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Zeitung in der Schule Zu Besuch in den Grundschulen Langenhagen und Waake
Thema Specials Zeitung in der Schule Zu Besuch in den Grundschulen Langenhagen und Waake
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20:29 17.07.2014
Lars interessiert: Unterschiedliche Druckplatten für ein und dieselbe Zeitungsseite? Genau, mit jeder Platte druckt die Rotationsmaschine eine der vier Farben auf die entsprechende Seite. Quelle: Thiele
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Langenhagen/Waake

Ob es wohl für Journalisten erlaubt ist, Shakira als Zicke zu bezeichnen, will Melina aus der Klasse 4 der Grundschule Langenhagen wissen.

Mit der Antwort, dass Journalisten niemanden beleidigen dürfen – auch Promis nicht – ist die Schülerin zufrieden. Sie überlegt, selbst Journalistin zu werden. Die Klasse von Schulleiterin Beate Bernd hat schon eigene Texte verfasst, und zwar nicht handschriftlich wie bei Klassenarbeiten, sondern am PC.

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Eben wie echte Profis. Und dass eine Zeitung viele Themen beinhaltet, wissen die Schüler auch. Sie kennen die Rubriken und schreiben über die Ankunft der Fußballweltmeister in Berlin, über die Fahrradprüfung an der Schule, über Unfälle, Haustiere und eigene Erlebnisse.

„Wie lange gibt es das Tageblatt?“

Marlon hat sogar eine Vorankündigung für eine Veranstaltung journalistisch bearbeitet: die Schulaktion des Tageblatts in Langenhagen. Beim Anheften der Texte auf die leeren „Seiten“ an der Tafel merken die Kinder: Es ist sinnvoll, die Themen zu sortieren.

Auch die Fragen sind vielfältig: „Wie lange gibt es das Tageblatt?“, „Wie viele Leute arbeiten dort?“, „Wie lange dauert es, bis eine Zeitung fertig ist?“.  Dass bei all der Arbeit vom Planen, Fotografieren und Texte schreiben, über Layout bis zum Druck und dem Austeilen an die Haushalte nur ein Tag vergeht, finden die Kinder ziemlich beeindruckend.

Beeindruckt sind auch die Tageblatt-Mitarbeiter vom Interesse der 20 Viertklässler aus der Regenbogenschule in Waake. Spannend fanden die Schüler, wie wenig Zeit ein Fotograf hat, wenn ein Fußballspiel erst um 22 Uhr anfängt, wie jetzt gerade oft bei der Weltmeisterschaft.

Begriff Zeitung als „zidunge“ mit der Bedeutung Kunde oder Nachricht

Manchmal schicke er die Bilder gleich vom Spielfeldrand, sagt Vetter. „Haben Sie trotzdem Zeit, Fußball zu gucken?“, wollte Lale wissen. Während der WM habe er Glück gehabt, sagt der Fotograf: Bei den Deutschlandspielen habe er nie arbeiten müssen.

Die Frage aus der Klasse nach der Geschichte der Zeitung hat Lawrenz als Hausaufgabe mitgenommen. Für die Viertklässler hat sie herausgefunden, dass der Begriff Zeitung als „zidunge“ mit der Bedeutung Kunde oder Nachricht aus dem Raum Köln zuerst überliefert ist.

Bereits Anfang des 14. Jahrhunderts tauchte er dort auf und wurde für mündliche oder schriftliche Botschaften bis ins 19. Jahrhundert gebraucht. Nach der bahnbrechenden Erfindung des Drucks von Johannes Gutenberg kamen auch Nachrichtenblätter auf.

Sie erschienen zunächst nicht regelmäßig, sondern immer dann, wenn etwas Besonderes passiert war. Als die erste regelmäßig erscheinende Zeitung auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands gilt eine Wochenzeitung in Wolfenbüttel. Die erste Ausgabe erschien am 15. Januar 1609.

Tageblatt-Mitarbeiter zu Besuch in der Regenbogenschule Waake. © Vetter