Fuß ganz gut geht, ist Fahrradfahren. Deshalb lege ich derzeit möglichst jeden Weg auf dem Drahtesel zurück, auch in Bereichen und Richtungen innerhalb der Fußgängerzone, die ich eigentlich gar nicht befahren darf. Und dabei habe ich überhaupt kein schlechtes Gewissen, denn wenn ich am Dienstag im GT lese, dass offenbar täglich tausende Autos illegal durch die Innenstadt gurken, ist es ja wohl völlig in Ordnung, wenn ein Fahrradfahrer dazukommt, der wegen seines maladen Fußes unerlaubt unterwegs ist.

Ganzkörper-Kostüm schlägt Aua-Fuß

Und als ich so dahin radelte, tat mir plötzlich jemand anderes noch mehr leid, als ich selbst. Ich erblickte nämlich den Menschen, der vor der neu eröffneten Rossmann-Filiale in der Groner Straße in einem Ganzkörper-Pferde-Kostüm Werbung verteilt hat. Nun haben wir zwar alle inbrünstig die Eröffnung einer weiteren Drogerie-Innenstadtfiliale herbeigesehnt, aber ist diese Verkleidung für eine würdige Eröffnung wirklich nötig? Wissen Sie, wie man bei dieser Bullenhitze darunter schwitzt? Ich ahne es immerhin, denn ich war damals bei der Eröffnung des Natur-Erlebniszentrums Gut Herbigshagen der Heinz-Sielmann-Stiftung zwei Tage als verkleideter Otter unterwegs und bin fast kaputt gegangen - dabei war das im Herbst. Ich hoffe nur, dass eine Frau in dem Kostüm steckte, denn ein Mann muss nach diesem Einsatz ganz sicher zur Trauma-Therapie.

Abends sitze ich rum und freue mich über Krankenbesuch. Erst recht, wenn er Wein mitbringt, so wie mein Freund Christoph D.

Sie erreichen den Autor per E-Mail unter

redaktion@goettinger-tageblatt.de

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