Hochleistungsrechner

Göttinger Forscher bekommen neuen Supercomputer

Mehr Rechenleistung für Norddeutschlands Wissenschaftler: Dr. Philipp Wieder (GWDG, von links), Thomas Theissen, Dr. Sabine Johannsen Staatssekretärin, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel,Prof. Dr. Norbert Lossau und Peter Waue vom Ministerium.

Mehr Rechenleistung für Norddeutschlands Wissenschaftler: Dr. Philipp Wieder (GWDG, von links), Thomas Theissen, Dr. Sabine Johannsen Staatssekretärin, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel,Prof. Dr. Norbert Lossau und Peter Waue vom Ministerium.

Göttingen. Am Mittwoch wurde in der Universität Göttingen der Kaufvertrag für die Beschaffung des Rechensystems unterzeichnet.

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Der neue Supercomputer ist eine gemeinsame Anschaffung des Norddeutschen Verbunds für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN), in dem die sieben norddeutschen Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertreten sind. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit fünf Millionen Euro an den Investitionskosten.

Der neue Hochleistungsrechner HLRN-IV ist das Nachfolgemodell des aktuellen Supercomputers HLRN-III, der in Berlin sowie an der Leibniz Universität Hannover installiert ist. Bei der Ausschreibung für den Supercomputer der vierten Generation hatte sich erstmals auch Göttingen als Standort beworben und 2015 prompt den Zuschlag erhalten.

Ausschlaggebend waren nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe. Hochleistungsrechner verbrauchen enorm viel Strom. Die Uni Göttingen verfüge über ein eigenes Heizkraftwerk und dezentrale Blockheizkraftwerke, sagte Uni-Vizepräsident Professor Norbert Lossau bei der Vertragsunterzeichnung im Aula-Gebäude. Göttingen sei der energiegünstigste Standort, erklärte auch die Staatssekretärin im niedersächsischen Wissenschaftsministerium, Sabine Johannsen.

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Der Supercomputer HLRN-IV hat eine Leistung von etwa 16 PetaFlop/s (ein Petaflop bedeutet eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde). Mit einer Viertelmillion Rechenkernen ist er etwa sechsmal schneller als das bisherige System. Damit könnten Wissenschaftler künftig ihre Forschungen deutlich erweitern, sagte der stellvertretende Leiter der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung in Göttingen (GWDG), Philipp Wieder. Forscher nutzen solche Superrechner, um komplexe Modellrechnungen vornehmen zu können. Vor allem Umwelt-, Klima- und Meeresforscher benötigen gigantische Rechenressourcen für ihre Simulationen, beispielsweise zur Vorhersage von Wirbelstürmen oder zur Optimierung von Windenergieanlagen. Andere Forschungs- und Anwendungsbiete sind beispielsweise die Astrophysik, Bioinformatik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik oder Teilchenphysik.

Die Installation der ersten Phase soll im Herbst beginnen, die Komponenten hierfür sollen in der Fernmeldezentrale der Universität Göttingen untergebracht werden. 2019 folgt dann der Vollausbau an einem weiteren Standort in Göttingen, der allerdings noch nicht feststeht. Die beiden Betreiberzentren in Berlin und Göttingen werden über eine Glasfaserleitung verbunden. Die Betriebskosten für die beiden Standorte liegen über fünf Jahre bei 20 Millionen Euro, die von den Ländern aufgebracht werden.

Installieren wird den Rechner die Firma Atos, die zu den international führenden Anbieter von Big Data und „High Performance Computing“ gehört und unter anderem bereits das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen mit Superrechnern ausgestattet hat.

Von Heidi Niemann

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