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Studie von Ökonomen der Uni Göttingen

Geringeres Wirtschaftswachstum als angenommen

Dr. Thomas Kopp vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen.

Dr. Thomas Kopp vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen.

Göttingen.Demnach sei die Wirtschaft in vielen Ländern Europas sowie in Kanada und den USA in diesem Zeitraum eher linear gewachsen, das heißt mit abnehmenden Wachstumsraten. Das widerspreche vielen ökonomische Modellen und politischen Debatten, die davon ausgehen, dass Volkswirtschaften exponentiell, also in stetigen Raten von zwei bis drei Prozent wachsen.

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Nur zwei Länder erreichten Wachstumsraten

Nur zwei der durch die Ökonomen untersuchten Länder hätten die angenommenen Wachstumsraten erreicht, heißt es weiter in der Mitteilung der Uni. Die Wissenschaftler fordern daher, diese verschiedenen Wachstumspfade in volkswirtschaftlichen Modellen und in der wirtschaftspolitischen Planung zu berücksichtigen. Ihre Studie ist in der Fachzeitschrift Ecological Economics erschienen.

In ihrer Untersuchung haben die Wissenschaftler Wirtschaftsdaten von 14 Industrieländern Europas sowie von Kanada, den USA, Australien und Neuseeland analysiert. Elf Länder wuchsen seit 1960 demnach eher linear. Die Mehrheit der restlichen sieben Länder mit exponentiellem Wachstum wuchs mit einer geringeren Rate als angenommen. Nur Neuseeland wuchs exponentiell mit höheren Raten.

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Pro-Kopf-Wachstumsraten liegen unter allgemeiner Annahme

„Auch wenn man die Daten aus der Zeit der Wirtschaftskrise von 2008 bis 2013 herausnimmt, liegen die Pro-Kopf-Wachstumsraten in zehn Ländern bei weniger als 1,3 Prozent und damit unter der allgemeinen Annahme“, sagte Dr. Thomas Kopp vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen. 1,3 Prozent Pro-Kopf-Wachstum entsprechen in den ausgewählten Ländern einem Gesamtwachstum von 2 bis 3 Prozent.

„Die empirischen Erkenntnisse legen nahe, dass sich sowohl in der Wirtschaftspolitik als auch in den Modellen der Wirtschaftswissenschaften etwas verändern muss“, sagte Erstautor Steffen Lange vom IÖW dazu. „Es muss damit gerechnet werden, dass das Wachstum prozentual gesehen weiter abnimmt. Die Politik zum Arbeitsmarkt, zur Finanzierung der Sozialversicherungssysteme, zu staatlichen Einnahmen und Ausgaben sowie zur Verteilung muss an diesen Trend angepasst werden.“

Von Hannah Scheiwe

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