Höhlen-Erlebniszentrum im Harz

Erweiterung der Iberger Tropfsteinhöhle geplant

Eine Besucherin steht in der Ausstellung im Museum des Höhlen-Erlebniszentrums Iberger Tropfsteinhöhle.

Eine Besucherin steht in der Ausstellung im Museum des Höhlen-Erlebniszentrums Iberger Tropfsteinhöhle.

Bad Grund. Ein normaler Wochentag - Mittagszeit. Die meisten Parkplätze vor dem Höhlen-Erlebniszentrum sind belegt. Drinnen Gedränge: Alleinreisende, Familien mit kleinen Kindern, zwei größere Gruppen. „Das ist ganz normal“, sagt Museumsleiterin Ortrud Krause. „Wir platzen hier aus allen Nähten, vor allem im Sommer und Herbst.“ Seit das Museum bei Bad Grund im Harz vor zehn Jahren seine Pforten geöffnet hat, ist es ein Besuchermagnet.

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Uralt-Clan ist die Hauptattraktion

Im Schnitt kommen seither jährlich rund 70 000 Gäste. Sie wollen alles wissen über die rund 3000 Jahre alte Großfamilie, deren Überreste in der 15 Kilometer von Bad Grund entfernten Lichtensteinhöhle im Vorharz gefunden wurden. Seit zehn Jahren zeigt das am 10. Juli 2008 eröffnete Höhlen-Erlebniszentrum alles Bekannte über die Lebensumstände dieses Bronzezeit-Clans und dessen Stammbaum.

Denn Wissenschaftler der Universität Göttingen konnten mit Hilfe von DNA-Untersuchungen nachweisen, dass ein Großteil der gut 60 in der Höhle bestatteten Individuen miteinander verwandt sind. Mehr noch: Die Forscher fanden Belege dafür, dass noch heute Nachkommen der damals bestatteten Menschen in der Region leben. „Das Höhlen-Erlebniszentrum ist zweifellos eines der wichtigsten Museen in der Region und ein Besuchermagnet“, sagt der Direktor der Harzer Welterbe-Stiftung Harz, Gerhard Lenz.

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Anziehungspunkt – vor allem für Kinder – ist der begehbare originalgetreue Nachbau des rund 40 Quadratmeter großen Höhlengrabs. Größte Attraktion des Museums dürften für viele Gäste aber wohl die Köpfe von drei Clan-Mitgliedern sein, die nach forensischen Methoden plastisch rekonstruiert wurden. Sie zeigen eine junge Frau im Alter von etwa 16 bis 20 Jahren und deren Eltern: Einen 50 bis 60 Jahre alten Mann und eine etwa gleichaltrige Frau.

Museum häufig überfüllt

Weil der vor zehn Jahren fertig gestellte Museumsbau mit seinen rund 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche kaum ausreicht, um alle Schätze zu zeigen, und zudem an vielen Tagen im Jahr hoffnungslos überfüllt ist, sei eine Erweiterung dringend erforderlich, sagte Museumsleiterin Krause. Der älteste genetisch bestimmte Familienclan der Welt müsse mehr Platz bekommen.

Die zuständigen politischen Gremien des Landkreises Göttingen haben bereits reagiert und für eine fünf Millionen Euro teure Erweiterung votiert. Der Landkreis werde die entsprechenden Fördermittel aus dem EU-Fond für regionale Entwicklung beantragen, sagt Sprecherin Andrea Riedel-Elsner.

„Es ist in seiner Ausrichtung einzigartig“

Unberührt von einer möglichen Erweiterung bleiben die beiden anderen Teile des Höhlen-Erlebniszentrums: Die Iberger Tropfsteinhöhle, die seit ihrer Öffnung im Jahr 1874 schon von mehr als zehn Millionen Menschen besucht wurde, und das „Museum im Berg“. Dies ist ein durch das Gestein getriebener Tunnel, der das Museum und die Tropfsteinhöhle miteinander verbindet. In dem 160 Meter langen Gang ist die geologische Geschichte des Ibergs dokumentiert, der vor rund 385 Millionen Jahren als Riff in der Nähe des heutigen Madagaskar entstanden ist. Erdplattenbewegungen brachten ihn im Lauf von mehreren Millionen Jahren nach Norddeutschland.

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„Das Höhlen-Erlebniszentrum bietet eine optimale Kombination von Natur- und Kulturerlebnis“, schwärmt die Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbands, Carla Schmidt. „Es ist in seiner Ausrichtung einzigartig.“ Durch den geplanten Ausbau könne das Zentrum auch künftig den gestiegenen Erwartungen der Besucher gerecht werden.

Von RND/dpa

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