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Wätzolds Woche Skandal
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15:00 02.11.2018
Der 05er Grzegorz Podolczak gestikuliert. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Derzeit wird unser Städtchen durch zwei so erschütternde Skandale erschüttert, dass man gar nicht weiß, wohin zuerst mit der Entrüstung. Zum einen ist da das Göttinger Fußballderby zwischen der SVG und Göttingen 05, das 05 mit 3:1 gewonnen und wohl auch deutlich besser gespielt hat; aber nur, weil der Torwarttrainer der SVG die Taktik an den Erzrivalen verraten hat, und zwar konkret an seinen eigenen Sohn, der für 05 stürmt. Wer das für eine Petitesse hält, weil das Spiel nur als Sechst-Liga-Begegnung stattfand, der irrt gewaltig. Denn auch in der sechsten Liga geht es um viel. Ich habe zwar keine Ahnung worum, aber irgendetwas muss es sein, denn immerhin waren über 1100 Zuschauer beim Spiel und die Fans beider Vereine lieferten sich bereits im Vorfeld einen erbitterten Graffiti-Krieg, indem sie sich auf jeweils feindlichem Terrain mit Gekrakel schmähten.

Das klingt alles ziemlich plemplem. Vielleicht sollten sich alle Beteiligten einfach mal mit einer friedlichen Individualsportart beschäftigen. Bei einem Mühle-Turnier wäre so etwas jedenfalls bestimmt nicht passiert.

Ebenfalls ein Skandal erster Kajüte ist die Tatsache, dass die Fernzüge der Deutschen Bahn in Göttingen besonders unpünktlich verkehren. Nun ist der Bahn-Fahrplan zwar bekanntermaßen nur als grobe Orientierungshilfe zu verstehen, aber trotzdem ist das bestimmt kein Zufall, denn die Deutsche Bahn hat ihren Hauptsitz in Berlin. Und Berlin ist mit drei Universitäten als antragsberechtigter Verbund im Wettbewerb zur Exzellenzstrategie verblieben, Göttingen hingegen ist im wahrsten Sinne auf der Strecke geblieben.

Dahinter steckt doch ein perfider Plan hintersinniger Hauptstädter – ein Komplott geradezu. Denn während die Göttinger Forscher mit ihren Ergebnissen nur verspätet abreisen und ankommen können, sind die Berliner durchgängig mit 300 km/h im ICE unterwegs und kommen ständig zu früh. Und in unserer schnelllebigen Zeit sind 20 Minuten etwa so lang wie vor 20 Jahren zwei Semester. Die Berliner haben also schon immer die Lösung parat, bevor in Göttingen überhaupt das Problem auftaucht. Nachtigall, ick hör dir bremsen.

Von Lars Wätzold

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