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Zeitung in der Schule Zu Besuch in der Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf
Thema Specials Zeitung in der Schule Zu Besuch in der Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf
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20:18 17.07.2014
Fünf Männer in der Heinrich-Grupe-Schule: Jan Vetter, Rupert Fabig, Friedrich Schmidt, Jonas Rohde (v.l.) und Peter Heller hinter der Kamera. Quelle: Heller
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Rosdorf

Vorsichtig, ganz vorsichtig! Es sind ja schließlich nur 7000 Euro, die gerade in Form einer  Profi-Fotokamera samt Objektiv in der 4b der Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf weitergereicht werden.

20 Schüler, 40 Hände, viele Möglichkeiten bei denen das Gerät beschädigt werden könnte. Doch Jan Vetter bleibt ruhig, denn die Klasse ist vorsichtig. Der Tageblatt-Fotograf will den Schülern zeigen, was zu seinem täglichen Equipment gehört. Kamera, Objektive, Akkus, Speicherkarten. Alles in allem ein Wert von 10 000 Euro. „Und wer bezahlt die Ausrüstung?“, will die Klasse wissen.

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Wenn Vetter beim Tageblatt angestellt wäre, würde das Haus die Kosten übernehmen. Der Fotograf ist allerdings Freiberufler. Das heißt, dass er selbstständig ist. Er arbeitet nicht nur für das Tageblatt, sondern auch für andere Auftraggeber.

Gute Recherche von Lena

Die Ansicht, dass man nun aber endgültig alle Fragen gehört hat und vor allem beantworten kann, schleicht sich nach etlichen Klassen in die morgendlichen Gedanken ein - obwohl einen die Schüler regelmäßig eines Besseren belehren.

Auch Lena aus der Klasse 4c guckt eigentlich ganz unschuldig, als sie fragt, wie viele Artikel „so im Schnitt“ in jeder Tageblatt-Ausgabe abgedruckt werden. Und da es der Volontär nicht weiß und achselzuckend Ausreden erfindet, macht sich Lena einfach selbst ans Zählen.

Am Ende des eineinhalbstündigen Fragenmarathons hat sie dann die Antwort parat: An diesem Tag sind es 92 Stück. Lena hat nicht verraten, was sie später mal werden möchte, aber so gute Recherche lässt eigentlich nur eine Karriere zu.

„Damit Leser, die bald zur Arbeit müssen, nicht so lange lesen müssen“

Ob Pauli aus der Klasse 4a eine Karriere als Einbrecher plant, will er nicht verraten. Allerdings stellt er die äußerst verdächtige Frage, ob man ins Tageblatt-Gebäude einbrechen könnte. Tut mir Leid, Pauli, das dürfte schwierig werden. Es gibt eine Sicherheitsschranke und im Haus wird eigentlich rund um die Uhr gearbeitet.

Sollte es dem aufgeweckten Viertklässler und seinen Gangster-Freunden Carl und Max dennoch gelingen, haben sie sich einen Artikel auf der ersten Seite des Lokalteils verdient. Dort stehen nämlich die „spannenden Texte über Unfälle, Diebstähle und Banküberfälle“, ist der Klasse aufgefallen.

In der Meldung über das Ganoven-Trio der 4a würden dann gleich im ersten Absatz die wichtigsten Fakten erwähnt werden. Anders als bei einem Schulaufsatz wird die Geschichte in einem Zeitungsartikel nicht erst am Schluss, sondern gleich zu Beginn aufgelöst.

Eine plausible Erklärung, warum das so ist, liefert Marie: „Damit Leser, die bald zur Arbeit müssen, nicht so lange lesen müssen.“ Bekanntheit durch eine derartige Meldung zu erlangen, ist jedoch ein zweifelhafter Ruhm. Also, Pauli und Co.: Vorsichtig, ganz vorsichtig!

Tageblatt-Mitarbeiter zu Besuch in der Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf.