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Wätzolds Woche Göttingen, du tropfes Tier
Thema Specials Wätzolds Woche Göttingen, du tropfes Tier
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11:28 13.01.2020
Der traditionelle Neujahrsempfang der Stadt Göttingen ist dieses Jahr erneut in der Lokhalle. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Auf dem Weg zum Neujahrsempfang der Stadt habe ich mir noch schnell bei der Qualitätsbäckerei Yildiz einen Gözleme auf die Hand geholt, weil mir nicht klar war, wie sich die Versorgungslage in der Lokhalle gestalten würde. Und das war goldrichtig, denn beim Empfang gab es nicht wie sonst üppig belegte Canapés, sondern lediglich Brezel ohne alles. Dementsprechend blieben am Ende zighunderte übrig. Die Verwaltung sollte daher im nächsten Jahr lieber dasselbe Geld in zu wenige, aber attraktive Schnittchen investieren, als sich am Ende überlegen zu müssen, was sie mit dem Brezelberg anstellt.

Ansonsten gab es aber am Empfang nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil. Oberbürgermeister Köhler war in Höchstform und hat immerhin eine gute Dreiviertelstunde zu uns gesprochen. Damit kann er es zwar noch nicht mit Fidel Castro aufnehmen, ist aber auf einem guten Weg. Inhaltlich hat er einen gekonnten Rundumschlag aller relevanten Stadtthemen hingelegt und unter anderem ausführlich erläutert, was sich in nächster Zeit in der nördlichen Innenstadt zum Besseren ändern wird.

Parkhaus statt Rathaus?

Allerdings hat er dabei das seit Jahren leer stehende Gefängnis gar nicht erwähnt, an anderer Stelle aber ausgeführt, dass die Sanierung des Neuen Rathauses etwa 10 Millionen kosten wird. Könnte da nicht einfach die Verwaltung ins historische Gefängnis umziehen und das Neue Rathaus zum dringend benötigten Neuen Parkhaus umgebaut werden? Kann doch eigentlich auch nicht teurer sein und die Optik bringt der Prachtbau am Hiroshimaplatz ja schon mit.

Am Ende hat uns der OB dann noch ins Gewissen geredet; wir Bürger sollten uns doch lieber mal bewusst machen, wie schön es in Göttingen ist und das auch nach außen tragen, statt immer alles mies zu machen. Da fühlte ich mich schlecht und schuldig, denn auch ich mosere an dieser Stelle ja oft rum. Deswegen möchte ich heute mit einem Loblied auf unser schönes Städtchen enden:

Bad Brückenau? Der Rhön entrissen!

Bensersiel? Anˋs Meer geschissen!

Götting’ jedoch, in Süd-Nord,

verspricht uns viel und hält stets Wort.

Von früh bis spät wird hier gelacht,

die Sonne scheint bei Tag und Nacht.

Milch und Honig fließen hier,

Göttingen – ich liebe Dir!

Sie erreichen den Autor per E-Mail an: redaktion@goettinger-tageblatt.de

Von Lars Wätzold