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Zeitung in der Schule Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Schule“ geht für dieses Jahr zu Ende
Thema Specials Zeitung in der Schule Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Schule“ geht für dieses Jahr zu Ende
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18:27 25.07.2014
Mehr Coolness geht nicht: die vierte Klasse aus Reyershausen. Quelle: Vetter
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„Heute werden Sie durchlöchert“, sagt Luca und lacht. Hört sich zunächst bedrohlich an, ist aber harmlos und zeigt Interesse.

Die Schüler der Klasse 4c2 der St.-Elisabeth-Schule in Duderstadt fragen häufig und wollen viel über das Tageblatt wissen. Zum Beispiel Eva: „Wer ist denn Chefredakteur beim Tageblatt?“ Zur Zeit ist es eine Chefredakteurin, und sie heißt Ilse Stein.

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„Und was macht sie den ganzen Tag“, erkundigt sich die Schülerin. Stein ist verantwortlich für alles, was in der Redaktion passiert. Sie entscheidet letztendlich über den Inhalt der redaktionellen Beiträge, koordiniert, geht in viele Konferenzen und schreibt Artikel wie die Wochenendkolumne. Außerdem trifft sie sich mit den unterschiedlichsten Leuten aus Unternehmen, Politik, Gesellschaft und vielen mehr.

Als coole Reporter haben sich die Viertklässler der Plesseschule Reyershausen für den Besuch aus dem Göttinger Tageblatt verkleidet. Mit Sonnenbrille und Hut, fast wie Paparazzi, empfangen sie die Journalisten mit ihrer Klassenlehrerin Frederike Hilke. Nicht nur ihr Outfit ist durchdacht. Sie haben auch viele Fragen vorbereitet und extra Dummy-Mikrofone dafür bereitgelegt.

„Wie sind Sie zu dem Beruf gekommen“, will Patricia wissen. Sie und ihre Mitschüler erfahren, dass oft ein Praktikum in den spannenden Beruf führt. „Sind Sie auch im Ausland unterwegs“, stellt Tamino eine Frage, die alle interessiert.

Gespannt hören 26 Ohren zu bei Jan Vetters Berichten über seine Reisen in Länder, wo Snowkiting betrieben wird, nach Skandinavien oder Norditalien zum Beispiel. Genau inspizieren sie die Presseausweise, besonderes Interesse findet Vetters internationales Legitimationsdokument.

Die Legitimation, als anerkannter und renommierter Fotograf zu gelten, hat sich Peter Heller längst erworben. Zwischen 100 und 1000 Bildern knipst „PH“ – so sein Fotografen-Kürzel – täglich fürs Tageblatt. Wie viele Bilder das im Jahr sind, können Viertklässler nur mithilfe des Taschenrechners ermitteln.

Wer so viel fotografiert, darf schon mal ins Grübeln kommen, wenn er von der vierten Klasse der Eibenwaldschule Eddigehausen nach seinem besten Foto gefragt wird. Mit einem „gute Frage“, versucht Heller, Zeit zu gewinnen. Nach reiflicher Überlegung entscheidet er sich für das Bild einer Pferderettung während eines Hochwassers.

Es hat sogar den ersten Platz in der Kategorie „Ereignisse“ bei einem Fotowettbewerb des Medienkonzerns Madsack belegt. Aber wo Lob ist, ist auch Tadel. Und da wären wir ganz schnell bei der Kehrseite der Medaille des Redakteursberufs angekommen: Kritik. „Kommen denn häufig Beschwerden“, fragt Rena. Die gibt es immer wieder, sogar aus den eigenen Reihen.

Berechtigte Kritik nimmt man sich zu Herzen, bei unberechtigter hilft ein dickes Fell. Aber über die Schulaktion kann sich nun wirklich niemand beschweren. Die hat einigen Redakteuren sogar so viel Spaß gemacht, dass sie jetzt, wenn die Aktion für dieses Jahr leider beendet ist, ein ganz schweres Herz haben. „Ein durchlöchertes Herz“, würde Luca aus Duderstadt sagen.

Tageblatt-Mitarbeiter zu Besuch in der Eibenwaldschule in Eddigehausen. © Heller
Tageblatt-Mitarbeiter zu Besuch in der Plesseschule Reyershausen. © Vetter