„Halo Infinite“ im Test: abwechslungsreiche Action – fast so gut wie früher

Bei „Halo Infinite“ bleibt viel Zeit, die Landschaft zu bewundern. Sie ist schön gestaltet, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

Der Held von „Halo Infinite“ treibt zu Beginn des Abenteuers leblos durch den Weltraum. Kaum wird er gerettet, stürzt er sich nach einer kurzen Wartung zurück in den Kampf. Er heißt Master Chief, er sieht aus wie der Prototyp eines Weltraumsoldaten, und er steuert sich im Kampf gegen Aberhunderte gemischte Aliens wie eine gefährliche Waffe.

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Keine Xbox ohne „Halo“

Dass Männer in futuristischer Kampfpanzerung die ganze Galaxie retten, passiert in Videospielen öfter. Aber „Halo“ hat die Geschichte im Jahr 2001 aufregender und epischer erzählt. Gleichzeitig sah es umwerfend aus und zeigte, was die damals neue Spielekonsole Xbox auf dem Kasten hatte. Dazu gab es eine pompöse, dick aufgetragene Science-Fiction-Geschichte mit religiösen Motiven.

Für viele Spielefans und Xbox-Besitzer ist „Halo“ auch heute noch Teil der Familie. Viele Menschen erinnern sich nostalgisch an Spielmomente von damals. Diese Momente sind allerdings lange her. Und die „Halo“-Fortsetzungen der letzten Jahre fühlten sich immer wahlloser an.

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„Halo Infinite“ muss den Ballast irgendwie abschütteln. Es ist das erste „Halo“ für die neuen Xbox-Modelle Series X und Series S, und es muss natürlich Werbung für die Plattformen machen. Das gelingt zumindest teilweise.

Der Kern des Spiels, die Schusswechsel, ist immer noch unverkennbar – Szene aus „Halo Infinite“.

Der Kern des Spiels, die Schusswechsel, ist immer noch unverkennbar – Szene aus „Halo Infinite“.

Aufwachen, Action

Wer wie der Master Chief geschlummert hat und nicht mehr weiß, wie die Geschichte weiterlief, der wird abgeholt. Zwar wird nicht viel erklärt. Aber geballert. Schnell wird ein Bösewicht eingeführt, der eben besiegt werden muss. Gekämpft wird vor allen Dingen auf einem Halo; das sind mächtige riesige Ringe im Weltraum, um die sich alle prügeln. Erstmals in der Serie reisen Spielerinnen und Spieler wirklich frei auf einem Stück des Rings hin und her, absolvieren Storymissionen und viele Nebenziele.

„Halo Infinite“ macht vieles neu. Viele von den Ideen sind von anderswo abgeschaut. Der Master Chief kämpft in weit offenen Arenen, er sammelt Fertigkeitspunkte und wird stärker, er erobert feindliche Außenposten – wie in sehr vielen anderen Spielen der letzten Jahre auch. Doch das Ergebnis fühlt sich trotzdem eigenständig an. Denn die Neuerungen ergeben Sinn. Und der Kern des Spiels, die Schusswechsel, ist immer noch unverkennbar.

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Jetzt noch packender

Wie kaum ein anderer Ego-Shooter hat „Halo“ einen eleganten Weg gefunden, die Action immer abwechslungsreich und spannend zu halten. Der Master Chief kann immer nur wenige Waffen auf einmal tragen. Immer wieder trifft er auf neu gemischte Gegnergruppen, die alle ihre eigenen Stärken und Schwächen mitbringen – und Waffen, die der Master Chief ihnen abnehmen kann.

Wer die Grundlagen einmal begriffen hat, der rutscht in einen Flow und improvisiert sich durch immer neue Monsterwellen. Neu in diesem Spiel ist ein Greifhaken, mit dem der Chief sich selbst durch die Gegend schleudern oder Dinge und Gegner packen kann. Die Neuerung passt überraschend gut in den Mix – und ist in den größeren Levels auch nötig.

Die Hauptmissionen führen knifflige Situationen und laufend neue Gegner ein.

Die Hauptmissionen führen knifflige Situationen und laufend neue Gegner ein.

Ballern wie früher

Beim Herumkurven in der offenen Spielwelt ist die Action meist eher zurückhaltend. Es bleibt viel Zeit, die Landschaft zu bewundern. Sie ist schön gestaltet, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Von den optischen Next-Gen-Prahlereien eines „Ratchet & Clank“ auf der Konkurrenzkonsole Playstation 5 ist „Halo Infinite“ weit entfernt. Dafür machen nur wenige Spiele so viel Spaß wie dieses.

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Denn die Action zieht an. Die Hauptmissionen führen knifflige Situationen und laufend neue Gegner ein. Weil auch der Master Chief mit der Zeit aufrüstet und weil Spielerinnen und Spieler zwangsläufig besser werden, bleiben die Missionen machbar. Besonders einfach ist das Spiel allerdings nie. Viele Videospiele der letzten Jahre bieten einen ganz niedrigen Schwierigkeitsgrad für Menschen, die nur die Welt oder die Story genießen wollen. „Halo Infinite“ hat mehrere Schwierigkeitsgrade, aber scharf geschossen wird auf allen. Das ist vielleicht angemessen, denn weder die Story noch die Welt können das Spiel allein tragen. Wer keine Lust auf packende Feuergefechte am laufenden Band hat, der sollte etwas anderes spielen.

Weihnachten für Xbox Game Pass

Es gibt allerdings viele Spielefans, die packende Feuergefechte lieben. Und für diese Fans ist „Halo Infinite“ ein Spiel wie Weihnachten. Die Hauptkampagne des Abenteuers ist nicht sonderlich lang, aber variantenreich. Auch ein Koop-Modus soll im kommenden Jahr nachgereicht werden. Und der ausladende Multiplayer-Modus des Spiels ist sogar frei erhältlich. Er ist jetzt schon ein Hit.

Für Xbox-Besitzerinnen und Xbox-Besitzer gibt es also praktisch keinen Grund, „Halo Infinite“ nicht wenigstens auszuprobieren. Wer das beliebte Spieleabo Xbox Game Pass hat, kann es sowieso ohne Aufpreis spielen. Ein so guter Shooter ist jedoch den vollen Kaufpreis wert und muss sich auch auf dem PC nicht verstecken.

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