„Guardians of the Galaxy“ im Test: Sternstunde für Star-Lord

Nach den erfolgreichen Kinofilmen erscheint „Guardians of the Galaxy“ jetzt als Videospiel für Playstation, Xbox und PC.

Nach den erfolgreichen Kinofilmen erscheint „Guardians of the Galaxy“ jetzt als Videospiel für Playstation, Xbox und PC.

Eine ganze Kinobibliothek hat sich in den letzten Jahren mit dem Marvel-Universum gefüllt. Langsam rollt die Heldenwelle jetzt in die Gamingabteilung. Die „Avengers“ wurden im letzten Jahr zwiespältig aufgenommen. Neue Spiele rund um Spider-Man, die Suicide Squad, die Batman-Nachfolger Gotham Knights, sogar die Midnight Suns sollen im kommenden Jahr erscheinen. Zuerst aber krachen die Guardians of the Galaxy in das Weihnachtsgeschäft 2021 – und liefern überraschend astreines Popcornkino zum Mitspielen ab.

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Peter Quill und seine bunte Antiheldentruppe sehen hier nicht aus, wie in den Filmen. Das kann ein Problem sein, wenn das Publikum bestimmte Schauspieler vermisst. Muss es aber nicht – die Rollen sind in dieser Version gut gespielt, witzig geschrieben und bei allen Gags überraschend tiefgründig.

Glaubwürdige Charaktere und viel Fantasie

Zu Beginn der Geschichte gehen die Guardians wegen einer halbgaren Idee ein großes Risiko ein, werden festgenommen, und gehen dann das nächste große Risiko ein, um aus der Misere wieder herauszukommen. Glücklicherweise sind in dieser Galaxie nicht nur die Guardians lebensmüde, sie treffen laufend auf fehlbare Widersacher und überraschende Hilfe.

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Besonders überraschend ist „Guardians of the Galaxy“ aber dann, wenn es ernst wird. Ungewöhnlich einfühlsam und ausführlich geht das Spiel auf Themen wie Trauer und Verantwortung ein. Dabei kommt es aber nicht aus dem Rhythmus. Der nächste Szenenwechsel, die nächste Pointe ist nie weit entfernt.

Die Szenenwechsel dieser Odyssee sind fast so wichtig, wie die eigentliche Geschichte. Das Spiel gehört auch mit der getesteten Playstation-5-Version technisch nicht zu den größten Schwergewichten. Beeindruckend sind aber vor allem die glaubwürdigen Charaktere in Zwischensequenzen und die schiere Fantasie hinter den Schauplätzen. „Guardians of the Galaxy“ ist eines der buntesten Spiele des Jahres.

Kämpfe arten in Chaos aus

Als bunt lassen sich auch die Kämpfe beschreiben. Optisch erinnern sie meistens an ein Feuerwerk. Gesteuert wird nur der Star-Lord Peter Quill, während Drax, Gamora, Groot und Rocket selbständig herumwuseln. In Verbindung mit Gegnern, die gern frontal im Rudel angreifen, ergibt sich schnell ein heilloses Chaos.

Tatsächlich liegt im Überblick eine besondere Herausforderung. Mit seinen Raketenstiefeln kann Peter wie ein Trainer an der Seitenlinie um das Geschehen herumtigern. Von hier aus kann er schießen und vor allem bestimmte Superkräfte der Kameraden kommandieren. Traut Peter sich in den Nahkampf, wird es noch chaotischer. Auch, wenn das Spiel mit den Stunden und der unweigerlichen Aufrüstung an Tiefe gewinnt, bleiben die Kämpfe hier eher leicht wie Popcorn. Höhere Schwierigkeitsgrade steigern nicht unbedingt den Spaß, machen die Kämpfe aber langwieriger.

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Wer ein richtig gutes Actionspiel sucht, der landet wahrscheinlich anderswo. Die Guardians wirken beim Kämpfen kompetent, aber nicht besonders originell. So ähnlich und auch besser haben sich viele andere Helden in den letzten Jahren geschlagen.

Fazit: Astreine Unterhaltung

Der Star-Lord fühlt sich ein bisschen rostig an. Er rennt nicht besonders schnell, er duckt sich langsam, und für flinke Bewegungen muss er immer seine Raketenstiefel einsetzen. Einfach in der Welt herumzulaufen, könnte mehr Spaß machen. Allerdings gibt es auch keine großen Landstriche, die erforscht werden müssten. Meistens führt der Weg voran. Wer ein bisschen in den Sackgassen links und rechts stöbert, der findet wertvollen Krempel zur Aufrüstung.

Grundsätzlich ist aber klar, was die Macher dieses Spiels wollen: Uns überraschen und unterhalten. Das Spiel ist zu jeder Situation so abwechslungsreich, dass es bis zum Abspann nie langweilig wird. Und wenn es vorbei ist, dann gibt es nicht mehr viele Gründe, es noch einmal zu spielen. Damit sind die „Guardians of the Galaxy“ ein willkommener Gegenentwurf zu all den endlosen Spielen, die uns immer noch in einen Onlineservice fesseln wollen – zum Beispiel zu den „Avengers“.

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