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Institut für Ur- und Frühgeschichte

Göttinger Forscher ordnen vermeintlichen „Bronzeschrott“ als „bares Geld“ ein

Nicola Ialongo vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen.

Nicola Ialongo vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen.

Göttingen. Kein Geld? Kein Problem – jedenfalls nicht in der Bronzezeit. Die Menschen fanden eine Lösung. Zwischen 1350 bis 800 vor unserer Zeitrechnung verwendeten sie Bruchstücke des Metalls als Währung, haben Forscher der Universitäten Göttingen und Rom ermittelt. Diese Teile stammten von ehemaligen Objekten – waren quasi „Bronzeschrott“ von zum Beispiel vormals intakten Schwertern, Äxten oder Schmuckstücken, teilt die Universität Göttingen mit. Die Bruchstücke hätten einem europaweit gültigen Gewichtssystem entsprochen.

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Nach Angaben der Hochschule analysierten die Forscher rund 2500 Metallobjekte und -fragmente aus der späten Bronzezeit, die in Mitteleuropa und Italien ausgegraben worden seien. Mittels einer statistischen Technik hätten sie erkennen können, ob es sich bei den Objekten um das Vielfache einer bestimmten Gewichtseinheit handelte. Die untersuchten Stücke seien offenbar absichtlich zerkleinert worden, um bestimmte vorgegebene Gewichte zu erreichen, hieß es. Die Schlussfolgerung sei, dass die Stücke als Bargeld verwendet worden seien, und dass das Zerkleinern von Bronzeobjekten darauf abgezielt hätte, Kleingeld zu erhalten.

„Das Bezahlen mit Metallstücken war nicht primitiv, denn diese Art Geld erfüllte genau die gleichen Funktionen wie das moderne Geld heute“, sagte Nicola Ialongo vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen. Wahrscheinlich seien schon lange vor Entdeckung der Metallurgie Waren als Zahlungsmittel verwendet worden.

Der eigentliche Wendepunkt sei aber gekommen, als Menschen um 3000 vor Christus im Nahen Osten das Abwiegen von Gewicht erfunden hätten. „Damit stand erstmals in der Menschheitsgeschichte ein objektives Mittel zur Verfügung, um den ökonomischen Wert von Dingen und Dienstleistungen zu quantifizieren, ihnen also einen Preis zuzuordnen“, erläuterte Ialongo.

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Von Stefan Kirchhoff mit epd

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