Blutgerinnung

Keine Angst mehr vor Gemüse

Kann für Menschen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einehmen, heikel sein: Grünes Blattgemüse.

Kann für Menschen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einehmen, heikel sein: Grünes Blattgemüse.

Bei einer zu niedrigen Menge des Blutgerinnungshemmers treten Probleme mit den Grunderkrankungen der Patienten wie Thrombosen oder Embolien auf.
Damit Patienten die Dosierung der Blutverdünnungsmittel flexibel nach ihrem täglichen Bedarf vornehmen können, setzen Mitarbeiter der Abteilung Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen auf Schulung. Dazu haben sie unter Leitung von Oberarzt Prof. Jean-François Chenot ein Projekt entwickelt. Dieses Projekt läuft seit Jahresbeginn, das Bundesministerium für Gesundheit fördert das Vorhaben mit 160 000 Euro über zwei Jahre.

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Deutschlandweit müssen ungefähr 800 000 Patienten lebenslang gerinnungshemmenden Medikamente einnehmen. Hinzu kommen Patienten, die blutverdünnende Medikamente aufgrund von schweren Thrombosen nur kurzzeitig einnehmen. Vor allem diese Patienten sind unsicher im Umgang mit dem Medikament. Um die blutgerinnungshemmende Medikamente richtig dosieren zu können, spielen die Ernährung oder die Einnahme bestimmter Arzneimittel eine wichtige Rolle. Großen Einfluss auf die Wirkungsfähigkeit der Blutgerinnungshemmer hat Vitamin K. Und besonders viel davon steckt vor allem in grünem Blattgemüse und bestimmten Kohlsorten wie Grünkohl.

„Die Dosierung des Medikaments muss an den Verzehr von bestimmten Gemüsesorten so angepasst werden, dass das Verhältnis von Vitamin K und Blutgerinnungshemmer ausgeglichen ist. Dass bedeutet: Je mehr grünes Gemüse gegessen wird, umso höher muss auch die Dosis des Blutgerinnungshemmers sein. Am besten ist es, täglich die gleiche Menge Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. So wird die Wirkung des Medikaments nicht beeinflusst“, sagt Chenot.

Die langfristige medizinische Betreuung der meisten Patienten, die blutverdünnende Mittel nehmen, findet in der Hausarztpraxis statt. Hier setzt das Projekt von Chenot an. „Weltweit gibt es bislang kein Schulungsprogramm für diese Patienten, das wir im hausärztlichen Bereich einsetzen können“, sagt er. „Mit Hilfe eines Videos, Informationsbroschüren und Fragebögen, wollen wir die Kompetenz der Patienten im Umgang mit Blutverdünnungsmitteln erhöhen. So lernen sie ihre Krankheit besser kennen und vertiefen das eigene Wissen. Das wirkt sich auch positiv auf die Lebensqualität aus.“

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"Unsere Studie ist zu klein, um Ergebnisse darüber zu bekommen, wie viele Patienten durch die Schulung vor dem Verbluten geschützt worden sind. Das können wir nicht messen. Was wir aber messen können, sind die Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Handlungskompetenz der Patienten", sagt Chenot.
Das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Viktor Vormfelde aus der Abteilung Klinische Pharmakologie. 22 hausärztliche Praxen nehmen teil. Nach dem ersten Halbjahr des Projekts liegt nun das Storyboard für das Schulungsvideo vor, die Patientenbroschüre ist in Vorbereitung. Mit der praktischen Erprobung soll im Herbst 2010 begonnen werden.

umg/cob

www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/projekte/arzneimittel_sicherheit.htm

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