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Zeitung in der Schule Tageblatt in der Hagenbergschule und in der Herman-Nohl-Schule Göttingen
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13:38 29.06.2013
Zeitungs-Theater in der Herman-Nohl-Schule: Emil als Zeitungsverkäufer und Jamila mit Opa-Bart als interessierter Tageblatt-Leser.
Zeitungs-Theater in der Herman-Nohl-Schule: Emil als Zeitungsverkäufer und Jamila mit Opa-Bart als interessierter Tageblatt-Leser. Quelle: CR
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Göttingen

Die Klasse 4b der Göttinger Hagenbergschule schwitzt. Gerade haben die Schüler noch eine Runde selbst erfundenes „Tischball“ gespielt und es ist heiß draußen. „Warum steht denn im Tageblatt, dass es morgen bis 34 Grad heiß werden soll und gleich daneben steht, es werden 31 Grad erwartet?“, will Rebeka wissen.

Ob das ein Fehler ist? Nein. Auf der ersten Seite des Tageblatts steht die durchschnittlich erwartete Temperatur für den nächsten Tag immer oben links. Die Zahl wird von einem Wetterdienst geliefert. Und dass es sogar noch drei Grad wärmer werden kann, ist eine von den Tageblatt-Redakteuren bei der Göttinger Wetterwarte recherchierte Information.

Wie Fehler in die Zeitung kommen, finden die Schüler spannend. Gibt es dafür Ärger? Und was ist eigentliche eine Zeitungsente? Vertretungslehrer Thomas Preis findet, das herauszufinden ist die perfekte Hausaufgabe. Bis morgen sollen alle die „Ente“ googeln – als  Recherchethema für Nachwuchsredakteure.

Von Jan Vetter erfährt die Klasse 4a der Hagenbergschule, dass er bereits an vielen Orten in Europa gewesen ist, um dort Bilder für seine Kunden zu machen. Das Leben eines Fotografen ist schon aufregend. Aber die Arbeit ist auch anstrengend, viele Stunden arbeitet der Fotograf pro Tag bei solchen Reisen.

Viel zu tun gibt es auch immer in der Redaktion. Dort wird selbst am Sonntag fleißig geschrieben, damit die Montagsausgabe erscheinen kann. Jemand fragt, ob es für Redakteure auch Belohnungen gebe, zum Beispiel Geschenke. Im Gegenteil: Wenn man ein Geschenk angeboten bekommt, darf man es nicht annehmen.

Tageblatt in der Herman-Nohl-Schule Göttingen: 18. Juni 2013

Es könnte sich um einen Bestechungsversuch handeln. Derjenige, der ein Geschenk anbietet, erhofft sich womöglich, dass der Redakteur im Gegenzug etwas Freundliches über ihn schreibt. Kritik zu äußern und Dinge auszusprechen, die für manche Leute unbequem sind  ­ – das gehört aber zu den wichtigsten Aufgaben eines Journalisten.

Dass es für die Journalisten dann bei ihrer Recherche manchmal aber auch unangenehm werden kann, erfahren die Kinder aus der Klasse 4a der Herman-Nohl-Schule, als sie ihren Gast nach seinen spannendsten und aufregendsten Zeitungsgeschichten fragen. Denn zu denen gehört ein Besuch bei einem Messi, in dessen Wohnung es ganz schrecklich nach Müll und Essensresten stank und in der Ratten herumliefen.

Messis nennt man Menschen, die alles mögliche krankhaft sammeln und gar nicht mehr auf Sauberkeit achten. Ganz viel gesammelt haben die Herman-Nohl-Kinder in den vergangenen Tagen auch, aber keinen Müll. Sie haben Zeitungsartikel und viele Informationen über Zeitungen und zusammengetragen.

Die haben sie sortiert, in Mappen geheftet und an die Wand in ihrem Klassenraum gehängt: wichtige und schöne Geschichten, Sportartikel, Witze und die Kinderseite. Trotzdem hatten sie noch so viele Fragen zum Journalistenberuf und zum „Zeitung machen“, dass man damit drei Zeitungen voll schreiben könnte.

Das Beste aber war eine Überraschung, über die sich Redakteur Ulrich Schubert  ganz besonders gefreut hat: Die Kinder haben ganz alleine zwei witzige Theaterszenen geschrieben, geprobt und für ihn aufgeführt. Und worum ging es dabei wohl?  Natürlich um die Zeitung.

Von Nina Winter, Telse Wenzel und Ulrich Schubert