HAWK

Neue, leichte LKW-Achse entwickelt

Neue LKW-Achse

Neue LKW-Achse

Göttingen. Je leichter ein Fahrzeug, desto geringer der Verbrauch, desto weniger Umweltverschmutzung. Ingenieure der Göttinger Fakultät Naturwissenschaften und Technik der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen haben jetzt das leichteste Fahrwerk seiner Art für Nutzfahrzeuge entwickelt. Es wiegt keine 350 Kilogramm und ist damit 40 Kilogramm leichter als herkömmliche Fahrwerke. Filigrane Strukturen aus stählernen Zug- und Druckstäben ersetzen schwere, balkenförmige Achskörper und Lenker.

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Einfache Formel

Im Hinblick auf den Verbrauch sei weniger die Antriebsart entscheidend, sondern viel mehr das Fahrzeuggewicht, so das HWAK-Team. Es habe den größten Einfluss auf den Verbrauch – was in der Diskussion über Verbrennungs- oder Elektromotoren oft verkannt werde. Ins Gewicht falle diese einfache Formel besonders beim Güterverkehr auf der Straße.

In Deutschland wird der Nutzfahrzeugbestand mittelfristig um mehr als 20 Prozent auf 3,5 Millionen Fahrzeuge wachsen. Dabei gewinnen elektrische Antriebe bei leichten Nutzfahrzeugen und Bussen sowie Flüssigerdgas bei schweren Fernverkehr-Lkw an Bedeutung. Das ist das Ergebnis der jüngsten Shell Nutzfahrzeug-Studie (2016), die Shell in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt vorgelegt hat. Für alle Antriebsarten aber gilt gleichermaßen: Je leichter das Fahrzeug ist, desto weniger Energie verbraucht es.

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Das Leichtgewicht hält jedem Manöver stand

Unter der Leitung von Prof. Christopher Frey haben die Göttinger HAWK-Ingenieurwissenschaftler zusammen mit ihren Studierenden bionische Prinzipien und die Lehre von Tragwerksstrukturen auf die Konstruktion des neuartigen Fahrwerkes übertragen. Die Konstruktion erträgt unterschiedlichste Lastfälle – beispielsweise eine extreme Kurvenfahrt ebenso wie eine Geradeausfahrt über ein Hindernis. Das Leichtgewicht hält jedem Manöver stand. Es sind international Patente angemeldet.

Das neuartige Fahrwerk bringe viele Vorteile, so Frey. Hersteller profitierten, weil sie weniger Material in der Produktion einsetzen müssen. Der Gewichtsvorteil wird mit kostengünstigen Feinkornbaustahl erzielt, so dass auf den Einsatz von teuren Leichtbauwerkstoffen wie Aluminium oder Carbon verzichtet werden kann. Die Reduktion des Gewichtes könne somit direkt in einen Kostenvorteil umgesetzt werden.

Mehr Ladegut transportieren

Spediteure profitierten, weil ein leichtes Fahrzeug sparsamer fährt. Die Gewichtsreduktion geht direkt in den Fahrwiderstand ein. Das spare etwa 80 Liter Diesel auf 100000 Kilometer. Die zulässige Fahrzeugnutzlast wird um den Beitrag erhöht, um den das Leergewicht sinkt. Das heißt, ein leichteres Fahrzeug kann mehr Ladegut transportieren, was die Transportkosten senkt.

Am meisten aber profitiere die Umwelt: Weniger Gewicht, ist gleich weniger Kraftstoff, ist gleich weniger CO-2 -Ausstoß. Somit leiste die neuartige Konstruktion ihren Anteil zum Umweltschutz und zur Erreichung der Klimaziele.

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Von Christiane Böhm

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