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Wätzolds Woche Werte/r „Vollzugsbeamter/in 107“,
Thema Specials Wätzolds Woche Werte/r „Vollzugsbeamter/in 107“,
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13:00 24.08.2018
Ein Vollzugsbeamter hat Lars Wätzold ein „Knöllchen“ ausgestellt.
Ein Vollzugsbeamter hat Lars Wätzold ein „Knöllchen“ ausgestellt. Quelle: Bernd Wüstneck (Symbolbild)
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Göttingen

Dabei überquerte ich den Fahrradweg schiebend, denn erstens ist Moped fahren auf Fahrradwegen nicht gestattet und zweitens befanden sich zahlreiche Demonstranten auf dem Weg, die ich natürlich nicht gefährden wollte. Das fand vor den Augen anwesender Polizisten statt, die nichts gegen mein Tun einzuwenden hatten. Als ich Stunden später zu meinem Gefährt zurückkam, war allerdings erstmal Heulen und Zähneklappern angesagt, denn es klemmte doch tatsächlich eine Verwarnung in Höhe von 30 Euro am Lenker, wegen Parkens in einem Bereich, der durch Zeichen 260 gesperrt war (rundes Schild mit rotem Kranz, innen: Auto unter Motorrad); ausgestellt von Ihnen, „Vollzugsbeamter/in 107“ des Fachbereichs Ordnung der Stadt Göttingen um 14:21 Uhr.

Ihr Vorgehen wirft Fragen auf: Seit wann wird denn eigentlich das Parkverhalten an der Siekhöhenallee kontrolliert, da parkt doch normalerweise nie jemand (wozu auch)? Sind Sie etwa nur wegen der Demo da gewesen, in Erwartung des schnellen Geldes? Und warum haben Sie die Teilnehmer der „Republikaner“-Demo nicht auch kostenpflichtig verwarnt, die zur selben Zeit ca. 200 Meter vor uns gut sichtbar ihre Autos auf einer Wiese am Siekweg abgestellt und dabei gegen das strengere Schild 250 („Durchfahrt verboten“) verstoßen haben? Oder haben Sie die REPs vielleicht nicht als solche erkannt, weil die Blödköppe in ihrem Lautsprecherwagen allen Ernstes immer wieder den DDR-Kinderchor-Klassiker „Unsere Heimat“ abgespielt haben?

Ich habe jedenfalls gegen Ihre Verwarnung Widerspruch eingelegt, denn hier wurde gegen Artikel 3 des Grundgesetzes (Gleichheitsgrundssatz) verstoßen, indem ich zur Kasse gebeten wurde, die REPs aber nicht. So hat der Fachdienst Ordnung nun die Gelegenheit, die Verwarnung gegen mich aufzuheben. Sollte dies nicht geschehen, behalte ich mir vor, einen mehrstündigen Hungerstreik im Foyer des Neuen Rathauses durchzuführen, unter dem Motto: „Wer hat mich verraten? Ordnungsbürokraten!“

Von Lars Wätzold

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