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Georg-August-Universität

Reisen, Kunst und Mathematik: Kunstsammlung der Uni Göttingen zeigt Ausstellung zu Frühaufklärung

In der Kunstsammlung der Universität Göttingen ist ab sofort die Sammlung Uffenbach zu sehen.

In der Kunstsammlung der Universität Göttingen ist ab sofort die Sammlung Uffenbach zu sehen.

Göttingen.Eigentlich sollte die Sammlung Johann Friedrich Uffenbachs bereits im vergangenen Herbst in der Kunstsammlung der Universität Göttingen zu sehen sein. Pandemiebedingt musste die Ausstellung jedoch nach wenigen Tagen wieder schließen. Nun ist sie mit ihren Büchern, Grafiken, Modellen, Instrumenten und viele andere Zeugnissen frühaufklärerischer Neugier erneut geöffnet.

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Sie kam als eine der größten Schenkungen des 18. Jahrhunderts an die Universität, im Laufe der Zeit wurde die Sammlung allerdings auf Fächer und Institutionen zerstreut. Im vergangenen Jahr führten Experten sie erstmals wieder in ihre ursprünglichen Zusammenhänge zurück, mithilfe der Verzeichnisse des Sammlers Uffenbach. In gedruckten Büchern, Handschriften, Zeichnungen, Druckgrafiken, Modellen und Instrumenten zeigen sich dessen Interessen: Reisen, Kunst und angewandte Mathematik. Die Ausstellung erarbeiteten die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und die Kunstsammlung der Universität gemeinsam, dazu kamen zahlreiche Leihgaben.

Sammler von Büchern, Instrumenten, Gemälden

Johann Friedrich von Uffenbach war Frankfurter Patrizier und der Bruder eines der größten Büchersammler seiner Zeit, Zacharias Conrad Uffenbach. Er studierte an den Universitäten in Halle und Straßburg. Als Europareisender führte er umfangreiche Reisetagebücher. Uffenbach lebte als Privatgelehrter mit technisch-naturkundlichen und künstlerischen Interessen, als Sammler von Büchern, Instrumenten, Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphik in Frankfurt.

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Seine Begeisterung für alles Technische, Messbare und neu Erfundene führten zu experimentierendem Lernen und Sammeln. Seine Kenntnisse setzte Uffenbach praktisch um: So erneuerte er eine Mainbrücke, führte verschiedene Großfeuerwerke auf, schuf diverse Musiken und eine Oper, stellte Kupferstiche her und erprobte technische Erfindungen.

Ein komplexes Arbeitsinstrument

Erhalten sind mehr als 8000 Seiten Reisetagebücher, fünf Bände mit Sitzungsprotokollen seiner in Frankfurt gegründeten gelehrten Gesellschaft sowie zahlreiche Briefe und Manuskripte unveröffentlichter Schriften. Sie geben Aufschluss über das Leben eines Gelehrten im 18. Jahrhundert. Uffenbachs Kataloge, auf die nun die Experten zurückgriffen, setzen die unterschiedlichen Bestandteile seiner Sammlung in Beziehung.

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Die Aufzeichnungen erlaubten erstmalig eine Rekonstruktion der ursprünglichen Sammlung – welche sich als ein komplexes, vielteiliges Arbeitsinstrument erweist. 1736 vermachte Uffenbach sie der neu gegründeten Göttinger Universität, die die Sammlung nach seinem Tod 1770 erhielt.

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Die Ausstellung ist in der Kunstsammlung, Weender Straße 2, bis zum 17. Juli jeden Sonnabend und Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Führungen durch die Ausstellung finden am 15. Mai, 19. Juni und 17. Juli jeweils um 11.30 Uhr statt.

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