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Wätzolds Woche Wer muss mal wo?
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08:19 23.06.2018
Geht es nach den Göttinger Piraten und der Partei, bekommt das Neue Rathaus bald eine „All-Gender-Toilette“. Quelle: picture alliance / dpa
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Göttingen

Ellen Fischer-Kallmann von der SPD findet die Idee spitze und regt an, dass die Verwaltung diese Toilette bei dem geplanten Umbau des Neuen Rathauses berücksichtigen soll. Sie riet zudem davon ab, eine solche Toilette in bestehenden Behinderten-Toiletten einzurichten, denn „diese Menschen sind nicht behindert“, so Fischer-Kallmann.

Doch was machen dann eigentlich behinderte Menschen, die sich keinem „klassischen“ Geschlecht zugehörig fühlen? Moment mal, bei Behinderten-Toiletten gibt es ja jetzt schon keine Trennung nach Geschlechtern. Soll es dann zukünftig etwa für Menschen ohne Behinderung drei verschiedene Toilettenbereiche, jeweils mit mehreren Einzelkabinen und Pissoirs in zwei Bereichen geben, aber bei Menschen mit Behinderung nur eine schlichte Kloschüssel für alle, jedweder geschlechtlicher Identität? Da wäre doch dann aber der Inklusions-Gedanke geradezu mit Füßen getreten, beziehungsweise sogar drauf geschissen. Und was ist mit Menschen, die zwar als behindert gelten, sich aber gar nicht so fühlen? Also wenn man dieses Fass schon aufmacht, dann bitte auch konsequent. Dann braucht es drei Toilettenbereiche in denen jeweils genug Platz ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung darin ihre Notdurft verrichten können, die sich entweder männlich oder weiblich oder weder noch, beziehungsweise beides fühlen. Das ist dann natürlich schon ein ganz schöner Aufwand, aber man kann ja nicht erst die Charta der Vielfalt unterzeichnen und dann die Hände in den Schoß legen, wenn es an die Umsetzung geht. Also braucht man jetzt viel Platz im Sinne der Diversity. Deshalb sollte überlegt werden, ob nicht nur das Stadtarchiv im Zuge der Sanierung des Neuen Rathauses ausgelagert wird, sondern auch das Einwohnermeldeamt. Ha! Das ehemalige Gefängnis liegt doch mitten in der Stadt, steht schon ewig sinnlos leer und hat etliche sechskommafünf Quadratmeter große, abgeschlossene Bereiche - ideal für vertrauliche Beratungen und individuelle Toilettengänge. Das wäre doch mal einen Ratsantrag wert.

Von Lars Wätzold

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