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Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“

ESA-Direktor Hasinger hält Vortrag in Göttingen

Günther Hasinger

Günther Hasinger

Göttingen/Madrid.Hasinger lebt in Madrid, dort ist sein neuer Arbeitsplatz angesiedelt. Von dort kommt er nach Göttingen, um in der Reihe „Faszinierendes Weltall“ einen Vortrag zu halten. Nach Göttingen? „Ich kenne Klaus Reinsch (Anm. d. Red. den Organisator der Reihe) sehr gut“, sagt Hasinger. Früher habe er hier schon einmal vorgetragen. Und was fasziniert ihn am Weltall? Hasinger lacht und sagt: „Mein ganzes Leben ist dem Kosmos gewidmet.“ Immer schon sei er auch technisch interessiert gewesen, im Studium dann sei er auf das Weltall gestoßen. Er habe Neues entdecken wollen und „hinkommen, wo noch nie jemand war“.

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Hasingers Vortrag

„Die Erkundung des Universums: Synergien im Wissenschaftsprogramm der ESA“ lautet der Titel des Vortrags von Günther Hasinger. Der Wissenschaftsdirektor der Europäischen Weltraumagentur ESA ist am Dienstag, 15. Januar, zu Gast Hörsaal 008 des Zentralen Hörsaalgebäudes der Göttinger Universität, Platz der Göttinger Sieben 5. Ausgehend von aktuellen Entdeckungen der Astrophysik und Weltraumwissenschaften gebe er einen ausführlichen Überblick des Wissenschaftsprogramms der Europäischen Weltraumagentur ESA und des strategischen Entwicklungsplans für die Zukunft“, teilen die Organisatoren mit. Der Abend beginnt um 20 Uhr. pek

Eigentlich wollte er nach dem Abitur Medizin studieren, berichtet Hasinger, beide Eltern seien Mediziner gewesen. Doch seine Abiturnote habe nicht ausgereicht. Einen Studienplatz für Biochemie in Clausthal-Zellerfeld habe er abgelehnt und sich in München für Physik eingeschrieben – mit seiner Band sei er damals für Aufnahmen im Studio gewesen.

Mit seinem Stand-Up-Paddle-Board zum Meer

Später dann wurde Hasinger Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, „mein Traumjob“, sagt er heute. Aus Pflichtgefühl wechselte er zum Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, aber „mein Herz hat nicht dafür geschlagen“. Auf Hawaii war er später Direktor des Instituts mit bodengebundenen Teleskopen. Für den Ironman habe er nicht trainiert, sagt er, „ich entdecke lieber einen Stern“. Immerhin habe er an einem Kanal gewohnt und mit seinem Stand-Up-Paddle-Board zum Meer fahren können. Gegen Ende seiner schillernden Karriere zog es ihn zurück nach Europa. In Berlin lebt seine Familie. Dort will er wieder mehr Wassersport betreiben.

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Bei der ESA ist er jetzt Wissenschaftsdirektor und verantwortlich für wirklich große Missionen, die teils "eine Milliarde Euro und darüber" kosten. Davon und von der "langfristigen strategischen Planung" will er in Göttingen berichten. "Wir brauchen einen langen Atem in der Technologieentwicklung."

Eismond Europa erforschen

Vor allem drei Missionen sind es, die Hasinger umtreiben. Zum einen will die ESA den nur 3122 Kilometer große Eismond Europa erforschen, ein Mond des Planeten Jupiter. Dort existiert sehr viel Wasser unter einer dicken Schicht von Eisplatten, und die Temperaturen könnten die Entwicklung von Leben ermöglicht haben. Organische Moleküle könnten laut Hasinger dort zu finden sein.

Gleich zwei Missionen will der Wissenschaftler möglichst zeitgleich auf den Weg bringen. Mit einem Röntgen-Observatorium und einem Gravitationswellen-Observatorium – diese Wellen seien ein zusätzlicher Kanal zum Verständnis unseres Universums – sollen die Eisplaneten Neptun und Uranus erforscht werden. Beide habe bislang noch niemand besucht. Möglich sei ist das laut Hasinger nur, wenn die Planeten in etwa in einer Linie stehen. Und das sei zwischen 2028 und 2032 wieder der Fall. Durch die Konstellation sei es möglich, fünfmal mehr Gewicht an Bord zu nehmen. "Man braucht viel Treibstoff, um abzubremsen", erklärt Hasinger die Notwendigkeit der Zuladung. Etwa 20 Jahre vor dem Start müsse für eine solche Mission mit der Technologie-Entwicklung begonnen werden.

Glanzlichter des vergangenen Jahres

Davon will Hasinger bei seinem Göttinger Vortrag berichten – und ein paar Glanzlichter des vergangenen Jahres zeigen. Das sollte spannend werden, denn Hasinger sagt: „Die Entdeckungen regnen nur so auf uns.“

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Von Peter Krüger-Lenz

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