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Wätzolds Woche Gar nicht guth
Thema Specials Wätzolds Woche Gar nicht guth
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21:04 25.01.2019
Dana Guth Quelle: Tim Schaarschmidt
Göttingen

Diese Woche habe ich mir Handball im Fernsehen angeschaut, das Kroatien-Spiel. Meine Herren, ich wäre ja fast abgenippelt vor Aufregung! Und was für eine tolle Mannschaftsleistung! Dagegen können Jogis Nörgel-Kicker aber echt nach Hause gehen. Und mir ist irgendwann beim Gucken aufgefallen, dass mich die ganzen Deutschlandfahnen der Fans gar nicht stören. Ansonsten werden die in meinem Fernseher nämlich derzeit meist von Leuten geschwenkt, die mental irgendwo zwischen Kampfhundschule und Führerbunker angesiedelt zu sein scheinen; womit wir thematisch ganz elegant zur AfD schwenken - genauer gesagt zu Dana Guth.

Die sitzt nämlich für die AfD im Kreistag; beziehungsweise eben nicht, weil sie in 2018 bei keiner der Sitzungen anwesend war. Trotzdem wurden ihr 4000 Euro Sitzungsgeld plus 1500 Euro Fahrkostenpauschale ausgezahlt, wie eine Anfrage der CDU-Fraktion ergab, für die Harald Noack, den ich bei seiner Attacke ausdrücklich ansporne, nun die Zurückzahlung fordert. Guth begründet ihre Leistungsnichterfüllung damit, dass sie ja auch noch Landtagsabgeordnete sei und beide Tätigkeiten einfach nicht gewuppt kriegt.

Doch abgeben will sie das Mandat, das sie gar nicht wahrnimmt, trotzdem nicht, weil sonst Lars Steinke, ebenfalls AfD, nachrücken würde und „diese Personalie will ich dem Kreistag nicht zumuten“ (Guth), was wohl heißen soll, dass die Kreistagsabgeordneten der anderen Parteien Frau Guth für ihre Arbeitsverweigerung zu Dank verpflichtet sind, weil ihr Parteikollege Steinke ein allzu brauner August ist und nur Dünnes sabbelt. Das ist schon ziemlich grotesk.

Und obwohl Guth als Landtagsabgeordnete monatlich 6809,85 Euro Grundentschädigung und dazu 1417 Euro als steuerfreie Aufwandsentschädigung bekommt, will sie die Kreistagszuwendung nicht zurückzahlen und zwar mit der Begründung, dass sie das Geld ihrer Fraktion gespendet habe. Dabei wäre es ihr natürlich völlig selbst überlassen, was sie mit dem Geld macht. Sie hätte davon auch säckeweise Leckmuscheln kaufen können und es damit noch tausendmal besser angelegt. Nur sollte sie dafür auch eine Gegenleistung erbringen.

Lars Wätzold Quelle: Christina Hinzmann

So aber verhält sie sich, gerade als Angehörige der Partei, die den anderen immer vorwirft, die Interessen des Volkes nicht wahrzunehmen, reichlich bescheuert; womit wir thematisch ganz elegant zu den ebensolchen Äußerungen des gleichnamigen Verkehrsministers zu einem Tempolimit schwenken. Aber nicht mehr heute. Tschüss.

Von Lars Wätzold

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