Studie der UMG

Fibromyalgie: Können Gehirnstimulation und Meditation die Schmerzen lindern?

Prof. Andrea Antal und Prof. Frank Petzke untersuchen neue Behandlungsmethoden bei Fibromyalgie-Syndrom.

Prof. Andrea Antal und Prof. Frank Petzke untersuchen neue Behandlungsmethoden bei Fibromyalgie-Syndrom.

Göttingen. Schmerzen „überall“, in Muskeln und Fasern, und das über mehrere Monate. Das ist nur ein Symptom einer Erkrankung, die als „Fibromyalgie-Syndrom“ bezeichnet wird. Überwiegend sind Frauen davon betroffen. Die chronische Schmerzerkrankung kann zudem begleitet sein von Schlafstörungen, Erschöpfung und kognitiven Beeinträchtigungen.

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Welche Faktoren zu der Schmerzerkrankung führen, sei bislang noch nicht vollständig geklärt, heißt es in einer Mitteilung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die Anzeichen der Krankheit könnten bei den Patientinnen sehr unterschiedlich sein, das erschwere die Behandlung der Erkrankung. Daher bestehe ein klinischer Bedarf, neue Behandlungsmöglichkeiten für diese Krankheit zu finden oder bekannte wirksame Ansätze zu verbessern.

Einen neuen Ansatz zur Behandlung von Fibromyalgie untersucht eine klinische Studie an der Klinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) in Zusammenarbeit mit der Schmerzmedizin der Klinik für Anästhesiologie an der UMG. „Die Studie hat zum Ziel, die therapeutischen Effekte der Elektrostimulationsbehandlung bei Fibromyalgie zu verstärken und zu festigen“, teilt die UMG mit.

Dazu kombiniere die neue Studie transkranielle Gleichstromstimulation und Achtsamkeitsmeditation. Die Forschungsgruppe wird von Prof. Andrea Antal aus der Klinik für Neurologie, UMG, und Prof. Frank Petzke, Leiter der Schmerzmedizin in der Klinik für Anästhesiologie, UMG, geleitet. Prof. Antal war an der Entwicklung der Gleichstromstimulation beteiligt und forscht seit vielen Jahren auf diesem Gebiet.

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Die Teilnehmerinnen der innovativen Studie sollen zudem von dem niedergelassenen Göttinger Achtsamkeitspsychotherapeuten und Langzeitmeditationslehrer Christoph Millington betreut werden.

Transkranielle Gleichstromstimulation

Die transkranielle (= durch den Schädel) Gleichstromstimulation ist eine der Techniken, mit der sich das Gehirn nicht-invasiv (= ohne Verletzung) elektrisch stimulieren lässt. Das Verfahren wird seit vielen Jahren von der Klinik für Klinische Neurophysiologie der UMG unter der Leitung von Prof. Walter Paulus eingesetzt. Bei dieser nebenwirkungsarmen Stimulationstechnik werden sehr kleine Ströme von ein bis zwei Milliampere (mA) durch den Schädel geleitet, um Hirnareale zu stimulieren oder zu hemmen.

Viele Studien renommierter Universitäten, auch der Universitätsmedizin Göttingen, haben zum Teil sehr positive Effekte der Gehirnstimulation bei der Behandlung von neurologischen Erkrankungen, wie chronischen Schmerzen, sowie psychiatrischen Erkrankungen, wie Depressionen, gezeigt. Die tägliche elektrische Stimulation über mehrere aufeinanderfolgende Tage ist eine wirksame Behandlung zur Linderung von Schmerzen und zur Verbesserung der Lebensqualität von Fibromyalgie-Patientinnen. Sie steht bisher aber nicht als Angebot der Krankenkassen zur Verfügung.

Achtsamkeitsmeditation

Die Achtsamkeitsmeditation ist eine kognitive Trainingstechnik, bei der sich der Praktizierende auf die Wahrnehmung von Empfindungen, Emotionen und Gedanken fokussiert, ohne diese weiter zu verfolgen. Frühere Studien haben gezeigt, dass die regelmäßige Ausübung der Achtsamkeitsmeditation die Intensität und das Unbehagen bei Fibromyalgie-Schmerzen verringert.

Für weitere Informationen über die Studie oder bei bestehendem Interesse zur Teilnahme können sich Frauen im Alter zwischen 30 und 70 Jahren, bei denen ein Fibromyalgiesyndrom diagnostiziert wurde, direkt bei der Studienleitung melden. Kontakt über E-Mail an: neurologie.nbs-studie@med.uni-goettingen.de oder telefonisch unter 0551 / 39-12631, montags und dienstags von 10 bis 12 Uhr.

Von r

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