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Wätzolds Woche Aufschub
Thema Specials Wätzolds Woche Aufschub
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18:00 12.04.2019
Der Bahnhof in Rosdorf könnte reaktiviert werden. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Es gibt bekanntlich drei Ereignislöcher im Jahr, in denen quasi nix passiert, was man in einer lokalen Kolumne verwursten könnte. Eins davon ist das derzeitige Osterloch. Wenn dann noch eine gewisse geistige Leere des Autors dazu kommt, wird es wirklich ganz schwierig. Doch bei geistiger Leere musste ich spontan an die Briten denken und von den Briten lernen, heißt aufschieben lernen. Also bat ich beim Tageblatt darum, meinen Samstagsbeitrag erst am nächsten Montag abgeben zu müssen; und vorsorglich um eine weitere Verschiebeoption bis Donnerstag. Leider war die Reaktion der Chefredaktion auf mein Anliegen viel weniger verständnisvoll, als die der EU-Staatschefs auf das von Frau May (die mich übrigens in ihrem ganzen Habitus irgendwie immer an Gonzo von den Muppets erinnert) und deshalb sitze ich nun hier und erwäge verschiedene inhaltliche Optionen, die ich dem Tageblatt anbieten könnte.

Eine ist, über den Demonstranten zu schreiben, der wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er sich direkt vor den Polizisten, die im Rahmen eines Prozesses vor dem Landgericht im Einsatz waren, mit der Pulli-Aufschrift „FCK BFE“ präsentierte. Seine Jacke wollte er nicht schließen, doch der Aufforderung, den Pulli auszuziehen, kam er nach. Darunter aber trug er ein T-Shirt mit derselben Aufschrift. Seine Berufung wurde verworfen; und zwar völlig zu Recht, wie ich meine – obwohl ich wirklich kein BFE-Fan bin. Denn während so ein Verhalten von einem Pubertierenden vielleicht noch ein mildes Lächeln hervorruft, stellt es bei einem 28-Jährigen eine reichlich bescheuerte Provokation dar.

Eine andere Option ist, die geplante Reaktivierung des Bahnhofs Rosdorf zu thematisieren, durch die eine Bahndirektverbindung nach Göttingen ermöglicht werden soll. Als Kosten geistern stattliche drei Millionen durch den Raum. Nun bin ich wirklich sehr für den Ausbau des ÖPNV und der Bahn, aber der Bus von Rosdorf zum Bahnhof Göttingen braucht ungefähr so lang, wie von Weende Nord und niemand kommt auf die Idee, eine Zugverbindung vom Bahnhof nach Weende einzurichten. Und wenn ein Rosdorfer nach Geismar oder in die Südstadt will, dann muss der mit dem Bus ja wieder die halbe Strecke zurückfahren. Die ganze Idee klingt für mich eher danach, als solle eine Zugverbindung nach Schilda eingerichtet werden. Statt Rosdorf sollte doch lieber Duderstadt endlich bahnmäßig mit Göttingen verbunden werden. Da hätte man eine wirkliche Zeitersparnis gegenüber der Straße und man müsste auch keine weiteren, irrsinnig teuren und ökologisch fragwürdigen Ortsumgehungen auf der Strecke fordern.

So, mal sehen, worauf das GT zuckt. Denn ein No-Kolumne-Szenario will ja wohl niemand.

Sie erreichen den Autor unter E-Mail an: redaktion@goettinger-tageblatt.de

Von Lars Wätzold

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