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Kampagnenorganisation One

„Warum geht mich das etwas an?“

Die Göttinger Studenten Konstantin Gast und Luisa Neubauer.

Göttingen. „Würden die Leute in Deutschland so leben, wie zum Teil in Afrika, wäre das hier ein ganz großes Thema“, sagt die 20jährige Neubauer. Das Thema Armut und schlechte medizinische Versorgung muss „mehr auf die Agenda als jetzt“, so Gast. Den Menschen die Probleme vor allem in Afrika nahe zu bringen, die Zusammenhänge zwischen unserem Lebensstil und der Armut in anderen Teilen der Welt klar zu machen: das gehört zu Gasts und Neubauers Motivation und Aufgaben. Bei ihrer Arbeit geht es immer um Öffentlichkeit, nicht um das Einwerben von Spenden.

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„Oft wird uns angeboten, wenn wir die Lage etwa in Nigeria schildern:, ok, wieviel Geld braucht ihr? Es geht aber um die Ebene darüber“, sagt die Geografie-Studentin Neubauer. Dass von den Regierungen zugesagtes Geld wirklich zur Verfügung gestellt wird. One wolle, so Gast, dass viele Menschen sich dafür einsetzen, dass die Länder sich an ihre Zusagen für die Entwicklungsländer halten.

Zusammen mit rund 250 weiteren Jugendbotschaftern aus 58 verschiedenen Nationen haben die beiden Anfang Juni an einer Konferenz der Organisation in Paris teilgenommen. Beeindruckt waren Neubauer und Gast von diesen Begegnungen auf Augenhöhe. „Es ist krass, was die Jugendbotschafter aus Afrika so schaffen“, sagt der 21jährige Gast, der in Göttingen Jura und Volkswirtschaft studiert. Die direkte Konfrontation erlebe man sonst selten, ergänzt Neubauer. Berichte von Notfällen, wo ein Arzt jemanden operieren muss, ohne Strom,  mit dem Smartphone als einziger Lichtquelle. „Da bleibt einem schon der Atem weg“. Die Jugendbotschafter trafen verschiedene Politiker, darunter den französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault.

60 Jugendbotschafter gibt es in Deutschland, acht in Niedersachsen. Die beiden Göttinger wurden im Januar von One ausgewählt. Beide haben sich schon vorher engagiert: Gast im CVJM, Neubauer  bei Unicef.  Mit ihrem Studium können sie ihren Einsatz für One vereinbaren. „Wir waren jetzt fünf Tage in Paris, im Frühjahr drei in Berlin. Und wir treffen uns regelmäßig einmal in der Woche“, sagt Gast.

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Auch in Göttingen suchen die beiden den Kontakt zu Politikern, planen Infostände und wollen demnächst in die Schulen gehen und informieren. „Warum geht mich das etwas an“, sei beispielsweise eine Frage, die von Schülern oft gestellt werde. Sie erzählen bei solchen Gelegenheiten auch von einer Petition, die sie kürzlich an den Entwicklungsminister Gerd Müller übergeben haben. Und davon , dass „solche Instrumente machtvoller sind, als viele denken“, sagt Neubauer.

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