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Kooperation mit Charité und Uni Bonn

DPZ Göttingen schließt Medikament von Covid-19-Therapie aus

Markus Hoffmann, Wissenschaftler in der Abteilung Infektionsbiologie des Deutschen Primatenzentrums, begutachtet eine Zellkultur unter dem Mikroskop.

Markus Hoffmann, Wissenschaftler in der Abteilung Infektionsbiologie des Deutschen Primatenzentrums, begutachtet eine Zellkultur unter dem Mikroskop.

Göttingen. Wissenschaftler der Abteilung Infektionsbiologie des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) – Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen haben in Kooperation mit Forschern an der Charité in Berlin zeigen können, dass ein bestimmtes Malaria-Medikament, das als Kandidat zur Behandlung von Covid-19 infrage kommen sollte, doch keine Option sei, teilt das DPZ mit. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht worden. Weitere Kooperationspartner arbeiten an der Universität Bonn.

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Der Name des Medikaments laute Chloroquin. Die Wissenschaftler hätten zeigen können, dass Chloroquin den SARS-CoV-2-Eintritt in menschliche Lungenzellen und die nachfolgende Ausbreitung des Virus in diesen Zellen nicht verhindern könne, heißt es in der Mitteilung. Chloroquin werde die Ausbreitung des Virus in der Lunge wahrscheinlich nicht hemmen und sollte nicht für die Behandlung von Covid-19 eingesetzt werden.

Chloroquin wirkt nur Zelltyp-spezifisch bei Affen-Nierenzellen

Chloroquin hemme die Infektion von Affen-Nierenzellen mit SARS-CoV-2, so das DPZ – mehr nicht. „Wir konnten in dieser Studie zeigen, dass Chloroquin nur Zelltyp-spezifisch wirkt und die Infektion von Lungenzellen nicht blockiert. Das bedeutet, dass bei künftigen Testungen von potenziellen Covid-19-Medikamenten von Anfang an darauf geachtet werden sollte, dass relevante Zelllinien für die Untersuchungen eingesetzt werden, um nicht unnötig Zeit zu verlieren und möglichst schnell wirksame Therapeutika zu identifizieren“, zitiert das DPZ Professor Dr. Stefan Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am DPZ. Pöhlmann habe betont: „Die Covid-19 Erkrankung wird in erster Linie durch die Infektion von Lungenzellen hervorgerufen, aus diesem Grund sollten diese Zellen bei Wirksamkeitstests immer Priorität haben.“

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Hier geht’s zur Originalveröffentlichung in der Zeitschrift „Nature”: Hoffmann M. et. al (2020) – Chloroquine does not inhibit SARS-CoV-2 infection of human lung cells.

Von Stefan Kirchhoff

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