Gaming mal anders: Fünf digitale Spiel­spaziergänge

Anarchie und Sozialkritik findet sich im Game „Cyberpunk 2077“.

Anarchie und Sozialkritik findet sich im Game „Cyberpunk 2077“.

Berlin. Viele Video­spiele sind wahre Mammut­aufgaben: Sie überhäufen Spieler mit Aufträgen, bringen sie mit viel­versprechenden Neben­missionen vom Weg ab. Jede noch so kleine Aktion belohnen sie mit Erfahrungs­punkten und mächtiger Ausrüstung. Nur kein Leer­lauf, nur keine Pause von der Entertainment­beschallung.

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Doch hin und wieder lohnt es sich, innezuhalten. Sich einmal ganz bewusst von dieser durch­geplanten Freizeit­gestaltung zu lösen und einfach nur durch die Spielwelt zu flanieren. Ohne Ziel und ohne Absicht. Einige Video­spiele gewinnen durch das entspannte Flanieren sogar neu an Reiz. Fünf von ihnen wollen wir hier vorstellen:

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Spaziergang­freuden in Nord­europa

Eigentlich spielt der Rollenspiel­klassiker „The Elder Scrolls: Skyrim“ (2012) in einer Fantasy­welt voller Elfen, Orks und Drachen. Doch die Land­schaft wirkt vertraut: Riesige Nadel­wälder ziehen sich über märchen­hafte Schnee­landschaften, Fluss­täler und hohe Berge. Alles erinnert an Finnland, Schweden oder die norwegischen Berge und Fjorde.

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Wer sich hier zu einem Spazier­gang durch die Schnee­welt aufmacht, wird allerdings nicht nur mit wunder­schönen Eis­kristallen und weißen Hügel­ketten am Horizont belohnt. Man kann sich auch auf besondere Entdeckungen freuen. Das Entwickler­team hat bei der Erschaffung dieser Spiel­welt sehr wohl einkalkuliert, dass Spielerinnen und Spieler mal versehentlich, mal absichtlich vom Weg abkommen. Deswegen warten in den Tiefen Skyrims hier und da kleine Überraschungen: Mal geheimnis­volle Hexen­häuschen, mal rituelle Stein­kreise, die die Luft mit einem magischen Knistern erfüllen.

„The Elder Scrolls: Skyrim“, Bethesda Softworks, für PC, Mac, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox 360, Xbox Series, Nintendo Switch, ca. 40 Euro

Detailreich und futuristisch: „Cyberpunk 2077“

Als „Cyberpunk 2077“ (2020) erschien, gab es einen Aufschrei: Der technische Zustand war so schlecht, dass das Spiel immer wieder abstürzte oder Level fehlerhaft darstellte. Es dauerte etliche Wochen und viele Updates, bis sich diese Bau­stellen allmählich auflösten. Über diesen Ärger hinweg übersahen viele, wie detail­reich diese futuristische Spiel­welt tatsächlich ist. Sie wartet auch fernab der inszenierten Geschichten mit interessanten Details auf. Und die entdecken Spielerinnen und Spieler am besten bei einem gemütlichen Spaziergang.

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„Cyberpunk 2077“ ist extrem ambitioniert.

„Cyberpunk 2077“ ist extrem ambitioniert.

Die Welt von „Cyberpunk 2077“ ist stark von den Ideen des Cyberpunk-Genres inspiriert: Kapitalismus­kritik, soziale Ungleichheit, Selbst­justiz und Anarchie statt Demokratie. Das Besondere: Diese Themen werden nicht nur in den erzählten Geschichten aufgegriffen, sondern auch in der Spiel­welt selbst. Wer mit offenen Augen durch die Metropolen und Randbezirke spaziert, wird ihre Spuren wiederfinden – von armuts­feindlicher Architektur bis hin zu Drogen­dealern im Kindes­alter am Straßen­rand.

„Cyberpunk 2077“, CD Projekt Red, für PC, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series, ca. 50 Euro

Neandertaler, Säbelzahntiger und Mammuts

„Far Cry Primal“ (2016) ist eine sehr ungewöhnliche Erfahrung: Seine offene Spiel­welt dreht sich weder um futuristische Groß­städte noch durchstreifen Fantasy­kreaturen die Länder. Stattdessen geht die Reise in die Früh­zeit des Menschen, als der Homo sapiens sich noch nicht durchgesetzt hatte. Keine Verfolgungs­jagden und Schießereien, keine Zauberei, keine Dungeons. Stattdessen Konflikte mit Neandertaler, Säbelzahn­tiger und Mammut.

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Entsprechend natur­belassen und für einen Spazier­gang einladend ist auch die Spiel­welt: Dichte, sonnen­durchflutete Wälder, spektakuläre Klippen, weitläufige Gras­felder. Nirgends auch nur ein Hauch Zivilisation. Hach!

„Far Cry Primal“, Ubisoft, für PC, Playstation 4, Xbox One, ca. 30 Euro

Auf zu den Sternen

Die ursprüngliche Vision des Weltraum­abenteuers „No Man’s Sky“ (2016) war schon sehr nah am Traum jedes passionierten Spazier­gängers: Milliarden zufalls­generierter Planeten, die sich möglichst stark voneinander unterscheiden sollen. Mit einzig­artiger Flora und Fauna laden sie zum Erkunden ein. Klingt beeindruckend, ist es auch: Von grünen Wiesen­planeten bis zu tiefroten Lava­höllen hält dieses Universum alles bereit, was es für abwechslungs­reiche Spazier­gänge braucht.

Um dem Ganzen noch eine Krone aufzusetzen, überraschen euch entlang des Weges fantasievoll gestaltete Tiere und Pflanzen, die ebenfalls zufalls­generiert erschaffen wurden. Hier warten die spektakulärsten Formen und Farben auf ihre Entdeckung – ganz zwanglos, ohne Muss und nur für die, denen die reine Aussicht nicht genügt.

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„No Man’s Sky“, Hello Games, für PC, Playstation 4, Xbox One, Playstation 5, Xbox Series, ca. 60 Euro

Durchs Abenteuer tanzen

„GRIS“ (2018) ist anders als die übrigen Spiele in dieser Auswahl: Es bietet keine komplett offene Spiel­welt, die zum Abschweifen einlädt. „GRIS“ führt Spielerinnen mit kurzer Leine durch ein lineares Abenteuer. Der Kniff aber: Das Abenteuer selbst ist der Spazier­gang, der dieses Spiel so erlebens­wert macht.

Denn eigentlich geht es in „GRIS“ um die schweren Themen des Lebens: Trauma, Verlust, Angst, Sorgen – allesamt Gefühle, die die Protagonistin mit ihrem Ballett­tanz durch die Welt zu verarbeiten versucht. Schritt für Schritt färbt sie die Spiel­welt in ein farben­frohes Wechsel­spiel, das den idealen Hinter­grund für einen verträumten Spazier­gang bietet.

„GRIS“, Nomada Studio, Blitworks, für PC, Mac, Playstation 4, Nintendo Switch, ca. 10 Euro

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RND/dpa

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