Stromsparpotenzial in der Energiekrise

Warmwasser abschalten, mit Deckel kochen, ohne Vorheizen backen: Wie viel Geld spart man dabei wirklich?

Wer Wasser im Haushalt dosiert einsetzt, kann ordentlich Geld sparen (Symbolfoto).

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online.de hat erfolgreiche Energiespartipps unter die Lupe genommen. Durchschnittlich ist laut den Fachleuten ein Sparpotenzial von rund 320 Euro pro Jahr und Haushalt realisierbar. Möglichkeiten zum Sparen gibt es dabei überall – egal, ob in der Küche, im Badezimmer oder im Waschkeller.

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„Beim Energiesparen denken viele Menschen an Komfortverlust. Das muss aber nicht sein“, so Loitz weiter. „Wenn Sie beispielsweise eine Minute kürzer duschen und die Raumtemperatur um einen Grad herunterdrehen, werden Sie den Unterschied kaum merken. Je weiter Sie gehen, desto mehr Energie können Sie sparen.“

Die Expertin rät, neben dem Sparen auch die laufenden Kosten im Blick zu behalten. „Gut ist, eine Bestandsaufnahme zu machen, beispielsweise den aktuellen Stand der Heiz- und Stromkosten mit anderen Haushalten zu vergleichen, und wenn Sie dann Maßnahmen ergriffen haben, die Verbräuche erneut zu kontrollieren“, erklärt Tanja Loitz. Ein Vergleich der Kosten ist beispielsweise mit dem Heizcheck auf co2online.de möglich.

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Stromsparmaßnahmen ohne Mehrkosten

  • Kochen mit Deckel auf dem Topf – Einsparpotenzial im Jahr: 20 Euro Wichtig: Der Deckel sollte richtig auf den Topf passen und die Herdplatte muss zum Durchmesser des Gefäßes passen. Laut der Fachleute von co2online.de kann der Durchmesser des Kochgeschirrs aber auch etwas kleiner sein als die Herdplatte. Außerdem lohnt es sich, Restwärme zu nutzen, also die Herdtemperatur frühzeitig abzudrehen.
  • Wasser mit dem Wasserkocher erhitzen – Einsparpotenzial im Jahr: 10 Euro Wenn nur Wasser gekocht werden soll, lohnt es sich, einen Wasserkocher zu benutzen. Diese arbeiten effizienter als ein Kochtopf auf dem Herd. Wird dabei noch auf die richtige Füllmenge geachtet, können noch einmal 10 Euro pro Jahr gespart werden.
  • Ohne Vorheizen backen – Einsparpotenzial im Jahr: 20 Euro Ein Backofen muss nicht unbedingt aufgeheizt werden, bevor damit gebacken wird. Stattdessen kann bereits die Energie des Vorheizens zum Garen genutzt werden. Beachtet werden muss, dass es so zu längeren Garzeiten kommen kann. Wer zusätzlich den Ofen einige Minuten vor Ende der Backzeit abstellt, kann durch das Nutzen der Resthitze noch mehr Energie sparen.
  • Gefrierschrank abtauen lassen – Einsparpotenzial im Jahr (bei A+++): 8 Euro Durch eine Eisschicht im Gefrierfach oder in der Kühltruhe erhöht sich laut der Fachleute von co2online.de der Stromverbrauch. Konkret: Fünf Millimeter Eis bedeuten eine Erhöhung des Stromverbrauchs um rund 30 Prozent. Wer darauf achtet, dass sich nicht mehr als der normale Reifansatz in seinem Gefrierschrank bildet, kann also bares Geld sparen. Grundsätzlich sollen Gefrierschränke und ‑truhe zweimal im Jahr enteist werden.
  • Veraltete Zweitkühlschränke abschaffen – Einsparpotenzial im Jahr: bis zu 185 Euro Viele Menschen benutzen einen zweiten Kühlschrank. Das Gerät steht im Keller und wird gerne genutzt, wenn einmal etwas mehr gekühlt werden muss – beispielsweise bei Familienfesten. Oftmals handelt es sich dabei um veraltete Geräte – wer hier seinen Bedarf kritisch hinterfragt, kann durch eine Stilllegung eines Altgerätes bis zu 580 kWh Strom und damit viel Geld sparen.
  • Kühlschrank nicht zu lange öffnen – Einsparpotenzial im Jahr: 8 Euro Es klingt lapidar, aber ist ein Fakt: Jedes Mal wenn der Kühlschrank geöffnet wird, entweicht kalte Luft aus dem Gerät. Danach benötigt es zusätzliche Energie zum erneuten Abkühlen. Wird der Kühlschrank nur kurz geöffnet und schnell wieder geschlossen, lässt sich dieser Effekt minimieren.
  • Waschen bei 30 Grad – Einsparpotenzial im Jahr: 17 Euro Je mehr die Waschmaschine das Wasser aufheizen muss, umso mehr Strom braucht sie. Moderne Geräte arbeiten zwar schon sehr effizient, wer aber trotzdem auf niedrigere Temperaturen setzt, kann bei zwei 30-Grad-Waschgängen in der Woche etwa 17 Euro im Jahr sparen. Wer außerdem noch auf die Vorwäsche verzichtet, kann noch einmal 7 Euro pro Jahr sparen. Ebenfalls wichtig: Die Waschmaschine sollte stets voll beladen sein.
Strom, Gas und Energie werden teurer: So kann man im Alltag Geld sparen

Grundsätzlich hilft gegen die steigenden Energiepreise, seine Ausgaben zu kalkulieren und einen Überblick über die Fixkosten zu haben.

  • Trockner nicht nutzen – Einsparpotenzial im Jahr: 55 Euro Der Wäschetrockner ist im Haushalt ein Energiefresser. Besonders im Sommer und bei schönem Wetter lohnt es sich, stattdessen auf eine Wäscheleine oder einen Wäscheständer – am besten im Freien – zu setzen. Geht es einmal nicht ohne Wäschetrockner, empfiehlt co2online.de, auf Geräte der Effizienzklasse A zu setzen. Trockner mit einer Wärmepumpe verbrauchen zudem nur halb so viel Energie wie herkömmliche Geräte.
  • Zeitschaltuhr für Warmwasserspeicher nutzen – Einsparpotenzial im Jahr: ab etwa 5 Euro Der Warmwasserspeicher hält Wasser den ganz Tag lang warm, auch wenn gar kein heißes Wasser zum Duschen oder Spülen benötigt wird. Die Fachleute empfehlen, das heiße Wasser dort abzustellen, wo es eigentlich gar nicht gebraucht wird – beispielsweise im Gäste-WC. Wird nur zu bestimmten Zeiten warmes Wasser benötigt, hilft eine Zeitschaltuhr.
  • Warmwassertemperatur senken – Einsparpotenzial im Jahr: 37 Euro Wie heiß muss Wasser in Küche und Bad wirklich sein? Laut der Fachleute von co2online.de reicht in diesen Bereichen rund 60 Grad heißes Wasser vollkommen aus. Vorsicht: Dauerhaft sollte die Wassertemperatur aber nicht unter 60 Grad gesenkt werden – sonst können sich vor allem in elektrischen Warmwasserspeichern gesundheitsgefährdende Legionellen ausbreiten.

Warmwasser abstellen, um Energie zu sparen: Steigt dann die Legionellen-Gefahr?

Wasser erhitzen, dafür ist eine Menge Energie nötig. Doch ist es ratsam, die Temperatur an der Therme herunter zu regeln – oder gleich komplett das warme Wasser abzustellen? Oder handelt man sich damit ganz andere Probleme ein - wie etwa Legionellen?

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  • Warmwasserzirkulation abschalten – Einsparpotenzial im Jahr: 85 Euro Egal ob Ein- oder Mehrfamilienhaus: Es kann sich lohnen, die Wasserzirkulation im Haus auf bestimmte Zeiten zu beschränken. Sonst zirkuliert das Wasser den ganzen Tag mit Hilfe einer Pumpe zwischen Heizkessel und Zapfstelle. Das verbraucht viel Energie. Wird die Pumpe abgestellt, dauert es nur etwas länger, bis warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Gleichzeitig ist das Ersparnispotenzial für einen vierköpfigen Haushalt mit 85 Euro im Jahr besonders hoch.
  • Laptop statt PC nutzen – Einsparpotenzial im Jahr: 18 Euro Laptops verbrauchen viel weniger Energie als PCs, um eine möglichst lange Akkulaufzeit zu garantieren. Zum Vergleich: Ein Laptop verbraucht rund 30 Watt, ein PC 75 Watt – bei vergleichbarer Ausstattung und Leistung.
  • Elektronische Geräte nicht im Standby belassen – Einsparpotenzial im Jahr: 115 Euro Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes verbrauchen in Deutschland Geräte im Standbymodus Strom im Wert von etwa 4 Milliarden Euro im Jahr. Wer Geräte richtig abschaltet, anstatt sie in den Ruhemodus zu versetzen, kann also bares Geld sparen.
  • LED- und Energiesparlampen nutzen – Einsparpotenzial im Jahr: 165 Euro Der Umstieg auf energiesparende LED-Lampen oder Energiesparlampen im Haus lohnt sich. Werden die Leuchtmittel ausgetauscht, ist eine Verminderung des Stromverbrauchs um 520 kWh möglich. Und auch wenn LED-Lampen teurer sind, haben sie eine vielfach längere Lebensdauer als Glühbirnen.
  • Keine Klimaanlage nutzen – Einsparpotenzial im Jahr: 40 Euro Klimaanlagen sind wahre Stromfresser. Wer hier sparen will, sollte seine Jalousien tagsüber geschlossen halten. Wird nachts oder morgens gelüftet, kann die Temperatur ebenfalls erträglich bleiben.

Bereitschaft zum Sparen ist da

Angesichts der drohenden Energiekrise verändert sich das Bewusstsein der Menschen für das Energiesparen. Laut einer Umfrage von co2online.de unter 3800 Verbraucherinnen und Verbrauchern hat fast die Hälfte bereits in Energiesparmaßnahmen investiert. „Das zeigt: Die Bereitschaft zum Energiesparen ist auf jeden Fall da“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online.de.

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Die Geschäftsführerin warnt, dass für 2022 durchaus von einer Verdreifachung der Energiekosten ausgegangen werden kann. „Unsere Heizspiegel-Monatsanalyse hat gezeigt, dass vor allem Gaskunden mit neuen Verträgen mit deutlich höheren Kosten rechnen müssen. Die Kosten sind bereits im April um knapp 100 Prozent gestiegen. Das sind 440 Euro höhere Heizkosten in einer durchschnittlichen Wohnung und 865 Euro in einem Einfamilienhaus“, sagte Loitz. Bestandskundinnen und -kunden spürten die Mehrbelastung unterdessen bislang weniger, weil die Energieversorger die Preise nicht direkt weitergeben dürfen. Das werde sich aber auch ändern, so die Expertin.

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