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Kasseler Forschungsprojekt

Aktivkohle und Brennstoff aus Laub

Laub-Kehrmaschine der Stadtreinigung im Einsatz.

Laub-Kehrmaschine der Stadtreinigung im Einsatz.

Kassel.Die Universität Kassel koordiniert das neue Verbundprojekt. Die Forscher des Projekts „CoAct“ wollen im Raum Friedrichshafen Laub und andere Rest-Biomassen in Aktivkohle und Brennstoffe umwandeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit zwei Millionen Euro im Rahmen der Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“, teilte die Hochschule mit.

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Neue Einkommensquellen

Die Wissenschaftler arbeiten an einem Konzept, um dieses Prinzip im baden-württembergischen Friedrichshafen und im umliegenden Bodenseekreis umzusetzen. Dabei werden lokale Landwirte zum Beispiel Obstbaumschnittgut zur Energie- und Aktivkohlegewinnung zur Verfügung stellen. Die gewonnenen Produkte sollen der regionalen Wirtschaft zugutekommen, das Klima schonen und die Wasserqualität verbessern.

"Diese zukunftsorientierten Arbeiten eröffnen der Landwirtschaft neue Einkommensquellen und geben Impulse für die nachhaltige Nutzung von Ressourcen", sagt Prof. Michael Wachendorf vom Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Uni Kassel und Leiter des Projekts CoAct. Ihre Klimaschutzziele zu erreichen, sei eine Herausforderung für Kommunen wie Friedrichshafen. "Dafür müsste man mehr fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energieträger ersetzen", so der Agrarwissenschaftler.

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Rechtliche Voraussetzungen

„Rest-Biomassen wie Laub oder Landschaftspflegematerial werden dafür bislang kaum verwendet“. Das biete Kommunen neue Möglichkeiten, sagt Wachendorf. Aktivkohle zum Beispiel ist ein Stoff, der für die Abwasserreinigung, Trinkwasseraufbereitung und viele weitere Zwecke genutzt wird.

Nicht nur technische Verfahren stehen bei CoAct im Vordergrund. Die Mitarbeiter des transdisziplinären Projekts untersuchen außerdem die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen. Auch die rechtlichen Voraussetzungen dafür werden geprüft.

Stadt-Land-Beziehungen

Neben der Universität Kassel, die mit den Fachgebieten Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe und Öffentliches Recht, Umwelt- und Technikrecht sowie dem Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) beteiligt ist, wirken an dem Projekt das ifeu – Institut für Energie und Umwelt (Heidelberg), das Institut für ländliche Strukturentwicklung (Frankfurt), das DVGW-Technologiezentrum Wasser (Karlsruhe), die Bodensee-Stiftung (Radolfszell), die Firma Krieg und Fischer (Göttingen), die Firma Pyreg (Dörth) sowie die Stadt Friedrichshafen und der Bodenseekreis mit, teilte die Hochschule mit. Ziel der BMBF Fördermaßnahme "Stadt-Land-Plus" ist es nach Angaben der Universität Kassel, durch Stärkung der Stadt-Land-Beziehungen eine integrierte nachhaltige Entwicklung von Regionen zu erreichen.

Von Angela Brünjes

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