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Schöner Schein

Von wegen sportlich: Alfas neuem Mild-Hybrid Tonale fehlt der Schwung

Eine elegante Erscheinung: der neue Alfa Tonale.

Für den italienischen Hersteller Alfa Romeo hat die Zeitenwende begonnen. Man nennt das im Hause Alfa charmant „la metarmofosi“, die Metamorphose. Wandeln soll sich das sportliche Wesen aus der Welt der Verbrennermotoren in ein zukunftsorientiertes Stromvehikel – und das, so das ehrgeizige Ziel der Turiner, bis 2027. Den ersten, noch etwas verhaltenen Schritt dieser Verwandlung geht man mit dem Tonale, einem Mild-Hybrid.

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Charmant und elegant – das sind die ersten Attribute, die einem in Sachen Alfa Romeo so einfallen. Die Automarke, die Frauen wie Männer über die Jahrzehnte gleichermaßen begeistert hat, besticht immer noch durch eine ausgeprägte Ästhetik und stilvolle Ausstattung. Daran hat sich auch beim Tonale nichts geändert. Das neue Kompakt-SUV sieht wirklich gut aus, eine typisch italienische Erscheinung mit klaren Linien und eleganten Details wie der Heck- und Front-Lichtarchitektur. Sie ist zwar dem Designzeitgeist entsprechend schmal-katzenäugig gehalten, doch zitieren die Matrix-LED-Leuchten bei ihrer Begrüßungs- und Verabschiedungsgrafik einen kessen Augenaufschlag, der sofort an Sophia Loren, italienische Filmklassiker und Alfa-Romeo-Namen wie die Giulietta erinnert.

Ein charmantes Detail, genauso wie die Gestaltung des Innenraums mit roten Ziernähten oder der italienischen Trikolore auf der Mittelkonsole sowie der vielfarbigen Orchestrierung des Fahrzeuginneren durch das Moodlight. Das wirkt alles sehr wertig und schick – Gleiches gilt auch für die Verarbeitung. Größere Hartplastikflächen sind weit und breit nicht in Sicht. Die Sitze sind bequem, allerdings nicht wirklich sportlich ausgelegt. Bei einem 118 kW (160 PS)-Fahrzeug, das als Mild-Hybrid noch zusätzlich über einen E‑Motor mit 15 kW/20 PS verfügt und in der Top-Ausstattungskategorie „Veloce“ (deutsch: schnell) heißt, eigentlich eher ungewöhnlich.

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Der Veloce kommt nicht aus dem Quark

Bei einem ersten, knapp 90-minütigen Eindruck hinter dem Steuer wurde dann allerdings schnell klar, dass es keiner großen Seitenstabilisierung in den Sitzen bedarf. Das adaptive Fahrwerk ist zwar recht komfortabel eingestellt mit einer leichten Tendenz in Richtung hart, aber das ist auch schon der letzte sportliche Eindruck beim Fahren. Denn das sportlich anmutende Schmuckkästchen Veloce kommt, norddeutsch ausgedrückt, schlicht nicht aus dem Quark.

Das Heck besticht vor allem durch die markante Leuchtenführung.

Das Heck besticht vor allem durch die markante Leuchtenführung.

Zwar klicken die fabelhaften Schaltwippen am Lenkrad präzise, aber auch mit ihnen kommt es zu einer massiven Anschubverzögerung. Auf der Autobahn scheint sich der Bereich zwischen 140 und 200 schier endlos auszudehnen. Ob dem Abgasturbolader mit variabler Geometrie und Ladeluftkühler schlicht der Schub fehlt oder ob es an der Softwareabstimmung des Fahrzeugs lag, das noch ein Vorserienmodell ist, lässt sich schwer sagen. Und auch die veranschlagten 8,8 Sekunden von null auf 100 km/h sind für ein Fahrzeug dieser Motorisierung und Kategorie keine wirklich beeindruckende Zahl.

Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 212 km/h für den 1,5-Liter-Vierzylinderbenziner samt 48-Volt-E‑Motor ließ sich jedenfalls auf freier Autobahn nicht nachvollziehen. Wenn man bedenkt, dass die Alternativ­motorisierung des neuen Tonale derzeit der schwachbrüstige 130-PS-Mild-Hybrid-Motor des Jeep Compass ist, der im Stellantis-Regal nicht hoch genug oben verstaut wurde, wird deutlich, dass es zwischen Aussehen, Anspruch und Fahrwirklichkeit bei dem wirklich wunderbar designten Tonale noch nachzubessern gilt. Was dem Wagen bisher gänzlich abgeht, das ist die Dynamik, die er ausstrahlt. Einzig der Preis ist schwungvoll: ab 44.500 Euro ist der Tonale Veloce zu haben.

Freundliche Erscheinung: Die Front des Tonale mit dem Alfa-typischen Scudetto und dem mit dem Heck harmonisierenden schmalen Lichtdesign.

Freundliche Erscheinung: Die Front des Tonale mit dem Alfa-typischen Scudetto und dem mit dem Heck harmonisierenden schmalen Lichtdesign.

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In der Stadt übrigens, da fährt sich der Tonale wunderbar. Das Lenkrad liegt passgenau in der Hand, das Alfa-Wohlgefühl stellt sich ein – zumindest bis zur nächsten Autobahn­auffahrt. Da ist im Herbst hoffentlich Besserung in Sicht, wenn der Plug-in-Hybrid mit 275 PS als Topmotorisierung an den Start geht. Den wird es dann als Allradfahrzeug geben und hoffentlich auch mit genau dem Schwung, den das Fahrzeug verheißt.

Der Tonale als Mild-Hybrid ist jetzt bestellbar – und soll laut Alfa auch noch in diesem Jahr ausgeliefert werden.

 

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